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Vollständige Version anzeigen : Ausführlicher Erfahrungsbericht: Gutschrift von Asus -gelöst nach 9monatigem Konflikt


Necrosis
13.04.2010, 02:53
Guten Tag zusammen,

ich wollte euch nun mal die Geschichte erzählen, die mir mit dem Asus-Support und dem Händler im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme der gesetzlichen Gewährleistung passiert ist und mich bis vor wenigen Wochen eine lange Zeit (über 9 Monate) beschäftigt hat.

Sorry, der Bericht ist seeehr lang geworden, also nur der sollte es lesen, der wirklich Interesse daran hat^^ Aber ich dachte ich sollte es auf jeden Fall mal den anderen Erzählen, so als Lebenserfahrung.

Grundlegendes: Kauf eines Asus G1S Notebooks im Herbst 2007 per Ebay von einem User, der es nach 1 Monat weitgehend ungenutzt weiterverkaufte, da er von der Firma ein Apple Macbook Pro gestellt bekommen hatte. Lieferung perfekt inklusive Originalrechnung, Kaufdatum 21.07.2007 beim ProMarkt in Göttingen, auf der Rechnung der Betrag: 1549€. Ich zahlte dafür dann nur 1300€. War für mich ein ganz netter Deal, damit konnte ich leben^^

Ca. 1 Jahr später hatte ich einen Servicefall, da das DVD-Laufwerk keine Medien mehr erkannte. Support war der Hammer, innerhalb von 3 Tagen hatte ich mein Notebook wieder bei mir zuhause stehen, alles gesendet kostenlos mit DHL-Express. Soweit war ich begeistert vom Asus-Support, wo man normal eher negative Geschichten hört.

Im laufe des nächsten Jahres dann, also dem letzten Jahr im Zeitraum der gesetzlichen Gewährleistung, trat das bekannte Nvidia Geforce 8X00-Problem auf. Hierbei handelt es sich um einen Herstellungsfehler, welcher nach vielen Temperaturschwankungen die Kühlfähigkeit der GPU stark sinken lässt. Hierdurch kommt es zu Überhitzung (auch mit zusätzlichen Kühlern) und einem starken automatischen Heruntertakten bei erreichen von ca. 115°C...
Das Problem war heiß diskutiert und praktisch jedem Hersteller bekannt, weshalb diese relativ wenig Probleme machten.

Da ich das Notebook aber noch zum Arbeiten benötigte, konnte ich es erst kurz vor Ablauf des 2ten Jahres nach Kauf einschicken, also nach 23 Monaten. Und hiermit fing das große Problem an.

Der E-Mail Kontakt war noch in Ordnung, auch wenn er ziemlich nichtssagend war. Niemand konnte mir sagen, was los war. Erst als ich dann aufdringlicher wurde, wurde mir mitgeteilt, dass das Ersatzteil (sie mussten wegen der verlöteten GF8600M GT das Mainboard austauschen) zZ nicht lieferbar sei und es ca. 1 Monat dauern würde, und ich das Gerät dann repariert zurückbekommen würde.

Diese Zeit wartete ich dann. Doch nach Ablauf genau das selbe, immer länger, ohne Hoffnung auf Änderung, Asus bekam vom Lieferanten immer noch keine Lieferdaten. Da ich aber ein Notebook brauchte, fragte ich nach einem Ersatzgerät. Sie hätten zZ keines da, welches sie mir geben könnten, die mehrfache, simple und blöde Antwort. Sie weigerten sich, mir eines zu stellen.
Asus meinte, dass ich entweder warten könnte, bis irgendwann ein Ersatzteil kommen würde (dafür konnten sie mir aber nichtmal in einen Zeitraum von 2 weiteren Monaten eingrenzen), oder aber das Gerät unrepariert zurückbekommen könnte.
Da ich nun schon über 2 Monate gewartet hatte, und das Notebook zum Arbeiten trotz des Schadens noch zu gebrauchen war, forderte ich es umgehend unrepariert zurück. Das machte Asus dann auch vorbildlich, ich bekam sehr schnell ein Paket mit meinem Laptop, mit der Beschreibung, dass es unrepariert zurückgesendet worden war, und nichts an dem System geändert / gemacht wurde.

Nur blöd, dass der Fehler nun nicht mehr auftrat, es kam zu keiner Überhitzung. Komische Sache, dachte ich mir, denn die Games liefen nicht mehr so flüssig wie zuvor. Alles half nichts, Treiberaktuallisierung, selbst System neu aufsetzen. Der 3DMark06 brachte einfach nur noch die Hälfte der Punktzahl auf den Schirm. Und Asus behauptete, sie hätten nichts am System gedreht?
Dann, 3 Tage später, ich dachte: schön, kann ich ja nun erstmal ohne Probleme Arbeiten, bis die wieder ein Ersatzteil bekommen. Denkste!!!
Nach dem 3ten Tag will ich das Notebook starten. Ich höre auch den Sound der Anmeldung, Lüfter, CPU, alles läuft. Aber komisch, ich hatte nichteinmal den BIOS-Screen gesehen. Auch nach Reset und allem was man eben machen kann, das Display wird nicht mehr aktiv. Eindeutig ein Grafikkarten-Tod.

Also wieder einschicken, diesmal ruft mich dann das erste und einzige Mal überhaupt ein Nicht-CallCenter-Sachbearbeiter bei mir an, welcher wirklich etwas zu sagen hat.
Er fragt verwundert, warum ich, wo ich das Notebook doch zurückwollte, es denn nun schon wieder einschickte. Er hat sich sogar zuvor erst nach meiner Handy-Nummer erkundigt und sich mächtig ins Zeug gelegt, um mich irgendwie zu erreichen. Guter Mann^^
Mit diesem Asus-Mitarbeiter konnte ich nun auch anständig reden und den Sachverhalt klären. Ich konnte nun mit ihm ausmachen, dass, da es vorraussichtlich nicht repariert werden kann, direkt die 30-Tage Reparaturversuch überspringen kann und direkt den Gutschrifts-Vorgang starten kann.

Hörte sich zunächst gut an, Asus sagte, sie zahlen an den Großhändler exakt den vollen Betrag aus, den dieser damals gezahlt hatte. Ist natürlich etwas weniger, als ich gezahlt hatte, weil der ja auch eine Gewinnmarge hat, aber damit hatte ich kein Problem, denn ich hatte das Notebook ja auch voll zufrieden fast ganze 2 Jahre lang genutzt.
Doch ich wollte natürlich wissen, wie viel ich ausgezahlt bekomme, denn sonst würde ich nachher irgendwie abgespeist werden. Da ich doch einige Erfahrungen kannte, wollte ich also zunächst ersteinmal eine Zusicherung, egal von wem. Asus wollte mir diese nicht geben, ich solle mich an den Händler wenden, da sie das Geld ja eh nicht an mich auszahlen können, sonder nur an den Distributor, welcher dann an den Händler weiterleiteten soll. Also ganze vier Glieder in dieser Kette. Ich rufe sehr viele Leute an, überall nach Stunden des telefonierens am Ende immer die selbe Aussage: wir können ihnen keine Wert zusichern, nicht einmal grob.

Hätte also sein können, dass die mich dann mit 100€ nach Hause schicken würde. Eine solche Situation nennt man wohl Zwickmühle: denn ich muss der Gutschrift zustimmen, dann geht der Prozess los, aber dann kann ich nie mehr mein Gerät zurückbekommen, wenn etwas nicht klappen sollte. Und wenn ich zustimme, weiß ich nicht wie viel ich bekomme. ****** Situation, das habe ich allen Parteien hierbei auch deutlich klargemacht. Schlussendlich musste ich mich dann für die Gutschrift entscheiden, nach der Tabelle des Bundesverbandes der Technik des Einzelhandels (allgemein akzeptierte Richtlinie) konnte ich bei einem Einkaufswert von 1549€ und 23 Monaten Nutzungsdauer (Zeit in Reparatur muss hier abgezogen werden, sonst wäre ich ja über die Zeit der Gewährleistung heraus) mit einem Wert von ca. 600 Euro rechnen. Ziemlich wenig, dafür dass der Erstkäufer 1549€ zahlte, und ich noch 1300. Enttäuschend, aber meine einzige Möglichkeit, und ich wollte ja endlich ein Ende in diesem Fall.

Weiteres Problem: Der ProMarkt hatte dann Anfang 2010 (wohlgemerkt ist das schon ca. ein halbes Jahr nach der Einsendung) endlich das Geld bekommen, und ich eine entsprechende Gutschriftsnummer zur Verifizierung. Aber der ProMarkt wollte nur persönlich und bar das Geld auszahlen, bzw durch einen Vertreter mit einer Vollmacht.
Toll, da ich ca. 500km entfernt, 2km von der Schweizer Grenze, ganz im Süden Deutschlands wohne. Sie stellten mir jedoch in Aussicht, ich könnte das Geld auch in Bad Säckingen beim ProMarkt abholen, wäre ja auch ein ProMarkt. Super, dort angerufen, abgeklärt, und dann hingefahren. Das lief an dem Tag dann alle schief, dem Filialleiter fiel plötzlich ein, dass das Buchungstechnisch doch nicht geht, und ich habe dafür ca. 5 Stunden Zeitaufwand gehabt, da er ewig zum telefonieren mit Göttingen brauchte.

Also stand ich vor dem Problem, irgendwie nach Göttingen zu kommen. Ich wurde aufgrund ihrer Unfähigkeit, solche Vorgänge über Distanz zu lösen. Glücklicherweise kam einer meiner Verwandten ein paar Wochen später zufällig beruflich nach Göttingen. Ich bereitete zum 2ten mal mein Dosier vor, ca. 50 Seiten mit Email-Verkehr und Zusagen und Dokumentation des Falles, sowie der Original-Rechnung und einer Vollmacht.

Ich machte dort in Göttingen so lange beim Marktleiter Stress, dass sie sich schließlich bereit erklärten, mir statt den mir zustehenden 600€ doch aus "Kulanz" 1000€ auszuzahlen. Das ließ ich mir nicht 2 mal sagen, sondern ließ es mir schriftlich bescheinigen, nicht dass da wieder etwas schiefgehen könnte. Dadurch nahm das ganze dann doch ein gutes Ende, ich bekam die 1000€ nun vor ein paar Wochen ausgezahlt, 9 Monate, nachdem ich das Notebook endgültig nie mehr wiedersah.
Ich hatte mir schon bald nach der Entscheidung zur Gutschrift mein jetziges Asus G72GX gekauft, da kein anderer Hersteller ein entsprechend gutes Angebot machen konnte... so blieb ich eben bei Asus.

Alles in allem wohl doch recht glücklich gelaufen, für ca. 2 Jahre Nutzungszeit eines der damals imho besten Notebooks, die es gab, nur 300€ gezahlt zu haben. Hat doch alles ein gutes Ende gefunden, der Aufwand des Kämpfen hat sich gelohnt.

Trotz allem trauer ich dem Asus G1S sehr nach, denn, abgesehen von der etwas übertriebenen (aber dann doch über Zusatztools für OLED-Displays programmierbaren) Beleuchtung war das Design einfach der Hammer. Kantig, eckig, gefaste Aluminiumkanten bei der Handballenauflage, hohe Stabilität, super Material... das komplette Gegenteil zu anderen Notebooks dieser Zeit (in dem Preissegment). Und dazu noch damals hohe Leistung, und eine der besten Non-Chicklett-Tastaturen, die ich je gesehen habe. Da hat sich NICHTS bewegt, keinen Millimeter hat sich da was gebogen. Schade drum, vielleicht überarbeitet Asus ja mal das Kühlkonzept und relauncht es? xD Ich wäre der erste Käufer.

Jetzt aber Schluss mit meiner Erzählung, ist ja jetzt schon ein Roman. Bitte entschuldig eventuelle Rechtschreibungs- btw Grammatikfehler, da es nun kurz vor 03.00 nachts ist^^

Falls jemand Fragen zu irgendetwas in diesem Zusammenhang hat, darf er diese gerne Stellen ;-)

MfG
-=Necrosîs=-