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Vollständige Version anzeigen : Windows OEM-Kopie verkaufen - Wie sieht's da aus?


Tobi1982
13.02.2008, 10:08
Hallo zusammen,

heute hätte ich mal eine Frage:

Ich habe daheim von meinem alten Computer, den ich nicht mehr benutze, noch eine Windows XP Home-CD (inkl. dem Lizenzschlüssel vom alten PC) rumliegen. Ist eine ganz normale Windows-CD, allerdings halt mit dem PC als OEM (bei Vobis) erworben, ist auch ein Aufdruck von Vobis drauf.

Jetzt hätte ich mir gedacht, ich könnte diese Lizenz eigentlich verkaufen, da ich sie nicht mehr benötige, aber:

- Wie sieht das rechtlich aus? Darf ich so eine OEM-CD an jemand anderen weiterverkaufen? Will ja eine legale Kopie verkaufen und nicht Ärger mit Microsoft, eBay oder sonstwem bekommen.

- Wird der neue Besitzer Probleme mit der Aktivierung bekommen, wenn er das Windows auf nem PC mit koplett anderer Hardware installiert?

Danke schonmal :)

Gruß
Tobi

Rikibu
13.02.2008, 19:10
soweit ich informiert bin, gibt es ein urteil, das besagt, das man oem software verkaufen darf.

Texte zum Internet, Online und E-Commerce Recht von Rechtsanwalt Johannes Richard
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Fax 0381-4901753, Email: rostock@ra-lsk.de Alle Angaben ohne Gewähr
Privater Verkauf von OEM-Software -
Erlaubt oder nicht?
Viele Computersysteme können heute mit einem vorinstallierten Betriebssystem und
Standardsoftware erworben werden.
Diese Software wird als OEM-Software bezeichnet. OEM bedeutet "Original Equipment
Manufacturer“ und erlaubt bei einer Erstausrüstung eines Pc`s die Ausstattung mit
Standardsoftware zu einem sehr viel günstigeren Preis, als wenn man die Software einzeln
erwerben würde.
Häufig bestehen beim Käufer Unsicherheiten darüber, ob er diese Software später
weiterveräußern kann. Immer unter der Voraussetzung, dass die Software nur auf einem
Rechner genutzt wird, darf selbstverständlich der gesamte PC mit dem OEM-Betriebssystem
und der Standardsoftware weiterverkauft werden. Gleiches gilt jedoch auch für den Fall, dass
man bspw. aufgrund eines Betriebssystemwechsels sein als OEM-Version erworbenes
Betriebssystem weiterveräußern möchte oder eine Standardtextverarbeitung nicht nutzen will.
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat dies mit Urteil vom 06.07.2000 explizit für
Microsoftprogramme festgestellt. Microsoft hatte damals gegen einen Händler geklagt, der
OEM-Versionen von Microsoftware ohne einen PC an Endverbraucher verkauft hatte. In dem
Urteil heißt es wörtlich: "Die isolierte Veräußerung der OEM-Version des Betriebsprogramms
an einem Abnehmer ohne gleichzeitige Veräußerung eines neuen PC´s stellt keine
Urheberrechtsverletzung dar".
Der BGH begründet diese zutreffende Ansicht damit, dass wenn eine Software einmal durch
den Hersteller veräußert worden ist, der weitere Vertrieb vom Hersteller nicht mehr
kontrolliert werden kann, da das Verbreitungsrecht erschöpft sei. Daher ist OEM-Software, so
der BGH wörtlich "damit für jede Weiterverbreitung frei". Der BGH stellt im übrigen fest,
dass nicht einzusehen sei, weshalb auch nicht andere Kunden von den günstigen Preise, der
auf dem Markt vorhandenen OEM-Software profitieren sollten.
Soweit Softwarehersteller gerade bei Standardsoftware versuchen, in den Lizenzverträgen den
Weiterverkauf von Software generell zu unterbinden, ist schon fraglich, inwieweit diese
Lizenzvereinbarungen wirksam sind. Das Verbot der Weiterveräußerung von
Standardsoftware benachteiligt den Anwender jedenfalls unangemessen und ist daher als
Allgemeine Geschäftsbedingung unwirksam.
Neben der sehr umstrittenen Frage, ob eine Lizenzvereinbarung zwischen dem Käufer der
Software und dem Hersteller bspw. durch Öffnen der Verpackung oder durch Registrierung
überhaupt zu Stande kommt, erlaubt bspw. Microsoft den Verkauf von Software , wenn der
Anwender selbst keine Kopien zurückbehält und die vollständige Software mit allen
Komponenten verkauft wird.
...

Moderator maCBook: Ich mußte das mal in ein Zitat/Quote verpacken da Zitate ohne Angabe von Zitat und Quelle von externen Medien nicht erlaubt sind. Auch komplette Zitate sind nicht unbedingt erlaubt. Daher habe ich es gekürzt, die Quelle sollte ja klar sein. So findet auch jeder den ganzen Text.

Tobi1982
13.02.2008, 21:06
Hallo,

Danke für die Antwort. Hab auch bei eBay geschaut, da stehen viele OEM-Betriebssysteme drin, von daher scheint es auch OK, sonst würde eBay das wohl nicht zulassen.

Hab meins auch gleich mal dazugestellt ;-)

Gruß
Tobi

maCBook
13.02.2008, 22:22
Solange du es in Deutschland verkaufst bekommst du eigentlich keine Probleme. Die Rechtslage schwankt allerdings bei OEM Software.
Man darf den Schlüssel im Grunde verkaufen, auch sollte niemand Probleme damit habene ein Windows damit zu aktivieren. Doch die OEM CD die zu dem alten Rechner gehört ist Rechtlich unklar beim verkauf! Anders ist es da bei SB Versionen, dort kann man die CD/DVD unbedenklich mitverkaufen.

Tobi1982
13.02.2008, 22:51
Aha, interessant...

Ich schau jetzt mal, wenn es nicht OK sein sollte, wird eBay sich schon melden, die müssen sich ja auskennen... Aber es stehen wie gesagt viele OEMs drin, ich denke dass es demnach OK ist.

Gruß
Tobi

nachon
18.02.2008, 17:05
Solange du es in Deutschland verkaufst bekommst du eigentlich keine Probleme. Die Rechtslage schwankt allerdings bei OEM Software.
Man darf den Schlüssel im Grunde verkaufen, auch sollte niemand Probleme damit habene ein Windows damit zu aktivieren. Doch die OEM CD die zu dem alten Rechner gehört ist Rechtlich unklar beim verkauf! Anders ist es da bei SB Versionen, dort kann man die CD/DVD unbedenklich mitverkaufen.

Die Lizenz besteht allerdings nicht nur aus dem Schlüssel, sondern auch aus dem Medium.