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Vollständige Version anzeigen : Rückgabe Windows


Siggi!
07.03.2008, 11:35
Hallo,

immer mehr Notebooks werden mit Windows verkauft. Man hat oft keine Option das Notebook ohne Betriebssystem zu erwerben. Nun meine Frage: Kann man die Lizenz ablehnen und das Windows (nicht jedoch das Notebook) zurücksenden? Wie ist die rechtliche Situation dazu in Deutschland? Da der Preis für Windows nicht einzeln ausgewiesen wird, wie hoch ist die Erstattung des Kaufpreises?

Habe zu dem Thema ein wenig im Netz gesucht und widersprüchliche Aussagen gefunden.

Gruß
Siggi

P.S: Ich betreibe mein Notebook auch mit Windows, verfüge aber bereits über mehr Lizenzen als ich benutzen kann (wg. MSDN und MAP Abo).

Grey_M
07.03.2008, 15:55
Ich kann ich da an irgend was erinnern. Da gab es sogar Mal ne Rechtsprechung dazu. Glaube ich. Du kannst ja nochmal konkrett nach einen Richterurteil suchen.

Ich glaube aber, dass es Möglich ist, die Windows CD abzulehnen.

Widar
07.03.2008, 20:17
Hm, ich bin mir da nicht so sicher. Immerhin handelt es sich dabei um eine OEM Version, die genau auf die Hardware abgestimmt ist. Ich bezweifle, dass du die Windows Version einfach ablehnen kannst. Kannst ja auch schlecht sagen, ich hätte gerne den PC, aber bitte ohne Gehäuse oder ohne CPU. Letztendlich musst du die beiliegende Windows Version ja nicht benutzen, aber sie gehört halt zu dem Gesamtpaket dazu, welches du gekauft hast.
Bei einem Notebook-Kauf ist es ja das gleiche. Du entscheidest dich für eine bestimmtes Paket und da gehört nunmal alles dazu. Du kannst zwar die CD einfach im Laden lassen, aber bezahlen musst du garantiert den gesamten Preis.

Siggi!
08.03.2008, 10:20
Meinungen zu dem Thema mag es viele geben. Kann jemand diesbezüglich mit einem Urteil aufwarten? Das wäre wirklich hilfreich.

Gruß
Siggi

Grey_M
11.03.2008, 23:35
Also für Italien & Frankreich hätte ich da was.
http://www.heise.de/newsticker/suche/ergebnis?rm=result;words=PC%20ohne%20Windows;q=pc% 20ohne%20windows;url=/newsticker/meldung/98083/

Der letzte Satz bezieht sich auf Deutschland.

Die Süddeutsche Zeitung erwähnte vor einem Monat aber einen Kunden, der im März bei Dell Deutschland ein Notebook bestellt und das vorinstallierte Windows durch Linux ersetzt habe. Dieser habe dafür und für ein weiteres ungenutztes Microsoft-Programm 78 Euro gutgeschrieben bekommen. (anw/c't)

vanilla
24.05.2008, 00:12
Hi,

ich mag mich irren und lass mich gern belehren, aber ich sehe das so:

Wenn du ein Notebook mit einem Windows kaufst, dann hast du einen Kaufvertrag geschlossen.

Ein Kaufvertrag ist ein zweiseitiges Rechtsgeschäft.
Voraussetzung für einen geschlossenen Kaufvertrag sind also nach §145 ff. BGB zwei sich inhaltlich deckende Willenserklärungen :
1. Angebot
2. Annahme

Jetzt kommt der "tricky" Teil :D :
Das Angebot machst du als Käufer, indem du das Notebook in deinen Warenkorb legst. Man nennt dies "Aufforderung zur Annahme eines Angebots". Ich weiß, klingt komisch, ist aber wirklich so (hab das in der Uni mehr als ausgiebig gehabt :D ) Nimmt der Verküfer dein Angebot an, indem er deine Bestellung bestätigt, so sind beide Willenserklärungen vorhanden, ein Kaufvertrag kommt also zustande.

Konkret bedeutet das: Wenn du ein Notebook mit Windows in deinen Warenkorb legst, dann drückst du damit auch aus, dass du das kaufen willst - so einfach ist das.

Wie geht's weiter?
Für einen Kaufvertrag gilt jetzt §433 BGB. Der sagt zwei Sachen aus:
Abs I: Der Verkäufer muss die Sache dem Käufer übergeben und ihm das Eigentum an der Sache verschauffen (ist hier nicht wichtig)
Abs II: Der Käufer verpflichtet sich, den Kaufpreis zu zahlen. (hast du ja gemacht).

Eigentlich könnte man hier schon aufhören. Du wusstest, was du kaufst und du hast es getan. Rein rechtlich gesehen dürfte es keine Anspruchsgrundlage für ein Zurückverlangen eines Teils des Kaufpreises geben - es sei denn, du wusstest nicht, dass du ein OS mitkaufst.

Es gibt jetzt mehrere Möglichkeiten:
a) der Verkäufer lässt sich auf solche Spielchen ein. Das nennt man dann Kulanz oder Freundlichkeit :D
b) er bietet es offiziell auf seiner Website an, dann ist er sogar verpflichtet dazu
c) er stellt sich stur, dann hast du eigentlich keine Chance.

Wenn da jemand genauere Infos hat (mit Rechtgrundlage natürlich), dann wäre sehr dankbar dafür :D Ich kann's nur immer wieder sagen: Wirtschaftsrecht ist toll!

LG Verena

Herb74
24.05.2008, 03:10
sorry, aber... hallo?!

wenn du ein auto kaufst: willst du dann auch nen nachlass, weil du den ersatzreifen nicht willst?

entweder du nimmst das gesamtpaket, oder du läßt es.

Sunshine23
24.05.2008, 08:02
Das mit dem Windows ist da so eine Sache ,Dell kauft und installiert ja winows vor meiner mienung nach wäre dass ein zu großer aufwand für dell das BS wieder zu entfernen

Siggi!
24.05.2008, 13:56
Das hat bei Dell nichts mit Aufwand zu tun, denn die Notebooks werden ohnehin individuell gefertigt. Das liegt an Sonderkonditionen, die Microsoft einräumt, wenn jedes Notebook einer Serie nur mit Windows ausgeliefert wird.

Gruß
Siggi

schneiderbernd
12.02.2010, 15:25
Hallo,

immer mehr Notebooks werden mit Windows verkauft. Man hat oft keine Option das Notebook ohne Betriebssystem zu erwerben. Nun meine Frage: Kann man die Lizenz ablehnen und das Windows (nicht jedoch das Notebook) zurücksenden? Wie ist die rechtliche Situation dazu in Deutschland? Da der Preis für Windows nicht einzeln ausgewiesen wird, wie hoch ist die Erstattung des Kaufpreises?

Habe zu dem Thema ein wenig im Netz gesucht und widersprüchliche Aussagen gefunden.

Gruß
Siggi

P.S: Ich betreibe mein Notebook auch mit Windows, verfüge aber bereits über mehr Lizenzen als ich benutzen kann (wg. MSDN und MAP Abo).

verkauf doch einfach die lizens privat und gut ist!