Vorgeschichte
Mein über drei Jahre altes Notebook fiel bald auseinander; Ersatz sollte also her.
Musste es aber gleich wieder ein „richtiges“, also großes, schweres und auch teueres Notebook sein?
„Nein“, meinte ein Kumpel, für meine Ansprüche würde eines dieser neuen Netbooks absolut ausreichen. Außerdem wäre ich nur mir so einem Netbook
„endlich richtig mobil“.
Ok, irgendwie hatte er ja recht:
Mein jetziges Notebook blieb in den vergangenen drei Jahren die meiste Zeit im Haus, weil es zum „einfach so mal mitnehmen“ dann doch zu unhandlich war.
Um mich endgültig zu überzeugen, überließ er mir seinen kürzlich erstandenen „Asus EeePC 1000H“ für eine ausführliche Begutachtung.
Also entschloss ich mich kurzerhand „Äpfel mit Birnen“ zu vergleichen, und mein drei Jahre altes Notebook dem aktuellen Netbook meines Kumpels gegenüberzustellen.
Ich weiß, die Aussagekraft ist begrenzt.
Aber auf alle Fälle erwartete ich mir den Hinweis, in welche Richtung das Ganze gehen sollte.
Das Resultat: Lest selbst ...
Die beiden Notebooks im Detail
Mein ThinkPad R50e ist ein typisches Office-Notebook.
Ich hatte es damals gekauft, weil es über eine solide Verarbeitung, eine sehr gute Tastatur, und eine ausreichende Leistung für Büro-Anwendungen verfügte.
Der EeePC 1000H wurde von meinem Kumpel erstanden, weil es angeblich das
„beste Netbook“ sei, was er unter anderem mit der Festplattengröße und der langen Akkulaufzeit begründete.
Hier ein Vergleich der technischen Daten beider Notebooks:
Lenovo ThinkPad R50e- Intel Pentium M 1,7 GHz
- 1 GB RAM
- 40 GB Festplatte
- Chipsatzgrafik
- 15“ Display (1024x768)
- Gewicht ca. 3 kg
- Windows XP Pro
Asus EeePC 1000H- Intel Atom n270 1,6 GHz
- 1 GB RAM
- 160 GB Festplatte
- Chipsatzgrafik
- 10,2“ Display (1024x600)
- Gewicht ca. 1,5 kg
- Windows XP Home
Der Testparcours
Um meine Entscheidung auf eine möglichst breite und fundierte Grundlage zu stellen, hatte ich mir einen Testparcours überlegt, den beide Geräte durchlaufen mussten.
Die Notebooks wurden in folgenden Kategorien miteinander verglichen:
- Ausstattung
- Größe und Gewicht
- Akkulaufzeit
- Anwendungsleistung
- Gehäuseverarbeitung
- Eingabegeräte
- Geräuschentwicklung
Ausstattung
Diesen Punkt konnte der EeePC für sich entscheiden:
Ob es nun das integrierte Bluetooth-Modul ist oder eingebaute Kartenleser oder die integrierte Webcam:
Beim EeePC ist einfach mehr drin.
0:1.
Größe und Gewicht
Auch hier war kein langer Test nötig: Der Sieger lag auf der Hand.
0:2.
Akkulaufzeit
Wer kennt das nicht: Da macht man sich die Mühe, und schleppt sein Notebook mit an die Uni, aber dummerweise hat man sein Netzteil zuhause vergessen, und die ganze Mühe war umsonst, da dem Läppi schon nach kurzer Zeit der Saft ausgeht.
Mein R50e hatte zu den besten Zeiten immerhin eine Akkulaufzeit von ca. 3 Stunden.
Mittlerweile macht der Akku schon nach knapp einer Stunde schlapp.
Aber auch die drei Stunden sind nichts gegen die Akkulaufzeit des EeePC 100H, der unter Last locker 5 Stunden durchhält.
Bei Intelligenter Nutzung im Uni-Alltag sind durchaus 6-7 Stunden drin.
0:3.
Anwendungsleistung
Um die Leistung zu beurteilen, griff ich auf gängige Programme zurück, und schaute auch, wie schnell gängige Anwendungen gestartet werden:
- Start Betriebssystem: R50e ca. 38 Sek., EeePC 1000H ca. 26 Sek.
- Start Word 2000: R50e ca. 7 Sek., EeePC 1000H ca. 4 Sek.
- Start Word 2007: R50e ca. 15 Sek., EeePC 1000H ca. 15 Sek.
- Start Firefox: R50e ca. 4 Sek., EeePC 1000H ca. 5 Sek.
- Start OpenOffice: R50e ca. 38 Sek., EeePC 1000H ca. 13 Sek.
- Pass Mark Rating: R50e 274,3 EeePC 1000H 200
- Povray: R50e 35 min 43s, EeePC 1000H 1h 32 min 25s
- Cinebench R10 (Single CPU Render Test): R50e 09:56 Minuten, EeePC 1000H 27:02 Minuten
- Geekbench 2 Score: R50e 1143 Punkte, EeePC 1000H 866 Punkte
- PCmark05 CPU Test: R50e 2701 Punkte, EeePC 1000H 1008 Punkte
- PCmark05 Memory Test: R50e 2064 Punkte, EeePC 1000H 3655 Punkte
- PCmark05 HDD Test: R50e 3340 Punkte, EeePC 1000H 3574 Punkte
- HD Tach sequential read: R50e ca. 35 MB/s, EeePC 1000H ca. 45 MB/s
Da ich kein professioneller Tester bin, kann es durchaus sein, dass die Ergebnisse nicht 100%ig korrekt sind.
Aber auch vom Gefühl her muss ich sagen, dass beide Notebooks in etwa gleich schnell wirkten – mein R50e war bei den CPU-Tests ein bisschen schneller, während der EeePC in allen anderen Disziplinen die Nase vorn hatte.
Fazit: Jeder bekommt einen Punkt - 1:4.
Gehäuseverarbeitung
Mein R50e besitzt eine recht gute Verarbeitung, mit der ich auch heute noch zufrieden bin.
Aber auch der EeePC ist überraschend solide Verarbeitet:
Auch bei starkem Druck gibt das Gehäuse keinen Millimeter nach, und das Display wackelt auch bei starken Erschütterungen kein bisschen – super, wenn man im Zug noch an eine Präsentation feilen muss.
Auch hier bekommen beide Kandidaten einen Punkt.
2:5.
Eingabegeräte
Die Sorgfalt bei der Verarbeitung setzt sich leider nicht bei den Eingabegeräten fort, obwohl das doch mit das Wichtigste sein sollte:
Die (für meinen Geschmack) etwas zu kleinen Tasten haben einen geringen Hub, und außerdem biegt sich die Tastatur bei dem geringsten Druck total stark durch.
Die Tastatur von meinen R50e hingegen ist erwartungsgemäß über alle Zweifel erhaben: 3:5.
Geräuschentwicklung
Das R50e produziert ein zwar stetiges, aber dafür wirklich sehr leises Lüftergeräusch. Unter Last dreht der Lüfter zwar voll auf, ist aber dennoch leiser als die meisten anderen Notebooks im Normalbetrieb.
Der Lüfter des EeePC ist etwas lauter; aber immer noch im akzeptablen Bereich.
Nur unter Last dreht der Lüfter mächtig auf, und nervt mit einem nicht zu ignorierbarem Pfeifen: 4:5.
Fazit
Nach Punkten hat der EeePC zwar knapp gewonnen.
Aber da für mich eine gute Tastatur das KO-Kriterium schlechthin ist, werde ich den Kleinen wohl links liegen lassen müssen.
Schade, denn ich bin durchaus auf den Geschmack gekommen, was diese Netbooks angeht, und werde die Augen offen halten...
Bilder
Bilder hab ich gemacht – aber ich hab keinen Webspace.
Aber ob mir das Notebookjournal erlaubt, einfach meine Bilder auf deren Server zu laden...?