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FRONTBERICHT Der Performance-Wahn
"Ich will kein einziges MHz mehr haben!"
von uries am Sa, 11.11.2006 14:59 Uhr



Bild: Intel
Vernünftig: Centrino machte Schluss mit dem Gigahertz-Wahn.
Ich gebe gerne zu, dass unsere Freunde von Intel vor zwei Jahren das unsinnige Rennen um immer mehr Megahertz eingestellt haben. Erstaunlich zwar, haben sie uns doch beinahe zwei Jahrzehnte lang eingebläut, dass viel Prozessorpower nur durch noch mehr Prozessorpower zu ersetzen ist.

Aber gut, wir Kunden und Käufer sind ja lernfähig und freuen uns, dass wir nicht mehr alle drei Monate mit einer gepflegten Technikdepression an den Auslagen des Elektrofachmarktes unseres Vertrauens vorbei schleichen müssen: Schon wieder ne neue Generation entdeckt, die unser kürzlich erworbenes Schätzchen aussehen lässt wie ein Relikt aus dem Nixdorf-Museum in Paderborn. (Anm. d. Red.: Wer aus welchen unerfindlichen Gründen auch immer mal nach Paderborn muss, hat unser Mitleid verdient, kann sich aber auch selbst trösten: Das Museum ist einen Nachmittag wert!)

Mit der Einführung des ersten Centrino-Pakets wurde dann eine neue Sau ins Rampenlicht geschoben, um sie seither durchs Mobil-PC-Dorf zu treiben: Die Performance-per-Watt-Sau. Plötzlich ging es nicht mehr um schiere CPU-Leistung, jetzt zählt auf einmal das ausgewogene Verhältnis von Leistung und Laufzeit.

Glückwunsch, Intel, AMD & Co – offenbar hat mal jemand auf das geachtet, was wir Notebookuser eigentlich wollen. Nämlich möglichst lange abseits von Steckdosen arbeiten. Und tatsächlich, der Pentium M erfüllte den lang gehegten Traum: Er war flott wie eine Desktop-CPU, ohne mit deren schierem Energiehunger den Akku leer zu saugen.

Intel und AMD wären aber nicht Intel und AMD, wenn sie nicht trotzdem weiterhin munter Wettrüsten würden. So wurden auch die neuen Mobil-CPUs nach und nach immer schneller – ohne natürlich die Akkulaufzeit zu verringern, wie die Marketingbroschüren nicht müde werden zu verkünden. Und hier ist die große Krux: Warum um alles in der Welt wird ein Wahnsinnsaufwand getrieben, um an allen Ecken und Enden im Notebook Energie zu sparen, damit sie dann von immer energiehungrigeren Doppelkern-Prozessoren als Häppchen zum Windows-Aperitif genommen werden?

Die meisten Notebooks sind wie Hunde: Immer schön die Leine mitnehmen zum Gassi gehen. Denn ohne Ladestrippe wird aus dem Mobil-PC sonst schnell ein mobiler Briefbeschwerer.





 


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Kommentare zum Artikel ( 20 Antworten )
Zur Diskussion im Forum

AW: "Ich will kein einziges MHz mehr haben!"
von Arnd von Wedemeyer am Do, 23.11.2006 20:03 Uhr

Mir persönlich ist Doppelherz-Aktiv ja sehr sympathisch
(Centrino Duo an Bord...) und ich habe den Eindruck, dass
relevante Stromverbrauchsunterschiede vor allem meine nvidia
Geforce Go irgendwie Grafikkarte betrifft (kann man zwar
abschalten, dafür aber Neuboot erforderlich ... lästig! :mad:
) sowie WLAN und - noch schlimmer - UMTS-Karte. Insgesamt
habe ich aber...
AW: "Ich will kein einziges MHz mehr haben!"
von uries am Do, 23.11.2006 16:37 Uhr

naja... Die "umfangreichen Mechanismen" beschränken sich
auf den CPU-State DC4, bei dem die Kernspannung auf ein Minimum
gesenkt wird, ohne dass der Cache-Inhalt flöten geht. Alle
anderen Speedstep-Veränderungen haben damit zu tun, dass jetzt
zwei Kerne geregelt werden müssen, nicht mehr nur einer. Was
ja auch vorzüglich klappt, aber eben auch keinen...
AW: "Ich will kein einziges MHz mehr haben!"
von candyandy am Do, 23.11.2006 14:05 Uhr

Meiner Erinnerung nach nimmt ein Dothan (Centrino 2 Generation)
27 Watt auf, ein Merom (Core 2 Duo) bis zu 34 Watt. uli
ries[/QUOTE] Das ist korrekt und mag bei einem
Vollast-Vergleich sogar tatsächlich zu einem höheren
Stromverbrauch führen. Jedoch sind die Yonah- und Merom-CPUs
ja zusätzlich mit neuen, umfangreichen Stromsparmechanismen
ausgestattet, die Teile der...

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