
Bild: Intel
Unvernünftig: Doll nützlich ist der zweite Kern von Core Duo nicht.
Jaja, ich habe verstanden: Dank Dual-Core untersucht mein Rechner die Platte nach Viren, ohne dass ich derweil am Schreiben von sinnbefreiten Texten wie diesem behindert werde. Blöd nur: Mein 1,6 GHz Pentium M (gute, alte erste Generation Centrino) hat sich auch nicht anders verhalten. Texte schreiben und im Netz surfen kann man eben auch mit älterem Material hervorragend. Und wenn etwas zuckt und ruckt beim Virenscan, dann liegt das an der Festplatte. Denn die gibt’s nach wie vor nur einmal in meinem Notebook und wird somit zum Nadelöhr.
Also: Wo ist die Anwendung, die eine derartige Materialschlacht rechtfertigt? Konvertieren etwa alle außer mir den ganzen Tag gigabyteweise CDs ins MP3-Format? Berechnen alle User außer mir komplexe 3D-Animationen, wenn sie unterwegs sind? Spielen wirklich derart viele Notebookuser, dass wir alle mit energiefressenden Grafikchips Vorlieb nehmen müssen?
Mir wäre es lieber, Intel würde alle Entwickler abziehen, die im Moment daran arbeiten, eine Quad-Core-CPU fürs Notebook zu entwickeln. Dazu noch die Mannen gepackt, die hie und da noch ein paar Megahertz mehr aus mobilen Plattformen rausquetschen und diese Menschen füllen ein veritables Fußballstadion eines Landesligisten. Anstatt am Höher und am Schneller zu schrauben, könnten all diese schlauen Köpfe doch am Weiter basteln: Mehr Akkulaufzeit braucht die Welt. Und zwar unter reellen Bedingungen: Also mit einer Displayhelligkeit, die nicht gleich den Augenarzt auf den Plan ruft.
Obendrein soll es Anwender geben, die Abseits des Netzbetriebes auch mal die WLAN-Karte nutzen. Unerhört, versaut ein derart rücksichtsloses Verhalten doch all die liebevoll zusammengestellten Laufzeitwerte in den Datenblättern der Hersteller. Gerüchteweise sind manche User sogar mit UMTS-Karten im Land unterwegs. Noch so ein Trum, das der zu 90 Prozent der Zeit im Leerlauf vor sich in vegetierenden CPU die Energiereserven streitig macht.
Bin ich zu verbohrt, was meine Ablehnung von noch mehr Performance angeht? Geht nichts über „Viel hilft viel“? Reichen drei Stunden Akkulaufzeit aus, weil ohnehin immer eine Steckdose in Reichweite ist?
Sagen Sie mir die Meinung. Entweder per E-Mail an uli.ries@notebookjournal.de oder
hier im Forum. Ich jedenfalls kann jetzt nicht mehr weiter schreiben – Sie wissen schon, kein Saft mehr im Akku. Der Core Duo muss schuld sein.
Mit freundlichen Grüßen aus der Gigahertz-Schlacht
Ihr
Uli Ries