"Ich bin allerdings etwas enttäuscht darüber, dass mein altes Notebook nicht wie versprochen ordnungsgemäß verschrottet wurde."
"Wie kommen Sie denn darauf..?"
„.. vielmehr musste ich feststellen, dass Ihr Verwertungspartner mein Notebook ausgeweidet und die Einzelteile gewinnbringend weiterverkauft hat!“
"Das bilden Sie sich bloß ein!"
"...Ein Kollege ersteigerte für sein altes Notebook eine Festplatte bei ebay. Zufällig war es meine. Über ein Datenrettungstool konnte er sogar alle meine Dateien wiederherstellen.
Die Nacktfotos von meiner Frau sind in meiner Firma nun ebenso ein Gesprächsthema wie meine kürzlich beantragte Privatinsolvenz."
"Das ist undenkbar! Unser Verwertungspartner ist ein hoch seriöses Unternehmen!"
„Mag sein.
Seriös war aber nicht der 1-Euro-Jobber, der für das Verschrotten angestellt wurde."
„... Aber Ihre Daten habe ich höchstpersönlich und absolut sicher gelöscht!“
„Welches Programm haben Sie genommen?“
„Ähm... FDISK...
Aber ich habe doch von unserem Partner den Verwertungsnachweis bekommen! Schließlich war der ja Voraussetzung für die staatliche Förderung!“
"Verschrottet wurde lediglich mein Modemkabel.
Der Rest wurde verhökert. Vom Prozessor über den Akku bis hin zum Displaydeckel."
„Wiederverwendung ist noch umweltschonender als
Wiederverwertung...“
"Aber nicht auf Kosten meiner Privatsphäre!
Sie hören von meinem Anwalt!"
---
Damit war das Gespräch beendet.
Immerhin habe ich aus der Sache gelernt:
Meine Kunden sollen Ihre alten Notebooks künftig
einfach behalten. Die erforderlichen Verwertungsbelege erstelle ich mir selbst mit Photoshop.
Ich kann ja schließlich nicht zulassen, dass unzuverlässige Geschäftspartner die
wirtschaftliche Erholung unseres Landes gefährden.