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MAGAZIN Notebook-Akkus
Akkulaufzeiten leicht gemacht
von Daryush Ghassemi am Fr, 08.02.2008 11:51 Uhr


Optimistische Akkulaufzeiten
Ein immer wieder auftretender Grund für Disharmonien zwischen Kunde und Händler ist die Tatsache, dass die von den Herstellern angegebenen Akkulaufzeiten oftmals ein wenig zu optimistisch sind bzw. unter augenscheinlich wirklichkeitsfremden Bedingungen gemessen wurden.
Für eine halbwegs realistische Angabe darf man also gerne mal das eine oder andere Stündchen von den genannten Werten abziehen.

Zudem ermüden Akkus mitunter recht schnell, und verlieren nicht selten nach kurzer Zeit oftmals ein gutes Stück ihrer maximalen Kapazität.

Abgerundet wird die ganze Problematik noch durch eine (gegenüber den restlichen Notebook-Komponenten) verringerte Garantiedauer auf die Laptop-Batterie.

Wer also weiß, dass er sich und seinem Notebook keine unfreiwillige Arbeitspause gönnen darf, der kauft sich entweder einen Rucksack voller Ersatzakkus, ein möglichst unendliches Verlängerungskabel, oder aber er weicht nicht von der nächsten Steckdose.

Unerhört kurze Laufzeit? Hilfe ist nah!
Eine Problematik, die leider auch mir durch eigene Erfahrungen bekannt ist.

Aber im Gegensatz zu meinen wehrlosen Kunden weiß ich natürlich, wie man sich in einer solchen Situation zu verhalten hat.

Als mein Akku schlappmachte, rief ich einfach bei dem Support des Notebook-Herstellers an:

"Wünsche Ihnen einen guten Tag, Kunde soundso, Notebook soundso, Seriennummer soundso; leider weist mein Notebook-Akku nach kurzer Zeit nur noch eine Kapazität von 98% auf, was natürlich untragbar ist.

Bitte senden Sie mir als kleine Entschädigung für die mir entstandenen Unannehmlichkeiten kostenfrei einen Hochleistungsakku zu, den Sie Dank Ihres hervorragenden Supports ja noch im Programm haben."


Leider jedoch konnte der nette, aber beschränkte Supportmitarbeiter meinen Ausführungen nicht ganz folgen:

"Es tut mir leid, mein Herr, aber die Garantie auf Ihren Akku ist leider abgelaufen."

Gutes Personal ist eben doch schwer zu bekommen. Ich gab unmissverständlich zu erkennen, dass die Masche mit der verringerten Garantiedauer der Akkus bei mir nicht zieht.
Leider blieb mein Gesprächspartner uneinsichtig:

"Ihr Notebook ist fast drei Jahre alt. Da haben Sie keine Garantie mehr auf gar nix. Die meisten Leute sind froh, wenn sich so ein altes Notebook überhaupt noch einschalten lässt. Was erwarten Sie eigentlich?"

Ich merkte schon, ohne sanften Druck würde sich mein Gegenüber nicht bewegen:

"Hatte ich übrigens schon erwähnt, dass ich im IT-Handel arbeite? Ich weiß nicht, ob ich bei so einem Service Ihre Produkte noch weiterempfehlen kann."

Allmählich wurde der Ton rauer:

"Tatsächlich? Dann weiß ich aber auch nicht, was Ihre Vorgesetzten darüber denken, wenn Sie unsere Firma aus persönlichen Gründen zu erpressen versuchen."

Ich versuchte, die Lage zu entspannen:

"Wissen Sie, ich reise oft, und da bin ich wie jeder Mensch auf ein wenig Unterhaltung angewiesen. Früher konnte ich mir problemlos einen Spielfilm von Anfang bis Ende angucken. Mittlerweile ist oft kurz vor Ende des Films der Akku erschöpft; gerade dann, wenn es am spannendsten wird.
Das ist doch nicht akzeptabel."


Dem Supportmenschen waren meine Probleme aber augenscheinlich egal:

"Dann gucken Sie eben einfach die 'Lindenstraße'.
Dafür müsste der Akku ja noch reichen. Oder lesen Sie doch mal ein Buch. Lesen bildet. Gilt vielleicht auch für Sie."


Ich gab nicht auf, und versuchte, das Gespräch wieder auf die Sachebene zu lenken:

"Ich verstehe Sie ja. Aber versuchen Sie doch auch einmal, mich zu verstehen. Wenn man mit seinem Notebook arbeitet, und auf einmal geht das Ding aus, weil der Akku leer ist, dann ist das doch ziemlich ärgerlich. Das würde doch auch Sie stören, wette ich."

Der Supportheini zeigte endlich Einsicht:

"Hmm... das verstehe ich natürlich. Wissen Sie was, vielleicht kann ich Ihnen doch dabei helfen, diese Situation künftig zu vermeiden."

Ich sagte nicht nein. Auch der Weise Mann nimmt von dem Niedergestellten gerne einen Rat an.

"Lassen Sie Ihr Notebook doch einfach ausgeschaltet."


Bild: Notebookjournal/SJ
Hilft draußen auch
nicht weiter - Das
Netzeil
Tja, was soll ich sagen? Der Tipp klappte tatsächlich. Man muss nur hartnäckig genug bleiben, dann kommt man schon zu seinem Recht.

Und wenn ich Ihnen noch etwas verraten darf, liebe Leser:
Mit demselben Lösungsansatz sind mir plötzlich auch die steigenden Benzinpreise ziemlich egal.




 


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Kommentare zum Artikel ( 3 Antworten )
Zur Diskussion im Forum

AW: Akkulaufzeiten leicht gemacht
von Stevorin am Mo, 11.02.2008 10:51 Uhr

Du gehst zum lachen auch in den Keller? ;)
Titel einfügen
von Elegost am So, 10.02.2008 08:43 Uhr

nur so nebenbei... was hat der Beitrag den Lesern gebracht?
Eine längere Akkulaufzeit wohl eher nicht. Naja wenigstens mit
Witz geschrieben.
AW: Akkulaufzeiten leicht gemacht
von Stevorin am Sa, 09.02.2008 14:14 Uhr

Wieder sehr witzig geschrieben, freu mich schon auf den
nächsten Beitrag. Vielen Dank für die ganz neuen Sichtweisen.
Gruß Stevorin


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