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MAGAZIN Paketdienste
Ausgeliefert
von Daryush Ghassemi am Mi, 09.07.2008 11:47 Uhr


Sehr viele Notebooks werden ja heute von Online-Shops verkauft.

Mit großen Vorteilen für beide Seiten: Der Kunde hat eine größere Auswahl und günstige Preise; der Händler wiederum kann auf einen größeren Kundenkreis zugreifen.

Eines der größten Probleme für alle Beteiligten ist aber die räumliche Entfernung. Wie Liebende in einer Fernbeziehung brauchen Sie jemanden, der für Sie die räumliche Distanz überwindet, und die Liebesbotschaften, äh, Pakete von A nach B schafft.

Eine anspruchsvolle Aufgabe, die aber von den Paketdiensten jederzeit meisterlich bewältigt wird. Ja mehr noch: Da man sich mit der reinen Paketzustellung immer schwieriger profilieren kann, versucht man in der Logistikbranche schon seit geraumer Zeit, den Kunden mit vielfältigen Zusatzdiensten fest an sich zu binden.

Da wäre zum Beispiel das „Osterhasen-Spiel“: Der Paketdienst stellt die Sendung einer x-beliebigen Person zu, ohne ein Benachrichtigungskärtchen zu hinterlassen. Die Freude beim Suchen der Sendung, während man alle in Frage kommenden Personen aus seiner Nachbarschaft abklappert, weckt regelmäßig schöne Erinnerungen an die eigene Kindheit.

Oder aber man ermöglicht es dem Kunden, durch widersprüchliche Aussagen seine detektivischen Talente auszuleben. Ich z.B. hatte neulich ein Geburtstagsgeschenk für einen Freund bestellt. Beim Geburtstag aber stand ich mit leeren Händen da. Denn das Paket lag laut Benachrichtigungskarte beim Nachbarn, laut Sendungsverfolgung bei mir, und tatsächlich bei keinem von uns beiden. Sondern, wie sich Wochen später herausstellte, bei einer nirgendwo vermerkten dritten Person. Immerhin konnte ich meinen Freund davon überzeugen, dass meine Anwesenheit doch das größte Geschenk ist.

So mancher Paketzusteller betätigt sich gar als Samariter, und tauscht in einem Anfall von Mitgefühl das fehleranfällige und zerbrechliche Notebook gegen einen stabilen und verlässlichen Backstein aus. Dieser Mehrwertdienst leidet allerdings bislang noch unter einer mangelnden Akzeptanz.

Gern gesehen ist auch die Variante der „progressiven Selbstabholung“: Statt die Sendung in irgendeiner für den Kunden schwer erreichbaren Filiale zu lagern, stellt man das Paket einfach jederzeit zugänglich an der nächsten Straßenecke oder auf dem örtlichen Spielplatz ab. Klarer Vorteil für den Kunden: Er ist nicht an unflexible Öffnungszeiten gebunden, und muss sich auch nicht mit unnötig komplizierten Mitteln als rechtmäßiger Empfänger ausweisen.

Und als ob diese Verdienste noch nicht genug wären, wird durch das Schaffen der Paketdienste letzten Endes sogar der Tourismus gefördert: Denn von Hamburg bis München reisen immer mehr Kunden in die Mitte Deutschlands, um Ihre Pakete in unserem Zentrallager selbst abzuholen.

Bei zu viel Exzellenz wird man eben schnell Opfer des eigenen Erfolgs.




 


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Kommentare zum Artikel ( 3 Antworten )
Zur Diskussion im Forum

AW: Ausgeliefert
von hanseatin am So, 14.12.2008 23:47 Uhr

ich sage dazu boykottiert Dhl ist auch in punkto pflegliche
Behandlung von Paketen nicht der Hit !! Habe jetzt beschlossen
das ich alles was bestellt wird nur noch mit UPS bringen
lasse!! fand den Service besser. Tip: Versender der Ware bitten
,ob Möglichkeit besteht die Ware mit dem Spediteur des
vertrauens ( Ups,Dpd oder oder was es sonst noch gibt
)versenden zu lassen...
AW: Ausgeliefert
von Chinamann1 am Mo, 25.08.2008 21:24 Uhr

Diese Unsitte Pakete bei Nachbarn abzugeben ohne eine Karte mit
einem Hinweis auf die Person zu hinterlassen, ist bei mir in
der Gegend zumindest von der DHL eine Gepflogenheit auf die ich
meinen Postboten mal ansprechen werde! :mad:
jaja, die post ist da :D
von inVi am Do, 10.07.2008 15:23 Uhr

zum glück wohn ich nicht in der stadt, bei mir gehts noch, aber
neulich hatte ich auch wieder was... ich hab mir ein 5.1 set
bestellt, waren 3 sehr große packete, und 1. normalerweise
sollte der paketdienst anrufen und nen termin ausmachen, hat er
aber nicht. 2. kam er schon um 8uhr morgends, stand
jedenfalls auf dem wisch im briefkasten (normalerweise...


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