Vor knapp einem Jahr sah man Hersteller noch mit passenden „Go“ Marken (integriertes UMTS). Nun scheint hier kein direkter Fokus mehr darauf zu liegen. Dabei boomen die Angebote im Fachhandel. Ist der Stick die bessere Alternative ? Sehen die Hersteller den UMTS-Markt als gesättigt an ?
Es dauert erfahrungsgemäß ein halbes Jahr, bis die Netbook-Hersteller die ersten UMTS-Systeme einer neuen CPU-Generation anbieten. Intels Pine-Trail ist nun knapp 3 Monate alt und ich kann euch versprechen, dass wir im 2. Quartal auch wieder ordentlich Netbooks mit UMTS-Modulen sehen werden. Der Aufpreis liegt dabei wieder zwischen 50 und 100 Euro.
Lange Akkulaufzeit, schnell aus der Tasche gezogen, gutes Display und dauerhaft mobil. Wo endet für dich ein Mini-Notebook ein Netbook zu sein ? Sollten wir 11,6- oder 12-Zoll Geräte mit Intel Atom Technik bereits als Subnotebook ansehen ?
Ich ziehe hier ganz klar bei 10.2-inch die Grenze, auch wenn mein Co-Blogger Roland das manchmal anders sieht. 11.6- und 12.1-inch, das sind Größen die wir bereits seit Jahren auf dem Markt haben und auch wenn diese Systeme nun mit Netbook-Hardware ausgeliefert werden, sind es für mich keine Netbooks. Das liegt zum einen an der besseren Mobilität der 10-incher, zum anderen auch an der längeren Akkulaufzeit. Ein Netbook liegt für mich zwischen 7- und 10.2-inch. Alles andere verwirrt nur den User.
Du bist mit deinem Blog in mehreren Sprachen unterwegs. Was unterscheidet den EU-User vom Asiaten oder Amerikaner? Wie stark sind wir Deutschen von der Steuerung der Hersteller abhängig ?
Deutsche User sind weitaus kritischer! Wie bereits beim Fußball, denn dort haben wir ja bekanntlich auch 82 Millionen Bundestrainer, kennt sich jeder Verbraucher irgendwie ein wenig aus und teilt dies dann auch gerne Öffentlich mit, was ich anhand der deutschen Kommentare täglich erfahre.
Derartige Meinungen erhalte ich auf dem US-Blog sehr selten, dennoch hat es auch was positives an sich, denn die deutschen User informieren sich ausführlicher und sind extrem unabhängig, wenn es um die Beeinflussung durch Hersteller-Kampagnen geht. Schlechte Publicity, Unzufriedenheit mit der Hardware oder dem Service sprechen sich sehr schnell rum, ein Hinweis darauf, wie stark Mund-zu-Mund-Propaganda in Deutschland funktioniert. Deutsche User wollen hervorragende Qualität zu einem angemessenen Preis und sind hier durchaus Markenbewusst.
Ich glaube, dass die "Geiz ist geil"-Mentalität ihren Zenit überschritten hat und während in Nord-Amerika immer noch das Motto gilt "Viel Produkt, für ganz wenig Geld", sehe ich in Deutschland wieder einen Trend zu Qualität und vor allen Dingen einem ausgewogenen Preis/Leistungsverhältnis.
Netbooks mit Android OS – für dich eine gute Alternative, die auch deutsche Kunden irgendwann dem klassischen Windows / Linux vorziehen würden ?
Netbooks mit Android OS haben und werden keine Rolle spielen, zumindest beim Durchschnittsuser. Das erste Android Netbook von Acer verkauft sich kaum und Google wird im 2. Halbjahr alles dran setzen, Chrome OS auf die Netbooks zu bekommen. Android hat auf x86 Netbooks keine Zukunft und auch nie gehabt.
Convertible-Tablet Netbooks sind in Deutschland eher weniger verbreitet. Das Apple iPad erfreut sich jedoch schon vorab an großer Beliebtheit. Wieso wollen Nutzer eher zum Glossy-Apple-Display mit stark abgespeckten Funktionen greifen, statt zu einem praktischem Convertible. Wobei sich der Preis der Beiden nicht wirklich groß unterscheidet. Ist die Apple-Manie in Deutschland so groß ?
Zwischen Medien-Präsenz und Verkaufszahlen steht der Verbraucher und der steht dem Apple iPad eher skeptisch gegenüber. Natürlich werden die Apple-Fanboys ordentlich vorbestellen, aber die Ernüchterung für den durchschnittlichen User wird sich schnell einstellen. Ein Glossy-LED-Display ist als eBook-Reader einfach nicht geeignet und ohne Tastatur ist man einzig und alleine auf den Konsum von Inhalten beschränkt.
Niemand wird eine längere Email auf einer virtuellen Tastatur ohne haptisches Feedback schreiben und ich freue mich schon auf die ersten User, die mal eben im McDonalds ihre Mails checken oder auf Facebook surfen wollen. Das iPad kann man nicht hinstellen und auch dies ist ein Problem. "Netvertibles" erleben 2010 einen Aufschwung und ab er 2. Jahreshälfte werden auch in Deutschland mehr als ein halbes Dutzend Systeme verfügbar sein. Das iPad ist hier absolut keine Konkurrenz, denn es bedient einen anderen Markt.
Link: Netbooknews.de Blog (deutsch)
Link: Netbooknews.com Blog (englisch)

Bild: Pallenberg
Sascha Pallenberg: "Ein Netbook liegt für mich zwischen 7- und 10.2-inch"