Zur Startseite
HomeNews > AMDs Jaguar-Architektur
NEWS AMDs Jaguar-Architektur
AMD spricht über energieeffiziente CPU-Architektur 'Jaguar'
von Johannes Schaller am Sa, 23.02.2013 23:59 Uhr


In der Nacht vom 20. auf den 21. Februar hat Sony seine kommende Spiele-Plattform Playstation 4 vorgestellt. Die Konsole selbst war zwar noch nicht zu sehen, jedoch wurden Details zur verbauten Hardware benannt, womit nun klar ist, dass die wichtigsten Komponenten vom amerikanischen Chip-Hersteller AMD stammen. Bei der GPU (Graphics Processing Unit) handelt es sich um einen modernen Radeon-Chip und der Prozessor basiert auf einer neuen, besonders stromsparenden x86-CPU-Architektur von AMD, die aktuell unter dem Codenamen "Jaguar" bekannt ist.

Vor wenigen Tagen, auf der International Solid State Circuits Conference (ISSCC) 2013, gab die Chip-Schmiede neue Details zur kommenden Low-Power-Plattform bekannt. Das Jaguar-Design ist der Nachfolger der APU-Architektur "Bobcat" und wird als erster AMD-Prozessor in 28-Nanometer-Fertigung hergestellt. Um die Leistungsklasse dieser Prozessoren einordnen zu können, sei gesagt, dass Bobcat-APUs als Konkurrenten zu Intels-Atom-Chips entwickelt wurden und überwiegend in Netbooks zum Einsatz kommen.


Ein CPU-Kern der Jaguar-Architektur soll laut AMD eine Strukturbreite von 3,1 Millimeter aufweisen, was für x86-Chips sehr gering ist. Für den klassischen Notebook- und Tablet-Markt wird AMD Jaguar-APU-Lösungen anbieten, bei denen neben der Radeon-GPU maximal 4 Rechenkerne mit eigenem L1- sowie 2 Megabyte gemeinsam genutzten L2-Cache in einem Chip-Paket stecken. Da die Jaguar-Kerne auf hohe energieeffizienz getrimmt sind und sich flexibel in unterschiedlichen APU- und SoC-Lösungen einbinden lassen, sind ganz vielfältige Einsatzmöglichkeiten denkbar. AMD überlässt es ausgewählten Partner-Unternehmen, bestimmte SoC-Lösungen zu kreieren. An dieser Stelle kommen denn auch die Konsolen-Hersteller ins Spiel.

Laut offiziellen Angaben ist das Rechenwerk in Sonys PS4 das erste individuell angepasste AMD-Soc-Design eines Drittherstellers, das bislang offiziell angekündigt wurde. Die Japaner verbauen in der Konsole ein Chip-Paket, in dem 8 vollwertige Jaguar-Kerne plus Radeon-Grafikeinheit stecken. Abgesehen von Sony, bringt die Gerüchteküche zudem auch Microsoft und deren kommende Xbox mit AMD in Verbindung.

Durch ihren flexibel wählbaren Aufbau können Jaguar-Chips aber in Geräten mit ganz unterschiedlichen thermischen Voraussetzungen und Energie-Budgets verwendet werden. So soll die Leistungsaufnahme von entsprechenden SoCs je nach Kern-Anzahl von unter 5 Watt bis zu 25 Watt reichen.

Eine Quad-Core-APU auf Basis der Jaguar-Architekur, die in Tablets oder Notebooks verbaut werden könnte, soll auf einer Fläche von nur 26,2 Quadratmillimeter Platz finden, was nochmals zum Ausdruck bringt, dass AMD besonders großen Wert auf die Kompaktheit und geringe Abmessungen der neuen Chips legte.


Im Vergleich zu Bobcat-APUs sollen Jaguar-Chips rund 15 Prozent mehr Rechenleistung pro Takt bieten. Damit ist klar, dass AMD direkt an der Architektur nur wenig verändert hat. Jaguar bietet jedoch einen erhöhten Datendurchsatz und soll deutlich höhere Frequenzen verkraften. Welche Taktfrequenzen die Achtkern-SoC-Lösung der PS4 erreichen kann, ist bislang unbekannt.

Feststeht dagegen, Sony hat sich für eine möglichst kostengünstige und stromsparende Chipvariante entschieden, um die Gesamtkosten der Konsole relativ gering zu halten und innerhalb eines ganz bestimmter Energiebudgets bleiben zu können. Da die zu erwartende reine Rechenleistung der Jaguar-Kerne weit hinter der eines aktuellen Intel-Core-Prozessors liegen wird, setzen die Playstation-Ingenieure vielmehr auf Dinge wie spezifische und tiefgehende Optimierung der Plattform und geschickte Verteilung der Arbeitslast auf 8 CPU-Kerne sowie die Radeon-Grafikeinheit (dank GPU-Compute-Funktionen).

Für AMD sieht im Augenblick alles danach aus, als könnte das Unternehmen den Weg aus der Krise schaffen. Mit dem Ausblick auf die Flexibilität von Jaguar demonstriert der Chip-Hersteller ein gutes Gespür für Markttrends und verabschiedet sich endgültig davon, direkt gegen den alten Kontrahenten Intel antreten zu müssen. Der Fokus des Unternehmens liegt laut eigener Aussagen auf der Entwicklung von SoC- und APU-Lösungen für die unterschiedlichsten Einsatzfelder, allen voran in mobilen Endgeräten.


Quelle:
 amd.com



 


Kommentare zum Artikel ( 0 Antworten )
Zur Diskussion im Forum


NEWS
Montag, 30.12.2013
Freitag, 27.12.2013
Montag, 23.12.2013
Freitag, 20.12.2013
Donnerstag, 19.12.2013
Mittwoch, 18.12.2013
Dienstag, 17.12.2013
Montag, 16.12.2013
Freitag, 13.12.2013
Donnerstag, 12.12.2013
Seite 1 von 194: 
1
...