Apple hat gestern Abend die Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2012 veröffentlicht und damit Rekorde beim Gesamtumsatz sowie dem Absatz von iPhones und iPads vermeldet. 54,5 Milliarden US-Dollar Umsatz und einen Gewinn in Höhe von 13,1 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete das kalifornische Unternehmen in den 13 Wochen von Anfang Oktober bis Ende Dezember 2012. Das bedeutet etwa 1 Milliarde Euro Gewinn pro Woche; und dennoch ist die Börse nicht zufrieden. Der Aktienkurs von Apple sank nach Bekanntwerden des Quartalsergebnisses um 10 Prozent, der Marktwert damit um gewaltige rund 50 Milliarden US-Dollar. Laut eines
Spiegel-Online-Artikels treibt Anleger die Angst um, Apple könnte seine Wachstumsgrenzen erreicht haben.
Mit Blick auf das Vorjahresergebnis fällt tatsächlich auf, Apple konnte zwar beim Gesamtumsatz von 46,4 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal 2011 auf die genannten 54,5 Milliarden US-Dollar zulegen, doch der Gewinn blieb praktisch vollkommen identisch. Grund dafür sollen gestiegene Ausgaben in den Bereichen Entwicklung und Forschung sowie Marketing gewesen sein. Außerdem hatte das Quartal nur 13 anstatt der 14 Wochen des Vorjahres. Eine so negative Reaktion der Börse rechtfertigt das allerdings nicht.
Viel mehr fällt dabei ins Gewicht, welche Stimmung seit Monaten unterschwellig brodelt: In der Technologiebranche erwarten viele Analysten und Experten insgeheim den langsamen, aber steten Absturz des Vorzeigeunternehmens der letzten Jahre. Von mangelnder Innovationskraft wird da gemunkelt und der - insbesondere nach dem Tod von Steve Job - fehlenden Fähigkeit Apples, ein neues, ganz revolutionäres Produkt zu präsentieren. Vor wenigen Wochen waren Gerüchte kursiert, wonach Apple
Bestellungen für das iPhone bei seinen Auftragsfertigern storniert habe, was natürlich unerwartete Absatzprobleme des bekannten Smartphones suggerierte. Da Apples Gewinne immens abhängig sind von den iPhone-Verkäufen, führte schon allein diese Meldung zu einem nicht unerheblichen Wertverlust der Apple-Aktie.
Wie sich jetzt herausstellte, waren die Spekulationen allerdings völlig unbegründet. Apple verkaufte im vierten Quartal 2012 mehr iPhones als jemals zuvor, nämlich 47,8 Millionen Stück. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 37 Millionen gewesen. Darüber hinaus konnte das Unternehmen aus Cupertino erstmals 22,9 Millionen iPads (15,4 Millionen im 4. Quartal 2011) in einem Vierteljahr absetzen.
Link: Test des iPhone 5
Link: Test des iPad mini
Bei den Macs muss Apple dafür, analog zur Gesamtentwicklung des PC-Marktes, einen Dämpfer einstecken. Anders als noch in vorangehenden Quartalen, konnten sich die Mac-Absätze nicht mehr gegen den allgemeinen Abwärtstrend der Branche behaupten und sanken im Jahresvergleich von 5,2 Millionen auf 4,1 Millionen Einheiten, was einem Rückgang von 21,2 Prozent entspricht.
Laut Macworld machte Apples CEO Tim Cook im Dialog mit Journalisten die Schwierigkeiten bei der Auslieferung des neuen iMac-Modells im vierten Quartal 2012 hauptverantwortlich für diesen Absatzeinbruch. Die Verkäufe von Apple-Notebooks sollen dagegen auf einem konstanten Level geblieben sein. - Cook musste allerdings zugeben, dass sich der iPad- beziehungsweise Tablet-Boom mittlerweile nicht nur auf den Absatz von Windows-PCs, sondern auch auf Mac-Verkäufe negativ auswirke. Stichwort: "
Post-PC Ära".