Der Erfolg von ARM hält an. ARM-Prozessoren decken fast den gesamten Smartphone- und Tablet-Markt ab. Grund hierfür sind die besonders energieeffizienten Architekturen, die Intel- oder AMD-Architekturen in den Schatten stellen: So hat beispielsweise ein ARM-Tablet – im Gegensatz zu einem Intel-Atom-Netbook – auch mit Vier-Kerner (z.B. Nvidia Tegra 3) keinen Lüfter nötig.
Im Gegensatz zu Intel oder AMD stellt ARM jedoch keine Prozessoren her. ARM entwickelt nur die Architekturen und verkauft dann die Lizenzen. Beispielsweise gehört Nvidia zu den ARM-Kunden. Denn die CPUs in den Tegra-SoCs sind nichts anderes als ARM-Architekturen.
Im Ende Januar veröffentlichten Finanzbericht von ARM schlägt sich dieser Erfolg in Zahlen nieder. Sowohl der Vergleich des 4. Quartals 2011 gegenüber dem des Vorjahres, als auch der des ganzen Jahres 2012 gegenüber 2011 zeigt einen deutlichen Wachstum. Als treibende Kräfte hinter dem Wachstum im 4. Quartal 2011 zählt der Bericht drei Gründe auf: Einmal eine Zunahme der verkauften Lizenzen. Immer mehr Firmen kaufen ARM-Lizenzen. So wurden im vierten Quartal 2011 über 25 Prozessor-Lizenzen verkauft. Darunter die ersten Lizenzen der neuen ARMv8-A Architektur, die Nachfolgearchitektur der aktuellen ARMv7-A Cortex-Architektur (auf die nicht nur der z.B. im Nvidia Tegra 3 verwendete Cortex A 9 basiert, sondern auch der noch leistungsfähigere und noch nicht in den Markt eingeführte
Cortex A 15).
Motiviert wird die Zunahme von verkauften Lizenzen natürlich durch den Verkauf von ARM-basierenden Technologien, der rückkoppelnd den Verkauf von neuen Lizenzen ankurbelt. ARMs Finanzbericht spricht von 1,2 Milliarden Chips in Smartphones und Tablets allein im 4. Quartal 2011, ein Zuwachs von 10 % gegenüber dem Vorjahr.
Als letzten Grund nennt der Finanzbericht einen Zuwachs durch neue Technologie-Bereiche, darunter der Grafik-Chip-Bereich. So wurden im 4. Quartal 5 Mali Graphics-Lizenzen verkauft, u.a. für Tablets und Smartphones.
Die starke Zunahme der Lizenzierungen im 4 Quartal 2011 wurde maßgeblich von alten ARM-Kunden angetrieben, die ihre Bindung an ARM-Technologien ausweiteten. Aber auch durch neue ARM-Kunden, die zum ersten Mal ARM-Technologien verwendeten.
Warren East, Chief Executive Officer von ARM, spricht davon, dass die Einnahmen aus den Lizenzen stärker wuchsen als die Gewinne anderer Firmen im entsprechenden Markt.
Die Zukunft von ARM sieht East daher positiv. Er spricht von neuen Chancen und Herausforderungen, die das Jahr 2012 mit sich bringen wird und von
neuen Märkten, die ARM sich erschließen wird.