Die chinesische Publikation Chiphell ist an Informationen zu Nvidias nächstem Tegra-Chipsatz für Tablets und Smartphones gelangt, wie unter anderem das Blog Mobilegeeks berichtet. Laut den veröffentlichten Details setzt der Chip-Hersteller beim Tegra 4, der unter dem Codenamen „Wayne“ entwickelt wird, erneut auf die bereits vom Vorgänger (Tegra 3) bekannte "4-PLUS-1-Architektur". Das bedeutet, das kommende Nvidia-SoC besitzt vier vollwertige CPU-Kerne, denen ein fünfter, besonders energiesparender Zusatz-Kern zur Seite steht, der weniger anspruchsvolle Aufgaben übernimmt. Dank des patentierten Designs lässt sich die Akkulaufzeit unter alltäglichen Nutzungsbedingungen verlängern.
Den durchgesickerten Spezifikationen ist leider nicht zu entnehmen, welche ARM-CPU-Kerne im Tegra-4-Chipsatz stecken. Allerdings kann die Bezeichnung „Quad Core Eagle“ als Hinweis darauf verstanden werden, dass Nvidia auf ARMs leistungsstarkes Cortex-A15-Chipdesign setzt, welches
laut Arstechnica unter dem Codenamen „Eagle“ entwickelt wurde.
Wie nicht anders vom Grafik-Spezialisten Nvidia zu erwarten, scheint Wayne aber gerade auch im GPU (Graphics Processing Unit)-Bereich kräftig zuzulegen. So soll das Tegra-4-SoC im Vergleich zum Vorgänger rund die sechsfache Grafik-Leistung aufbieten können, was durch eine neue Grafikeinheit mit 72 Rechenkernen bewerkstelligt wird.
Trotz gesteigerter Leistungswerte sollte die kommende Tegra-Plattform energieeffizienter und damit akkuschonender Arbeiten als aktuelle Tegra-3-Chips, da sie, genau wie Nvidias Kepler-GPUs, im fortschrittlichen 28-Nanometer-Herstellungsprozess gefertigt wird.
Zu den weiteren relevanten Eigenschaften von „Wayne“ gehören laut dem inoffiziellen Datenblatt Unterstützung für Dual-Channel-RAM (DD3L, LPDDR2, LPDDR3), USB 3.0 sowie hardwarebeschleunigten Sicherheitsfunktionen wie HDCP und Secure Boot. Außerdem soll Tegra 4 Displays mit Auflösungen bis zu 4K (4.096 × 2.304 Pixel) befeuern können und Videos maximal mit 2.560 x 1.440 Pixel (Full 1440p) abspielen.
Interessanter Weise wird auf dem Datenblatt zum neuen SoC mit keinem Wort LTE-Unterstützung erwähnt. Sollten sich die veröffentlichen Infos also als korrekt herausstellen, so würde der kalifornische Hersteller auch beim neuen Chipsatz auf die Integration eines LTE-Moduls verzichten. Um aber darüber Klarheit zu erlangen, müssen wir uns wohl noch bis zu einer offiziellen Ankündigung von Seiten Nvidias gedulden. Diese könnte rechtzeitig zum Mobile World Congress 2013 im Februar erfolgen.