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NEWS LTE-Mobilfunkstandard
Flächendeckende LTE-Versorgung erst 2016 Pflicht
von Johannes Schaller am Do, 09.02.2012 14:38 Uhr


Die LTE-Technik (Long-Term-Evolution), auch als 4G bezeichnet, ist hierzulande noch immer nicht einer gewissen Nische entwachsen. Das liegt vor allem daran, dass nur wenige Smartphones und Tablets mit LTE-Unterstützung in Deutschland erscheinen und zudem noch immer weite Teile der Bundesrepublik nicht über den schnellen Mobilfunkstandard verfügen. Dennoch war nach den Angaben der Webseite 4g.de 2011 ein gutes Jahr für die weitere Verbreitung des LTE-Standads. In den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz konnten die Mobilfunkbetreiber ihren Ausbauverpflichtungen nachkommen.

Der UMTS-Nachfolgestandard kann eine theoretische Datenübertragungsrate von 300 Megabit pro Sekunde liefern und eignet sich damit hervorragend um ländliche Regionen ohne DSL-Breitband-Leitungen mit schnellem Internet zu versorgen.


Genau an diesem Punkt setzt auch die Ausbau-Strategie der Bundesnetzagentur für LTE an, die 2009 entworfen wurde und die Vergabe der LTE-Frequenzen sowie den Ausbau des Netzes regeln soll. In vier Prioritätsstufen wird der Ausbau seither vorangetrieben, wie 4g.de zu berichten weiß. Die höchste Prioritätsstufe 1 gilt für Landstriche mit bis zu 5.000 Einwohnern, Stufe 2 für 5.000 bis 20.000 Einwohner, Stufe 3 für 20.000 bis 50.000 Einwohner und schließlich die Prioritätsstufe 4, die in Gebieten mit über 50.000 Einwohnern erreicht wird.

Mitte 2011 sprach die Mobilfunkbranche noch davon, dass bis 2013 der LTE-Ausbau auf dem Land abgeschlossen sein solle, doch legte die Bundesnetzagentur nun kürzlich den 01.01.2016, also ein deutlich späteres Datum, als Endtermin für die LTE-Versorgungspflicht (Ausbaugrad bis mindestens 80 Prozent) in Deutschland fest, so die Informationen der Webseite 4g.de.

Warum dies der Fall ist, dem ist die Webseite, die sich ausführlich mit dem Thema LTE befasst, nachgegangen. Laut den veröffentlichten Angaben erkennen Vertreter aus der Mobilfunkbranche hinter dem gewählten Termin eine "Verkennung der Dringlichkeit" des Ausbaus. Die LTE-Versorgung auf dem Land gehe zwar voran, doch sende der Termin ein falsches Signal aus. Mindestens ein gutes Jahr früher, also Ende 2014, hätten dagegen viele in der Branche als akzeptabel erachtet, schreibt 4g.de.

Schließlich konnte die Webseite eine ausführliche Stellungnahme der Bundesnetzagentur ergattern, in der von der staatlichen Institution versucht wird den Termin 2016 zu relativieren. In keinem Fall solle der Termin ein längeres Warten der Landbevölkerung auf schnelles Internet bedeuten, so die Aussage der Bundesnetzagentur. Unabhängig vom gewählten Endtermin ginge es bei diesem Projekt schließlich immer um den schnellstmöglichen Ausbau in Ortschaften, die hinsichtlich schnellem Internet unterversorgt sind. Die "gestufte Freigabe des Funkfrequenz-Spektrums" sollte diesem Prinzip von Anfang an Rechnung tragen, heißt es im Bericht der von 4g.de.

Nur die Frequenzen im 1800- und 2600-MHz-Bereich wurden zunächst für die LTE-Nutzung freigegeben, da so kaum zu befürchten sei Netzbetreibern könnten die Frequenzbereiche für lukrative Stadtgebiete nutzen, teilt 4g.de mit. Diese Maßnahme soll natürlich zusätzlich den Ausbau auf dem Land forcieren. Die begehrten 800-MHz-Frequenzen können von den Netzbetreiber erst nach Belieben genutzt werden, wenn die unterversorgten Gebiete ausgebaut sind.

Außerdem wurde der Endtermin auf Grund der Erfahrungen mit der Einführung des UMTS-Standards gewählt, heißt es weiter in der Stellungnahme. Damals hätte zwar auf dem Papier eine flächendeckende Versorgung bestanden, diese sei aber von den Menschen nicht als Ersatz für Breitband-Internet via DSL akzeptiert worden.

Bleibt also jetzt für den Endverbraucher nur das Abwarten und die Hoffnung, dass die Bundesnetzagentur tatsächlich richtig liegt mit ihren Einschätzungen und sich der Ausbau nicht weiter verzögert. Flächendeckende LTE-Versorgung in Deutschland kann im Sinne des technologischen Fortschritts nicht schnell genug Einzug erhalten.


Quelle:
 4g.de



 


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