Der amerikanische Grafikchip-Spezialist Nvidia hat kürzlich seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2012 veröffentlicht und darin einen Rekordumsatz von 1,2 Milliarden US-Dollar verzeichnet. Bei näherer Betrachtung des Quartalsergebnisses fällt auf, dass das Unternehmen mittlerweile rund ein Drittel seines Einkommens durch den Absatz von Chips generiert, die unter die Kategorie „non-PC“ fallen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um die ARM-basierte Tegra-Familie, die nicht in klassischen Computern, sondern in kompakten Mobil-Geräten zum Einsatz kommt.
Nvidia konnte besonders vom anhaltenden Siegeszug Androids in der Mobil-Brache profitieren und feierte mit dem Tegra-3-SoC im Jahr 2012 Erfolge. Der Chip wird beispielsweise in Flaggschiff-Geräten wie dem Smartphone
HTC One X oder dem Google-Tablet
Nexus 7 eingesetzt. Aber auch bei der Ende Oktober erfolgten Markteinführung von Windows 8 beziehungsweise Windows RT hat sich das Unternehmen von Anfang an eine starke Position gesichert. In Microsofts
Surface-RT-Modellen stecken ebenfalls die besagten Quad-Core-Prozessoren der Kalifornier. Nvidias CEO (Chief Operating Officer) Jen-Hsung Huang drückte den Erfolg der Tegra-Plattform so aus: Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal stieg der Unternehmensumsatz im Tablet-Bereich um 100 Prozent.
Link: Test des Google Nexus 7
Huang merkte im Rahmen der Bekanntgabe der Geschäftszahlen außerdem an, Nvidias Umsätze außerhalb des PC-Geschäfts hätten vor drei Jahren noch bei rund 7 Prozent gelegen, während das Unternehmen heute als eine der führenden Kräfte im Markt für Smartphone- und Tablet-SoCs dastehe. Nach Einschätzung des Nvidia-Chefs wird der Markt für günstige Einsteiger-Computer vom Tablet-Segment aufgefressen. Grund dafür sei die Einsicht vieler Konsumenten, ein gutes Tablet biete einfach höheren Mehrwert als ein Billig-PC. Für sein Unternehmen spiele das jedoch praktisch keine Rolle, da sich Nvidia nicht mit diesem Marktsegment identifiziere, sondern viel mehr auf spezialisierte Lösungen in der Mittel- und vor allem Highend-Klasse des PC-Marktes setze.
So konnte der Chip-Hersteller neben dem wachsenden Tablet-Geschäft auch starke Zahlen für seine Grafikkarten-Sparte vorlegen. Die neue GeForce-600-Serie beziehungsweise deren Verwandte für den professionellen Einsatz (Quadro- und Tesla-Reihe) auf Basis der Kepler-Architektur verkaufen sich laut Huang ausgezeichnet und verbreitet sich sowohl im Gaming-Segment, als auch in den Bereichen Supercomputer, Mobil-PCs, Macs und Cloud-basierte Lösungen rasch.