Der Linux-Entwickler Matthew Garrett berichtet auf seinem Blog über einen Bug in der UEFI-Firmware von Samsung-Notebooks, der ein System sogar soweit stören kann, dass es sich unter Windows nicht mehr starten lässt.
Laut heise online befasst sich Garrett seit geraumer Zeit mit Themen rund um den UEFI-Standard, der auf vielen neuen Geräten das klassische BIOS abgelöst hat. In einem Blog-Eintrag erklärt der Entwickler, wie er mit einem speziell von ihm geschriebenen Windows-Programm ein Notebook von Samsung funktionsunfähig machte. Vor kurzem war bereits bekannt geworden, dass sich Samsungs Mobil-PCs mit UEFI-Firmware durch den Start von Linux außer Gefecht setzen lassen, was möglicherweise an einem bestimmten Kernel-Treiber von Samsung liegen könnte. Darüber berichtete
heise online ebenfalls. Betroffen sind unter anderem die Modellreihen 300E5C, NP700Z5C, NP700Z7C und NP900X4C.
Laut den Angaben des Tüftlers Garrett ist jedoch der Linux-Treiber nicht die tatsächliche Ursache, sondern nur ein potentieller Auslöser des Problems. Hervorgerufen wird es vielmehr durch einen Bug in der Firmware der Samsung-Geräte, aufgrund dessen das System streikt, sobald bestimmte UEFI-Variablen durch das Betriebssystem beschrieben werden. - Etwas das Linux unter bestimmten Umständen tut (beispielsweise nach einem Absturtz), jedoch laut Garrett durch die UEFI-Spezifikationen auch explizit erlaubt wird. - Mit seinem selbst geschriebenen Programm konnte der Entwickler nun exakt diesen Fall auch auf Windows-Ebene nachstellen.
Link: Test des Samsung Serie 7 Chronos 700Z7C-S02
Garrett weist außerdem darauf hin, dass er einen ähnlichen Fehler schon vor einem Jahr in Intels Referenz-Code für UEFI-Firmware entdeckt habe, welche aber in der Folge allesamt vom Chiphersteller ausgemerzt wurden.
Um das nicht ungefährliche Problem sicher zu umschiffen, rät der Entwickler dazu, Samsung-Notebooks derzeit nicht im UEFI-Modus einzusetzen, sondern Betriebssysteme auf den Geräten über das sogenannte Compatibility Support Module (CSM) starten zu lassen. Eine entsprechende Einstellung kann im Setup-Menü der UEFI-Firmware vorgenommen werden.