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Software-Patente als Bedrohung für freie Software
von AndreasK am Mo, 20.02.2012 12:53 Uhr


Nicht lange ist es her, dass Apple Android-Funktionen als Ziel von Patentrechtverletzungen anvisierte. Das Thema Patentrechtverletzungen gehört nach wie vor zum heißen Thema im Software-Bereich. Dass auch der nicht-kommerzielle, d.h. freie Software-Bereich, insbesondere die Free/Libre Open Source Bewegung (FLOSS), Teil dieses Diskurses ist, macht ein Manifest deutlich, das gestern veröffentlicht wurde.

Freie Software und Patente? Das hört sich wie ein Widerspruch an. Denn was frei ist, gehört allen, ein Patent dagegen gehört nicht allen.

Gestern veröffentlichte daher Debian die „Debian Position on Software Patents“ in der Version 1.0. Die Zeit scheint also reif zu sein, dass sich auch das Debian-Projekt, einer der großen Säulenheiligen im Free/Libre Open Source (FLOSS)-Gefilde, nun mit Nicht-Freien Diskursen – nämlich Patent-Angelegenheiten – intensiver in Form einer Art Manifest auseinandersetzen muss.

Im Debian-Projekt - mit seinem Ziel ein vollständig freies Betriebssystem anzubieten, das jeder frei benutzen kann - kommt die Idee freier Software in reinster Form zum Tragen. Daher wundert es nicht, dass das Debian-Projekt Software-Patente als Bedrohung für freie Software – ja für die gesamte FLOSS-Bewegung – betrachtet. Denn Patente schränken die Freiheit von Software auf verschiedene Weise ein. Zu spüren bekommen das nicht nur die Entwickler, sondern auch die Nutzer. Auf der einen Seite können Patente die Möglichkeiten, eine Software frei zu verwenden, einschränken, auf der anderen Seite ist fragwürdig, ob Software-Patente Vorteile beim Verbreiten von Software-Innovationen bringen oder ob sie diese nicht vielmehr einschränken.

Dennoch weist das Debian-Projekt darauf hin, dass es wichtig ist, Software-Patentangelegenheiten weder zu unter- noch zu überschätzen. Denn besonders freie Software ist von Patentängsten, -unsicherheiten und -zweifeln betroffen.

Um im Patenten-Chaos den Überblick nicht zu verlieren, arbeitet das Debian-Projekt zusammen mit Anwälten des „Software Freedom Law Centers“
Patent-Richtlinien aus. Eben Moglen, der Gründungsdirektor des „Software Freedom Law Centers“, schätzte diese Zusammenarbeit folgendermaßen ein: „Patentaggressionen sind in der IT-Industrie zur Zeit sehr weit verbreitet […] Gesellschaften haben Milliarden für den Versuch ausgegeben, Patent-Monopole für die Blockierung von Innovationen und Bedrohung von Innovatoren zu benutzen. Mit der Übernahme dieser Patent-Richtlinien bereitet sich Debian darauf vor, seine Entwickler und Benutzer effektiver, kraftvoller und verständiger zu schützen“.

Einer der wichtigsten Punkte der Debian-Patent-Richtlinien betrifft den "Debian Social Contract", einem Vertrag, der eine Art Basis des Debian-Projektes darstellt und zum wichtigen Manifest der FLOSS-Bewegung wurde, da hier nach FLOSS-Kriterien festgelegt wird, wie Debian Software herstellt, verteilt und betreut. Debian wird auch in Zukunft keine Patent-Lizenzen akzeptieren, die gegen den „Debian Social Contract“ verstoßen.


Quelle:
 Debian Position on Software Patents
 Debian



 


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