Mit der
Vorstellung des iPhone 5 führte Apple im September letzten Jahres den neuen Lightning-Connector für iOS-Geräte ein, der bedeutend kompakter ausfällt als der alte 30-Pin-Anschluss, den der Hersteller seit dem allerersten iPhone-Modell verwendet hatte. Neben der geringeren Größe lag die Vermutung nahe, dass der neue Connector gegenüber dem alten auch wertvolle technische Vorzüge bietet. Panic Software, ein Entwicker für OS-X-Programmen, hat durch eine kürzlich gemachte Entdeckung dem zumindest teilweise eine Absage erteilt, wie The Next Web berichtet.
Panic-Entwickler haben sich den
Lightning-auf-Digital-AV-Adapter von Apple näher angesehen, da sie, nach eigenen Angaben, schlechte Bildqualität und merkwürdige Video-Artefakte bei Benutzung des knapp 50 Euro teuren Zubehör-Artikels feststellen mussten. Über den Adapter können iOS-Geräte mit dem HDMI-Eingang eines Fernsehers verbunden werden, um auf dem Großbildschirm beispielsweise Full-HD-Videos abzuspielen.
Eine saubere Kabelverbindung zwischen iOS-Gerät und HDMI-Port des Fernsehers sollte eigentlich ein scharfes, klares Bild auf dem TV-Display ermöglichen, wie es in dem Blogeintrag von Panic heißt. Da dies durch den Lightning-auf-Digital-AV-Adapters offenbar nicht gegeben ist, zerlegten Panic-Mitarbeiter das Produkt kurzerhand, was interessante Erkenntnisse zum Vorschein brachte: In dem Adapter stecken sowohl ein komplettes ARM-SoC (System on a Chip), welches ein Apple-Logo ziert, als auch 256 Megabyte RAM.
Stellt sich natürlich die Frage, warum in einem vermeintlich simplen Adapter solche Technik stecken muss? Panic Softwares Erklärungsversuch lautet: Das Video-Signal lässt sich nicht direkt über den Lightning-Connector übertagen, da dieser nicht die erforderliche Anzahl an Pins besitzt. Apple musste sich also etwas anderes einfallen lassen, und setzt vermutlich auf AirPlay-Streaming (oder ein vergleichbares Streaming-Verfahren), um Bilder und Töne auf den TV-Bildschirm zu zaubern. Laut Panic könnte das im Detail so funktionieren, dass der Adapter quasi als AirPlay-Empfänger dient, der ein komprimiertes Videosignals vom iOS-Gerät erhält, dieses wieder entkomprimiert und schließlich über die HDMI-Schnittstelle an den Fernseher weiterleitet.
Link: Test des iPhone 5
Link: Test des iPad mini
Zusammenfassend lässt sich festhalten, die von Panic Software aufgeführten Beobachtungen erscheinen plausibel und begründen den Bedarf für einen ARM-Prozessor im Adapter. Zudem wird die These durch die erwähnten Video-Artefakte und allgemeinen Qualitätsprobleme gestützt, welche typische Nebenerscheinungen beim Film-Streaming sind. Diverse Nutzer sollen außerdem über gewisse Verzögerungen bei der Bildübertragung berichten, was ebenfalls als Hinweis auf die umständliche Streaming-Lösung gedeutet werden könnte.
Apple hat sich bislang nicht zu dieser Thematik geäußert und keine technischen Details des Lightning-auf-Digital-AV-Adapters dargelegt. Interessant wäre es aber zu wissen, was der Lightning-Standard tatsächlich leisten kann beziehungsweise was nicht. Vielleicht gibt es schon bald mehr darüber zu erfahren.