Es herrscht Eiseskälte in Deutschland und weiten Teilen Europas. Dabei kommt die Frage auf was diese Minusgrade eigentlich für die heiß geliebte mobile Technik bedeuten. Smartphones sind für viele zum unverzichtbaren Utensil in Alltag und Beruf geworden und natürlich erwarten Nutzer ganz unabhängig von den Außentemperaturen die korrekte Funktion ihres Geräts. Dass es jedoch durch den Temperatursturz zu erheblichen Störungen der Smartphones kommen kann, ist ein offenes Geheimnis.
Das finnische Computermagazin MikroPC hat sich dem Thema angenommen und 18 Mobiltelefone, darunter die beliebtesten Modelle am finnischen Markt, mittels Kältekammer bei verschiedenen Temperaturen getestet. Die britische Zeitschrift Macworld liefert eine ausführliche englische Übersetzung zu den veröffentlichten Ergebnissen dieses Experiments.
Samsungs Highend-Smartphone Galaxy S2 schneidet bei den Tests der Finnen mit am besten ab. Selbst bei -30 Grad Celsius funktionierte das Gerät noch, erst bei -35 Grad war das Ende der Fahnenstange erreicht und das Samsung-Modell versagte den Dienst. Das iPhone 4S von Apple machte da eine bedeutend schlechtere Figur. Bei -5 Grad Celsius zeigte das Smartphone bereits eine erste Auffälligkeit und konnte die SIM-Karte nicht mehr korrekt registrieren. Bei -10 Grad dann versagte der Akku, das iPhone 4S schaltete sich komplett ab und reagierte anschließend nicht mehr.
Bis zu Temperaturen von knapp unter 0 Grad Celsius liefen alle Testgeräte ohne Probleme, die meisten der Probanden kapitulierten vor den frostigen Temperaturen zwischen -15 und -20 Grad. Zwei Mobiltelefone schafften allerdings sogar die Marke von -35 Grad Celsius: Das Nokia C1-01 und das Nokia E65. Diese etwas älteren, sogenannten „Feature Phones“, ließen sich auch hier noch verwenden, allerdings war bei -40 Grad dann auch für die robustesten Teilnehmer des Testfeldes Schluss.
Erwartungsgemäß machten die Tester von MikroPC die Akkus der Mobiltelefone als größte Schwachstelle der Kälte gegenüber aus. Die Hersteller-Spezifikationen, innerhalb deren die Akkus verwendet werden sollen, garantieren die korrekte Funktion nur unter moderaten klimatischen Bedingungen. Außerdem fielen bei etwa -10 Grad Celsius Probleme der LCD-Technik von Displays auf, die AMOLED-Display-Technik hingegen soll von dieser Anfälligkeit nicht betroffen sein, wie in dem Bericht der Tester zu lesen ist. Für ausführlichere Informationen zu dem Kälte-Experiment lohnt sich ein blick auf die englischen Macworld-Seiten.