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Die CPU des neuen Apple iPad
von ak am Do, 08.03.2012 11:55 Uhr


Gestern wurde das neue iPad offiziell vorgestellt und in die Apple-Homepage aufgenommen. Die Spekulationen, welcher Prozessor zum Einsatz kommt, sind nun zu Ende: Auf der Apple-Homepage wird die neue CPU folgendermaßen angekündigt:

Speziell entwickelter, hochleistungsfähiger Dual-Core Apple A5X SOC (System-on-a-Chip) mit niedrigem Stromverbrauch und Quad-Core Grafik

Das hört sich gut an, sagt aber so gut wie nichts aus. Aber für den Durchschnitts-Apple-Kunden, dem es mehr um Design als um innere Werte geht, dürfte es reichen. Für den Technikinteressierten dagegen nicht. Speziell entwickelt? Von wem entwickelt? Na ist doch klar, von Apple natürlich.

Doch hakt man ein wenig nach, so findet man heraus, dass es sich bei der CPU des „hochleistungsfähigen Dual-Core Apple A5X SOC“ um nichts anderes handelt als um den altbekannten Cortex A9 aus dem Hause ARM (übrigens gehört Apple zu den Mitgründern der Advanced RISC Machines Ltd.). Also dieselbe Architektur, die sich schon im Apple A5 befindet und die Nvidia mit dem Tegra 3 erstmals als Vierkerner in den Tablet-Markt brachte. Die Beibehaltung des Zweikern-Designs hat also nichts mit dem derzeit technisch machbaren zu tun, sondern hängt von anderen Faktoren ab, wie Energieeffizienz bzw. Beschränkungen durch das Betriebssystem.

Die vor einiger Zeit kursierenden Gerüchte, dass das neue iPad ARMs neues Flagschiff, den Cortex A 15, in den Markt einführen wird, sind also nun endgültig widerlegt.

Der Cortex A 15, der wesentlich schneller und energieeffizienter als sein Vorgänger, der Cortex A 9, ist, wird also nun doch nicht im Gewand eines iPad als erster die Bühne betreten, sondern eher in Produkten, in denen SoCs von Samsung (als Samsung-Hersteller und nicht als Apple-Hersteller – nämlich des Exynos 5250) bzw. Texas Instruments (OMAP 5) verbaut werden.

Bei der CPU des neuen Apple SoCs Apple A5X handelt es sich also um einen ARM Cortex-A9 MPCore. Diese von ARM auf maximal 4 Kerne und 2 GHz ausgelegte Architektur wird im A5X zum Zweikerner, dessen Taktrate auf der Homepage noch nicht verraten wird.

Hersteller des S5L8945X, so der interne Name des A5X, ist niemand geringerer als Apples Erzfeind Samsung. Daher wird der Chip noch in Samsungs derzeitigem 45nm-Herstellungsprozess gefertigt.

Hiermit werden also jene Gerüchte widerlegt, dass der Prozessor des neuen iPads – aufgrund der rechtlichen Streitereien - nicht mehr von Samsung, sondern von ARM-Spezialist TSMC hergestellt wird. Wenn TSMC den A5X produziert hätte, dann würden die CPUs des neuen iPads nicht nur in denselben Hallen hergestellt werden wie Nvidias Tegra 3 - sondern dann würde der A5X möglicherweise auch von der bei TSMC seit 2010 stattfindenden Umstellung vom 40 nm auf den 28-nm-Prozess profitieren.

macrumors.com berichtet, dass Apple aufgrund von TSMC-Produktionsproblemen bei Samsung blieb. Zudem biete Samsung bessere Preise und größere Herstellungskapazitäten. Auch Samsung verringert noch im Laufe dieses Jahres den Herstellungsprozess - nämlich auf 32 nm. Inwieweit das "neue iPad" bzw. dessen Nachfolger davon noch etwas mitbekommt, bleibt abzuwarten.

Allerdings ist der A5X nicht der A6 – der das Ziel zahlloser iPad 3-CPU-Gerüchte war. Die Zusammenarbeit zwischen Apple und TSMC, die im August 2011 angekündigt wurde, dreht sich um den A6 – der nun doch nicht den Weg in den neuen iPad gefunden hat: Es wurde nur ein A5X. Erstes Resultat der Zusammenarbeit der beiden Giganten war nämlich die Probeproduktion des A6-Chips – und nicht des A5X. Möglicherweise stellt TSMC daher die CPU für den Nachfolger des „neuen iPads“ her. Mit großer Wahrscheinlichkeit dürfte jedoch der Nachfolger des "neuen iPads" mit dem "richtigen" Nachfolger des A5, nämlich dem A6, ausgestattet sein und damit den Nachfolger des ARM Cortex A 9 enthalten, nämlich den Cortex A15. Denn wenn Apple mit dem ARM-Flaggschiff zu lange wartet, wird die iPad-CPU irgendwann von den fast schon marktreifen Cortex A 15-CPUs von Samsung oder TI überflügelt werden.

Die CPU des neuen iPads ist also alles andere als neu, sondern etwas altbekanntes im neuen Gewand. Anders sieht es mit der Grafik aus. Denn die PowerVR SGX543MP4 (auch hier kein Apple-Produkt, sondern eine GPU von PowerVR Technologies, eine Firma, die GPU-Lösungen u.a. für Spielkonsolen, aber auch für Intel entwickelt) des A5X SoCs hat zwei Kerne mehr als die PowerVR SGX543MP2 des A5 – und ist – laut Apple – schneller als die des Tegra-3.


Quelle:
 Apple



 


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