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NEWS Intel Core-Prozessoren der Y-Serie
Intel äußert sich zur Verwirrung um die neuen '7-Watt-Core-Prozessoren'
von Johannes Schaller am Do, 17.01.2013 23:59 Uhr


Intel hat kürzlich auf die Kritik der Fachpresse reagiert und die entstandene Verwirrung um die neuen „7-Watt-Ivy-Bridge-CPUs“ bedauert. Gegenüber dem Branchendienst The Inquirer sagte der Intel-Verantwortliche Adam King, der Unterschied zwischen TDP (Thermal Design Power) und SDP (Scenario Design Power) hätte auf der CES-Pressekonferenz deutlicher hervorgehoben werden können. Zugleich wies King aber darauf hin, dass bereits in der kurz danach veröffentlichten Pressemitteilung die Formulierung klarer gewählt worden sei. Dort heißt es nämlich, die CPUs seien mit "bis zu 7 Watt" spezifiziert.


Bild: Intel
Intels Core-Prozessoren der 3. Generation

Laut den Angaben von King wollte Intel die Vorstellung der CPUs auf der Messe so einfach wie möglich gestalten und verzichtete daher auf die Nennung etlicher technischer Details. Eine Entscheidung, die letztendlich aber die Kontroverse um TDP- und SDP-Werte erst heraufbeschwor, und von King als Fehler eingestanden wird.

Des Weiteren klärte der Chip-Hersteller auch einige Publikationen, darunter Arstechnica, über technische Details der neuen Core-Prozessoren der Y-Serie auf, um klarzustellen, dass es sich bei dem erwähnten SDP-Wert von 7 Watt tatsächlich nicht um einen Marketing-Trick handelt, sondern viel mehr um einen von mehreren möglichen Betriebszuständen, innerhalb derer die CPUs korrekt arbeiten.

Um Intels Ausführungen möglichst verständlich wiedergeben zu können, sei noch einmal kurz erwähnt was die TDP eines Intel- Prozessors ist. Mit der TDP beschreibt Intel die maximale Verlustleistung einer CPU bei einer festgelegten Temperatur-Obergrenze, was PC-Herstellern die Möglichkeit gibt ihre Geräte-Gehäuse und Kühlsysteme entsprechend anzupassen. Im Falle der neueren Core-CPUs mit Turbo-Boost-Funktion kann der spezifizierte TDP-Wert unter Last auch kurzzeitig problemlos überschritten werden. Bleibt die Auslastung der Kerne aber konstant hoch und die Hitzeentwicklung im Notebook steigt, wird der CPU-Takt langsam gedrosselt, bis der Chip wieder innerhalb seiner TDP läuft.

Notebook-Hersteller haben nun laut dem Bericht von Arstechnica die Möglichkeit, über zwei sogenannte „Power Level (PL)“ exakt zu konfigurieren, wie sich die Prozessoren in diesen Situationen verhalten dürfen. Mit dem PL2 wird festgelegt wie viel Leistung eine CPU ziehen darf, wenn nur ein kurzzeitiger Geschwindigkeitsschub benötigt wird, und PL1 definiert mit welcher maximalen Taktfrequenz ein Prozessor unter konstanter Last rechnen kann. Für gewöhnlich ist der PL1-Wert direkt an die maximale TDP des Chips gekoppelt.

Wie Arstechica weiter erfahren hat, testet und verifiziert Intel die U-Serie-CPUs für Ultrabooks intern nun gleich mit drei unterschiedlichen PL1-Werten, nämlich 17 (maximale TDP), 20 und 14 Watt. Die beiden letztgenannten werden nirgendwo offiziell erwähnt, dienen aber den Herstellern dazu, Geräte mit Kühllösungen zu entwickeln, die entweder die maximale TDP überschreiten oder sogar darunter angelegt sind.

Unter relativ geringer Beanspruchung liefert eine solche U-Serie-CPU immer dieselben Leistungswerte unabhängig vom gewählten PL1-Wert des Notebook-Herstellers. Unter konstant hoher Last, also beispielsweise bei PC-Spielen oder Video- und Bildbearbeitung, ändert sich das jedoch und der PL1-Wert entscheidet darüber, welchen Maximaltakt der Prozessor erreichen kann. Das heißt, es besteht die Möglichkeit, dass dieselbe CPU in zwei verschiedenen Notebooks vollkommen unterschiedliche Leistungswerte unter Last erzielt.

Mit den neuen Core-Prozessoren der Y-Serie führt Intel nun genau diese Herangehensweise fort und verfeinert zugleich den 22-Nanometer-Fertigungsprozess weiter, wodurch die maximale TDP nochmals von 17 auf 13 Watt gesenkt werden konnte.

Neben einem PL1-Wert von 13 Watt testet der Chip-Hersteller die Y-Serie-CPUs außerdem mit den Werten 10 und 7 Watt. Im deutlichen Unterschied zu seinen bislang vorgestellten Mobil-Prozessoren, gibt Intel aber den PL1-Wert von 7 Watt bei den neuen Chips plötzlich öffentlich als sogenannte SDP an.

Der Ausdruck SDP soll nur in Verbindung mit den Y-Serie-CPUs verwendet werden, wie Intel gegenüber Arstechnica bestätigt. Für alle anderen CPU-Serien will der Hersteller sich weiterhin auf die Angabe der maximalen TDP beschränken.

Abschließend lässt sich in Anbetracht der nun vorhandenen Informationen festhalten: Intels 7-Watt-CPUs als reinen Marketing-Gag abzutun, wäre nicht korrekt. Die stromsparenden Chips werden in noch flacheren Geräten zum Einsatz kommen und auch für längere Akku-Laufzeiten sorgen. Nur Geschwindigkeitswunder darf niemand erwarten.

Für Endverbraucher wird es allerdings künftig schwerer werden, die Prozessor-Leistung unter Last bei Geräten mit entsprechender Intel-CPU richtig einzuordnen. Ein Core i5-3339Y kann beispielsweise in dem einen Ultrabook-Chassis ganz andere Leistungsgrenzen (PL1-Wert) haben, als in einem anderen.


Quelle:
 theinquirer.net
 arstechnica.com



 


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