Überzeugungstäter sind Menschen mit nahezu missionarischer Obsession. Die Einen gehen zurzeit auf die Straße, im Ländle, wo die Bahn ihre Züge tiefer legen will. Ein Anderer tüftelt lieber im stillen Kämmerchen, nicht weit entfernt, in
Schwäbisch Gmünd. Dort sitzt das mittelständische Unternehmen Nubert. Inhaber
Günther Nubert hat sich mit
erschwinglichen Lautsprechern einen Namen gemacht, die er im Direktvertrieb anbietet. Heute zählt er zu den
renommiertesten Entwicklern der Branche. Das gestehen sogar seine Mitbewerber ein.

Bild: Nubert
Im weißen Kleid passen die Nubert nuPro A-10 in nahezu jedes moderne Umfeld. Sie
können auch von einem iPhone oder MP3-Player angesteuert werden.
Datenblatt Nubert nuPro A-10:
Abmessungen:
B x H x T in Millimetern 165 x 270 x 165
Gewicht: 4,7 kg
System:
aktive Zweiwege-Box
magnetisch geschirmt
Class-D
Ausstattung:
Standby-Schalter
Mono/Stereo-Schalter
USB-Eingang
Aux-Eingang (Cinch)
Eingangswahlschalter
Einstellung für Bässe und Höhen
Einstellung für Lautstärke
USB-Kabel
Adapterkabel 3,5mm Klinke-Stereo / Cinch Stereo
Mono-Cinchkabel
Statt mit Hochglanzkatalogen und doppelseitigen Anzeigen zu protzen, bleibt
Nubert lieber bei seinen Leisten – und
investiert in Forschung. Diesen Eifer ließ er nun Lautsprechern angedeihen, mit denen er den Sound von PC und Laptop tiefer legen will, sprich Klangturbo.

Bild: notebookjournal/ki
Nubert Boxen kommen in soliden Kartons und können bei Nichtgefallen
zurückgegeben werden. Das Zubehör ist in einem eigenen kleineren Karton sicher
verstaut.
Gründe gibt es genug;
schließlich lauscht mittlerweile eine ganze Generation Musik vom und über den PC. Stationäre CD-Player, kiloschwere Verstärker – quasi Abstellgleis. Bei allen
Wohltaten aber, die uns Rechner brachten,
der Klang ist bescheiden. Das ist kein Geheimnis, das ist Physik (Näheres zur Physik des Klanges könnt Ihr
hier nachlesen). Ihr Gehäuse ist ungeeignet und zu klein für leistungsfähige Boxenchassis und entsprechende Verstärker.
Schnell schickten sich daher Hersteller von Computer-Zubehör an, kaufwilligen Usern kleine, poppig bis spacig aussehende, Speaker anzudienen.
Ergebnis: lauter geht´s schon, besser klingt es selten. Die Gründe liegen auf der Hand: Akustik ist eine Wissenschaft für sich. Es genügt nicht, ein oder zwei Töner in ein quietschbuntes Gehäuse zu dengeln und bestenfalls noch mit einer Spule und einem Kondensator zu versehen, damit sich hohe und tiefe Töne nicht zu sehr in die Quere kommen.
Nubert beherrscht das Metier und stellt diesen Modellen seine aktiven Zwei-Wege-Monitore nuPro A-10 entgegen. Immerhin 470 Euro nimmt er für das Paar.
Preislich unterscheiden sich seine Modelle deutlich von Speakern aus dem Computershop um die Ecke. Dafür aber gibt es Lautsprecher, die den Namen verdienen und mit so ziemlich allen Zutaten gesegnet sind, die wir von Boxen an guten Stereo-Anlagen kennen.
Gedacht für den stationären Betrieb neben Laptop oder Monitor fallen die nuPro A-10 mit 27 x 16,5 x 16,5 cm (H x B x T) handlich aus. Sie passen auf einen Schreibtisch oder, besser noch, ein dahinter stehendes Regal. In anthrazit oder weiß erhältlich, machen die Speaker optisch neben jedem Rechner eine gute Figur.

Bild: Nubert
Tres chique – auch in mattem Schwarz machen die kompakten Aktivboxen eine gute
Figur und gesellen sich ideal zu anthrazitfarbenen Laptops oder Monitoren.
Glänzen aber will Nubert in erster Linie klanglich und dafür hat er seine nuPro A-10 mit Technik so vollgepackt, dass sich Mitbewerber die Haare raufen dürften. Darauf deutet schon einmal das
respektable Gewicht von fast fünf Kilo pro Box hin. Klares Indiz für ein solides Gehäuse, das eine Grundvoraussetzung für guten Klang ist. Nebeneffekt: Stößt man mal ungeschickt gegen den Schreibtisch, muss man nicht gleich um die Boxen fürchten, die rutschen so schnell nicht von ihrem Platz.
Anschluss und Inbetriebnahme sind einfach und leicht verständlich. Um Tonsignale zu empfangen, werden die Boxen digital via (beiliegendem) USB-Kabel mit dem Rechner verbunden. Die
nuPro A-10 melden sich am Rechner selbst an, ein Treiber muss nicht installiert werden. Zwischen rechter und linker Box wird noch ein Verbindungskabel angedockt, und es kann losgehen.

Bild: notebookjournal/ki
Das Anschlussfeld auf der Rückseite ist selbsterklärend. Die Boxen können
digital via USB aber auch analog über die Cinch-Eingänge angesteuert werden.
Schade ist, dass sich die Lautsprecher
nicht ohne Kabel via Bluetooth oder Funk mit dem Rechner, respektive untereinander verständigen. Gerade moderne Laptops werden immer schicker und gehen fast schon als Design-Element durch. Strippen trüben das Bild und die Ordnung auf dem Schreibtisch ist dahin; auch wenn die Kabelverbindung faktisch sicherer ist. Immerhin verlangen die nuPro A-10 als Aktivboxen nach je einer Netzzuleitung, um die kommt man schon zwangsläufig nicht herum.
Sind die USB-Buchsen belegt, können die Speaker alternativ auch analog über den Kopfhörer- oder Cinchausgang des PC oder eines MP3-Players angesteuert werden. Wenn immer möglich, solltet Ihr die
USB-Verbindung bevorzugen. Dann setzt der
Digital/Analog-Wandler der nuPro A-10 die eingehenden Daten in Musiksignale um. Der Wandler ist sehr hochwertig und denen in Laptops und Co. überlegen.
Ein ankommendes Tonsignal weckt die Boxen aus dem Standby, nach längerer Stille fallen sie wieder in den
sparsamen Schlafzustand; über einen Schalter auf der Rückseite kann aber auch der Dauerbetrieb aktiviert werden.
Die im Alltag verwendeten
Bedienelemente prangen an der Vorderseite unterhalb des Basstreibers; vier robuste Stellknöpfe, bequem erreichbar. Da in der Praxis rechte und linke Box nicht immer gleich weit vom Sitz/Hörplatz entfernt stehen (können), spendierte Nubert jedem Speaker ein Bedienfeld. Unterschiede, bedingt durch die Aufstellung, lassen sich so kompensieren. Die
Klangsteller für Bässe und Höhen wirken sich je nach Einstellung stark auf den Frequenzgang und damit den Klang aus. Das ist Absicht, denn viele Internet-Sender oder
Musikstücke mit sehr geringer Datenrate klingen lausig. Ein beherzter Dreh am Klangknopf hilft, das Gröbste auszubügeln. Auf die Mitte justiert, bleiben die Klangsteller außen vor. Das gilt dank der cleveren
DSP-Programmierung auch, wenn diese mal einen Millimeter neben der Mittelposition stehen, denn die
Knöpfe rasten nicht in Mittelposition leicht ein, wie man es vielleicht gewohnt ist.

Bild: notebookjournal/ki
Das Bedienfeld ist praktisch und gut zugänglich. Schön zu sehen ist auch, dass
die Chassis bündig in die Boxenfront eingelassen sind. Das ist schick und auch
dem Klang zuträglich.