Das mobile Telefon entwickelte sich - seit Motorola 1983 mit dem Dynatac 8000X den Grundstein legte - zu einem universalen mobilen Kommunikationsgerät, mit dem man inzwischen weit mehr kann als nur telefonieren. Während das Handy in der Anfangsphase den Besitzer als (wohlhabende) Ausnahme kennzeichnete (das Dynatac 8000X kostete ca. 4000 Dollar, fand jedoch fast 300.000 Käufer) und somit zum Statussymbol wurde, besitzt heute fast jeder (zumindest in den reichen Ländern) ein mobiles Telefon. Einher mit der enormen Ausbreitung der mobilen Telefone ging eine Universalisierung der Geräte. Während sich die ersten mobilen Telefone nur zum Telefonieren eigneten, vereinigen moderne Smartphones eine Vielzahl verschiedener Funktionen und damit ursprünglich verschiedener Geräte in sich: Musikplayer, Movieplayer, Fotoapparat, Camcorder, E-Book-Reader, Mini-Computer... Wer ein Smartphone besitzt, muss weniger mit sich herumschleppen. In dieser Hinsicht legte das Handy eine ähnliche Entwicklung zurück wie das Taschenmesser, das sich vom reinen mobilen Klapp-Messer zum mobilen Universalwerkzeug entwickelte. Als modernes Kommunikationsgerät greift das Smartphone tiefer in die menschliche Existenz – die ihrem Wesen nach auf Kommunikation beruht - als alle dinghaften Begleiter vor ihm.
Zwei Dinge hat das herkömmliche Smartphone noch nicht ersetzt: Die Brieftasche bzw. die Geldbörse und den Schlüsselbund. Um dieses Defizit aufzuholen, wurde Near Field Communication (NFC) entwickelt. Im Grunde handelt es sich hierbei nicht um eine Innovation, sondern um einen Defekt. NFC ist nichts anderes als ein misslungener WLAN- bzw. Bluetooth-Entwurf. Denn die Reichweite dieser kontaktlosen Übertragungsart beträgt nur wenige Zentimeter. Doch was in bestimmten Bereichen ein Nachteil ist, ist in anderen ein Vorteil.
Was in Japan schon etabliert ist und auf dem letzten Mobile World Congress ein heißes Thema war, ist in Europa noch Zukunftsvision: Man hält sein Handy an den Automaten und schon bezahlt man die Fahrkarte, das Theaterticket, das Getränk bzw. den Supermarkteinkauf.