Domenic wagt den Versuch und arbeitet einen Tag mit dem Chromebook. Kann er sich mit dem Internet-abhängigen Chrome OS anfreunden, oder wird es eine kurze Freundschaft?
Wie die Headline dieses Artikels schon verrät, geht ohne ein eigenes
Google Mail Konto erst mal nichts, zumindest fast nichts. Denn vorab ist auf dem Gerät ein Gast-Konto eingerichtet, welches mir erlaubt - solange ich über eine
Internetverbindung verfüge - im Internet zu surfen. Das funktioniert dann auch problemlos und stressfrei. In den Einstellungen lässt sich das Touchpad auch noch etwas sensitiver einstellen um den Spaß beim Surfen zu erhöhen.
Doch kommen wir zum eigentlichen
Chrome OS. Nach einer schnellen Boot Sequenz -
ca. 9 Sekunden – ist das Betriebssystem bereit für Eingaben. Nach der Verifizierung des Google-Mail Kontos erscheint kein Desktop wie bei
Linux, MacOs und Windows. Der Startbildschrim sieht aus wie der bereits bekannte Google-Browser Chrome. Heißt ja nicht umsonst
„Google Chrome OS“.
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Nach einer kleinen Einführung in das Multi-Touchpad kann ich direkt loslegen – hier sei nochmals erwähnt, dass ohne Interverbindung nichts funktioniert. Funktionen wie das Rauf und Runter Scrollen der jeweiligen Page funktionieren über die Tastenkombination ALT + Pfeiltaste Oben / Unten. Wenn wir schon bei dem Thema scrollen sind. Das funktioniert dank dem Multi-Touchpad auch durch eine Geste mit
zwei Fingern, nach Oben oder Unten. Einen
Rechtsklick bekommt ihr durch das Drücken mit zwei Fingern auf das Touchpad.
Vom ersten Systemstart weg hat das Chrome OS ein paar Google Apps vorinstalliert. Ein Spiel namens Entanglement, die Google Text & Tabellen Funktion, Google Talk, einen Kalender, die Youtube-App und natürlich auch Google Mail. Durch einen Klick auf das jeweilige Symbol gelangt man dann auch auf die erwählte Homepage. Im Endeffekt sind das auch nur Shortcuts bzw. Bookmarks um unkompliziert auf die jeweiligen Seiten zu gelangen.
Neben all den aufgezählten Shortcuts gibt es auch einen, welcher direkt zum Google Web Store führt. Mit einem Mail Konto von Google ist es möglich den Chrome Browser mit einer Vielzahl von Erweiterungen zu bestücken oder diesen direkt mit Apps wie
Angry Birds (kostenlos) zu erweitern. Manche Apps funktionieren sogar im Offline-Modus, was mich persönlich erstaunt. Leider gibt es hierfür, vor der Installation, keinen Hinweis im Web-Store.
Falls ihr das normale
User Interface des Google Chrome Browsers zu langweilig findet, könnt ihr im Web Store unzählig viele andere Themes wählen.
Da fast alle Bilder für den Artikel
Screenshots aus dem Chrome OS sind, würde ich dazu auch gerne ein paar Worte verlieren. Einen Screenshot könnt ihr per Tastenkombination
STRG + Display Shortcut ausführen. Wo dieser dann allerdings gespeichert wird, ist etwas komplizierter als ich mir vorgestellt hatte. Denn im Chrome OS gibt es nicht einfach einen Ordner, welcher selbsterklärend zu finden ist. Nach langem Suchen fand ich endlich den nötigen Shortcut. Zu erreichen ist der Dateimanager über die Kombination STRG + M. Hier sei zu erwähnen, dass es im Dateimanager keine Möglichkeit einer Copy & Paste Funktion gibt. Und wie krieg ich die Screenshots nun von dem Chrome Book auf meinen PC? Kopieren auf einen externen Datenträger wie USB-Stick oder Speicherkarte ist nicht möglich. Da es über eine Google Mail App verfügt, kann ich sie via Email versenden, oder auf einen Picasa-Account hochladen. Ziemlich umständlich um ehrlich zu sein, aber es kommt ja alle sechs Wochen ein Update dafür. Wir werden sehen was die
Zeit so bringen wird.
Praxis Fazit: Das kann noch dauern!
Wenn ich die letzten paar Stunden mit dem Chrome OS noch einmal Revue passieren lasse, stelle ich fest, dass ich nicht auf lokal gespeicherte Daten verzichten kann – und auch nicht möchte. Das Thema Sicherheit sei hier mal hinten angestellt. Für einen Preis von 449 Euro (WiFi / 3G) bekommt man mittlerweile auch schon hochklassige Netbooks / Tablets und auch schon Notebooks, mit denen gewohntes Arbeiten leichter von statten geht, und auch öfter gewährleistet ist. Nicht immer ist die
vorausgesetzte Internetverbindung vorhanden, denn ohne Internet funktioniert so gut wie nichts. Noch nicht. Google möchte regelmäßig alle sechs Wochen
automatisierte Updates veröffentlichen, die nicht nur der Fehlerbereinigung, sondern auch den Funktionen zu Gute kommen. Auch Googles eigene Apps der Text- und Tabellenverarbeitung sollen in nächster Zeit mit einem
Offline-Modus ausgestattet werden. Und das ist Minimum.
Der Web Store ist ziemlich verbesserungswürdig und mehr als nur ein
Multi-Touchpad-Tutorial wäre hier auch angebracht um sich die Suche nach einem Dateimanager zu ersparen. Feist gesagt: Das Chrome OS erinnert leicht an das
MeeGo auf dem WeTab, das unter großem Zeitdruck auf den Markt geworfen wurde und mit fehlenden Features nur so glänzte. Ganz so schlimm sieht es beim Google Chrome OS nicht, aus – aber ein
sinnvoller Offline-Modus, der dem Nutzer etwas mehr Entscheidungsgewalt über den Verbleib der Daten bietet, ist ein Muss. Zumindest in meinen Augen und im Jahr 2011 n. Chr.