Aufwand: mäßig
Mögliche Stromersparnis: mäßig
Aktuelle Notebookgrafikkarten stehen ihren großen Brüdern für Desktop-PCs in Sachen Leistung kaum mehr nach. Damit die Hitzentwicklung und der Stromverbrauch trotz der hohen Performance nicht ganz aus dem Ruder laufen, haben die beiden großen Grafikkartenhersteller ATI und Nvidia in ihre Treiber spezielle Stromsparmechanismen integriert. Diese schalten nicht benötigte Teile des Grafikchips ab und senken effektiv den Chip- und Speichertakt. Hier zeigen wir Ihnen, wie Sie diese Techniken effektiv für sich nutzen können.
Bei einer ATI-Grafikkarte nennen sich die Stromsparmechanismen
Powerplay. Öffnen Sie das Treibermenü der Grafikkarte um Änderungen an
Powerplay vornehmen zu können. Klicken Sie dazu mit einem Rechtklick auf Ihren Windows-Desktop und wählen Sie dann
Eigenschaften aus. Wechseln Sie im darauf folgenden Fenster
Eigenschaften von Anzeige auf den Reiter
Einstellungen und klicken Sie dort auf
Erweitert. Im nun neu auftauchenden Fenster, wählen Sie den Reiter
POWERPLAY(tm) aus. Sollte es diesen oder einen ähnlichen Reiter bei Ihnen nicht geben, so hat das Notebook entweder keine ATI-Grafikkarte oder Sie benötigen einen neueren Treiber von der Hersteller-Homepage Ihres Notebooks. In sehr seltenen Fällen kann es auch sein, dass der Notebookhersteller die entsprechende Funktion nicht in das Grafikkartenbios implementiert hat.
Im Reiter
Powerplay können Sie nun die Stromsparmechanismen durch einen Haken bei
Powerplay(tm) aktivieren und einem darauf folgenden Klick auf
Übernehmen aktivieren. Dies ist meist auch der
Standart auf Notebooks. Unter dem Unterpunkt
Powerplay(tm)-Einstellungen können Sie nun erweiterte Einstellungen vornehmen. Sie haben jeweils die Möglichkeit, sich bei Netzstrom, Akkubetrieb und manchmal zusätzlich bei einem definierbarem niedrigen Akkustand zwischen
Optimaler Leistung und
Optimaler Batterielebensdauer zu entscheiden. Bei Office oder Multimedia-Aufgaben sollten Sie vor allem im Akkubetrieb den Regler immer auf
Optimale Batterielebensdauer stellen. Das Notebook verbraucht dadurch weniger Strom und läuft eventuell etwas kühler und leiser, da der Lüfter nicht mehr so oft anspringt. Möchten Sie jedoch anspruchsvolle Spiele auf Ihrem Notebook spielen, sollten Sie den Regler auf
Optimale Leistung stellen. Tun Sie dies nicht, kann es leicht zu störendem Ruckeln kommen. Denken Sie nach dem Spielen im Akkubetrieb daran, den Regler wieder nach links auf
Batterielebensdauer zurück zu stellen um eine optimale Akkulaufzeit zu erreichen.
Bei unserem Testgerät mit integrierter ATI-Grafik haben wir den obersten Regler nach rechts für maximale Leistung im Steckdosenbetrieb und die anderen beiden nach links für einen geringeren Stromverbrauch eingestellt. Haben Sie alles nach Ihren Wünschen eingestellt, klicken Sie auf
OK. Die neuen Einstellungen sind sofort aktiv.
Bei einem Notebook mit einer Nvidia-Grafikkarte verhält es sich ähnlich wie bei einem mit dem ATI-Pendant. Anstatt von
Powerplay sind hier die Stromsparmechanismen unter der Technologie
Powermizer zusammengefasst. Sie erreichen die Einstellungen wieder mit einem Rechtklick auf Ihren Windows-Desktop und der Option
Eigenschaften. Wechseln Sie im darauf folgenden Fenster
Eigenschaften von Anzeige auf den Reiter
Einstellungen und klicken Sie dort auf
Erweitert. Sie gelangen im nun auftauchenden Fenster durch den Reiter mit einem Nvidia-Logo und dem Namen Ihrer Grafikkarte (beispielsweise GeForce Go 6800 Ultra) in den Grafikkartentreiber. Wählen Sie im nun neuen Menü links
Powermizer aus.
Mit den beiden Reglern können Sie nun in drei Stufen die Grafikkarte von sehr Strom sparend (ganz links) bis maximale Leistung (ganz rechts) einstellen. Der obere der beiden Regler ist für die Einstellung bei Steckdosenbetrieb, der untere für den Akkubetrieb verantwortlich. Ein guter Wert für den Steckdosenbetrieb ist die rechte oder die mittlere Einstellung. Beim Akkubetrieb sollten Sie nur von der ganz linken Einstellung abweichen, wenn Sie ein aufwändiges Spiel starten möchten. Klicken Sie auf
Ok um die neuen Einstellungen zu übernehmen. Sie sind ebenfalls sofort aktiv.
In den Chipsatz integrierte Grafikkern wie beispielsweise Intels Extreme Graphics 2 oder die neuere GMA900 sind von Haus aus sehr Strom sparend ausgelegt und besitzen daher keine Einstellmöglichkeiten im Treiber.
Eine oftmals genannte Möglichkeit zur weiteren Reduzierung des Stromverbrauchs von Grafikkarten ist die manuelle Senkung des Chip- und Speichertaktes mit Hilfe von speziellen Programmen wie etwa der Shareware
Powerstrip. Wir können von derartigen Manipulationen aber nur abraten. Die dadurch mögliche Stromersparnis ist bei den heutigen Grafikchips sehr gering. Durch falsche Einstellungen können Sie aber im schlimmsten Fall Ihre Grafikkarte dauerhaft beschädigen. Hantieren Sie also nur mit solchen Profitools, wenn Sie wirklich wissen, was Sie tun.