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PRAXIS Sound in Notebooks
DynAudio und MSI in der Praxis
von Knut Isberner am Fr, 27.05.2011 13:45 Uhr


Prozessoren werden immer schneller, Display-Auflösungen und Speicherkapazitäten unaufhaltsam größer. Was bleibt, ist der Sound. Fast möchte man sagen: Bleibt auf der Strecke. Höchste Zeit, das zu thematisieren.

Völlig unabhängig ob preiswertes Notebook, turboschneller Gaming-Laptop oder schickes Business-Modell der 2.000-Euro-Klasse, guter Ton – Fehlanzeige, eher liegt die Soundqualität zwischen bedingt erträglich und inakzeptabel. Oft werden daher Kopfhörer oder externe Lautsprecher an die Rechner angedockt, doch bietet sich das nicht immer an. Auf Reisen zum Beispiel möchte man nicht unbedingt noch zwei Speaker in den Rucksack stecken und Ohrstöpsel nerven nach einer Weile schnell. Obendrein sinkt die Wahrnehmung der Umwelt, was nicht immer von Vorteil ist. Doch woran liegt es, dass Notebooks nicht gerade als Klangkünstler daherkommen?


Hier spielen viele Faktoren eine Rolle. Der Wichtigste ist, dass es zu einem vollen, satten Sound ein gewisses Volumen braucht. Das diktiert die Physik. Erschwerend kommt hinzu, dass Notebooks de facto keine wirklich luftdicht geschlossenen Gehäuse besitzen, gerade in dem Bereich, in dem die Lautsprecherchassis‘ platziert werden. Die Folge kann ein so genannter akustischer Kurzschluss sein, der besonders tiefe Töne massiv hemmt. Was passiert, mag folgendes vereinfachtes Bild, erklären. Um Töne zu erzeugen, schwingt eine Membran vor und zurück; dabei drückt sie die Luft quasi von der Membran weg – Schall entsteht. Fehlt ein Korpus um den Lautsprecher, wird die nach vorn bewegte Luft von „hinten“ quasi wieder angesaugt, da dort ein Luftunterdruck in dem Zeitpunkt entsteht, in dem vor der Membran der Luftdruck wächst. Die Membran kann also wild hin und her schwingen, zu hören ist kaum etwas. Völlig anders verhält sich das, wenn hinter der Membran ein geschlossener Bereich mit einem definierten Luftvolumen ist.

Ein solcher Bereich erfordert Platz, doch ist der Markt für koffergroße Laptops arg begrenzt. Einen Mittelweg zu finden ist daher Aufgabe und Herausforderung, der sich nun MSI als erster Hersteller ernsthaft angenommen hat. Ernsthaft besonders deswegen, weil man nicht selbst versucht hat, mit Chassis und Gehäusearchitekturen zu experimentieren, sondern einen Partner aus dem Audio-Bereich gesucht hat. Das Unternehmen Dynaudio baut seit über drei Jahrzehnten Lautsprecher. Im Unterschied zu vielen anderen Herstellern entwickelt und fertigt Dynaudio die eigentlichen Chassis‘, also Membranen, Schwingspulen, Chassiskörbe etc., selbst.


Bild: dynaudio
Querschnitt durch ein hochwertiges Konus-Chassis

Vom Chassis-Spezialisten und Produzenten hochwertiger Lautsprecher für den Heim- und Studiobereich mauserte sich Dynaudio zum Global-Player, der auch anspruchsvolle Sound-Systeme für VW und Bugatti fertigt. Nun kommt mit MSI noch der Schritt in die IT-Welt hinzu.

Neben dem Gamer-Notebook GT 660 nahm das Entwicklungsteam von Dynaudio nun maßgeblichen Einfluss auf das Soundsystem des MSI FX 700 , das seit Mitte März erhältlich ist. Mit seinem 17,3“ Display zählt das 700er zu den größeren Vertretern seiner Zunft. Das bringt gleich zwei Vorteile. Einmal macht es Spaß, über das hochauflösende Display Movies zu genießen, und Dynaudio hat mit dem damit automatisch größeren Gehäuse mehr Flexibilität in der Planung der Schallwiedergabe.


Bild: kj
Akustischer Kurzschluss

So setzen die Toningenieure des dänischen Traditionsunternehmens gleich vier Lautsprecher ein, um dem FX 700 feine Klänge anzuerziehen. Das bringt gegenüber zwei herkömmlichen Tönern ein nützliches Plus an Membranfläche. Um im Vergleich zu zwei Lautsprechern dieselbe Lautstärke zu erreichen, müssen vier Chassis‘ bei identischer Größe nur den halben Membranhub ausführen. Das entlastet die Lautsprecher und bringt schon bei geringen Lautstärken einen vollen Sound. Das ist wichtig, denn die Lautsprecher haben viel zu tun. Ihre Membranfläche ist wegen der geringen Gehäusegröße sehr begrenzt. Um gewisse Lautstärken zu erreichen, müssen die Töner einen ordentlichen Membranhub ausführen.

Bei geringem Platz werden hier Neodym-Magnete für den Antrieb eingesetzt. Sie sind im Vergleich zu herkömmlichen Ferrit-Magneten um ein Vielfaches leistungsfähiger. Auch steigt bei stärkerer Belastung (=höheren Lautstärken) die Temperatur im Schwingsystem stark an. Daher verwendet Dynaudio Spulenträger aus temperaturbeständigem Kapton. Ideale Voraussetzungen für lange Hörfreuden.


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Kommentare zum Artikel ( 1 Antwort )
Zur Diskussion im Forum

AW: Sound in Notebooks - DynAudio und MSI in der Praxis
von parasonic am Mo, 30.05.2011 11:33 Uhr

klasse bericht, toll wäre noch ein vergleich zu anderen
aktuellen soundsystemen wie sie im dell xps, lenovo ... zu
finden sind.

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