Prozessoren werden immer schneller, Display-Auflösungen und
Speicherkapazitäten unaufhaltsam größer. Was bleibt, ist der Sound. Fast möchte man sagen: Bleibt auf der Strecke. Höchste Zeit, das zu thematisieren.
Völlig
unabhängig ob preiswertes Notebook, turboschneller Gaming-Laptop oder schickes Business-Modell der
2.000-Euro-Klasse, guter Ton – Fehlanzeige, eher liegt die Soundqualität zwischen bedingt erträglich und inakzeptabel. Oft werden daher
Kopfhörer oder externe Lautsprecher an die Rechner angedockt, doch bietet sich das nicht immer an. Auf Reisen zum Beispiel möchte man nicht unbedingt noch zwei Speaker in den Rucksack stecken und Ohrstöpsel nerven nach einer Weile schnell. Obendrein sinkt die
Wahrnehmung der Umwelt, was nicht immer von Vorteil ist. Doch woran liegt es, dass Notebooks nicht gerade als
Klangkünstler daherkommen?
Hier spielen viele
Faktoren eine Rolle. Der Wichtigste ist, dass es zu einem vollen, satten Sound ein gewisses Volumen braucht. Das diktiert die Physik.
Erschwerend kommt hinzu, dass Notebooks de facto keine wirklich luftdicht geschlossenen Gehäuse besitzen, gerade in dem Bereich, in dem die
Lautsprecherchassis‘ platziert werden. Die Folge kann ein so genannter akustischer Kurzschluss sein, der besonders tiefe Töne massiv hemmt. Was passiert, mag folgendes
vereinfachtes Bild, erklären. Um Töne zu erzeugen, schwingt eine Membran vor und zurück; dabei drückt sie die Luft quasi von der Membran weg – Schall entsteht. Fehlt ein Korpus um den Lautsprecher, wird die nach vorn bewegte Luft von „hinten“ quasi wieder angesaugt, da dort ein
Luftunterdruck in dem Zeitpunkt entsteht, in dem vor der Membran der Luftdruck wächst. Die
Membran kann also wild hin und her schwingen, zu hören ist kaum etwas. Völlig anders verhält sich das, wenn hinter der Membran ein geschlossener Bereich mit einem definierten Luftvolumen ist.
Ein solcher Bereich erfordert Platz, doch ist der Markt für
koffergroße Laptops arg begrenzt. Einen Mittelweg zu finden ist daher Aufgabe und Herausforderung, der sich nun MSI als erster Hersteller ernsthaft angenommen hat. Ernsthaft besonders deswegen, weil man nicht selbst versucht hat, mit Chassis und Gehäusearchitekturen zu experimentieren, sondern einen Partner aus dem Audio-Bereich gesucht hat. Das
Unternehmen Dynaudio baut seit über drei Jahrzehnten Lautsprecher. Im Unterschied zu vielen anderen Herstellern entwickelt und fertigt Dynaudio die eigentlichen
Chassis‘, also Membranen, Schwingspulen, Chassiskörbe etc., selbst.
Vom Chassis-Spezialisten und Produzenten hochwertiger Lautsprecher für den Heim- und Studiobereich mauserte sich Dynaudio zum Global-Player, der auch anspruchsvolle Sound-Systeme für VW und Bugatti fertigt. Nun kommt mit MSI noch der Schritt in die IT-Welt hinzu.
Neben dem
Gamer-Notebook GT 660 nahm das Entwicklungsteam von Dynaudio nun maßgeblichen Einfluss auf das Soundsystem des
MSI FX 700 , das seit Mitte März
erhältlich ist. Mit seinem 17,3“ Display zählt das 700er zu den größeren Vertretern seiner Zunft. Das bringt gleich zwei Vorteile. Einmal macht es Spaß, über das hochauflösende
Display Movies zu genießen, und Dynaudio hat mit dem damit automatisch größeren Gehäuse mehr Flexibilität in der Planung der Schallwiedergabe.
So setzen die
Toningenieure des dänischen Traditionsunternehmens gleich vier Lautsprecher ein, um dem FX 700 feine Klänge anzuerziehen. Das bringt gegenüber zwei herkömmlichen Tönern ein nützliches Plus an
Membranfläche. Um im Vergleich zu
zwei Lautsprechern dieselbe Lautstärke zu erreichen, müssen vier Chassis‘ bei identischer Größe nur den halben Membranhub ausführen. Das entlastet die Lautsprecher und bringt schon bei
geringen Lautstärken einen vollen Sound. Das ist wichtig, denn die Lautsprecher haben viel zu tun. Ihre
Membranfläche ist wegen der geringen Gehäusegröße sehr begrenzt. Um gewisse Lautstärken zu erreichen, müssen die Töner einen ordentlichen Membranhub ausführen.
Bei geringem Platz werden hier
Neodym-Magnete für den Antrieb eingesetzt. Sie sind im Vergleich zu herkömmlichen
Ferrit-Magneten um ein Vielfaches leistungsfähiger. Auch steigt bei stärkerer Belastung (=höheren Lautstärken) die Temperatur im Schwingsystem stark an. Daher verwendet Dynaudio
Spulenträger aus temperaturbeständigem Kapton. Ideale Voraussetzungen für lange Hörfreuden.