Überraschend war es schon, dass nur sieben Monate nach der Vorstellung des neuen iPad mit Retina Display (3. Generation) im Oktober die vierte Generation von Apples Tablet präsentiert wurde. Das neue Vierer, das wir der Einfachheit halber im Testbericht als iPad 4 bezeichnen, ist äußerlich identisch zum Vorgänger. Das hervorragend verarbeitete, stabile Aluminium-Gehäuse und sämtliche Bedienelemente sind gleich geblieben. Die Maße ebenfalls. Aber auch die Kratzempfindlichkeit. Zugelegt hat das iPad an Gewicht: Zwei Gramm in der reinen Wi-Fi-Version und rund zehn Gramm beim LTE-iPad. Apple nennt die LTE-Version allgemein Cellular, da nicht jede LTE-Frequenz unterstützt wird und daher in Abhängigkeit vom verwendeten Netzanbieter nur auf den langsameren UMTS-Datenfunk zurückgegriffen werden kann.
Da die Veränderungen insgesamt gering sind, gehen wir im Test des iPad mit Retina Display (Cellular) auch nur auf die wesentlichen Neuerungen und deren Auswirkungen ein. Dazu haben wir uns Prozessor- und Grafikleistung, LTE-Datenfunk und Lightning Connector genauer angesehen und klären, ob das Display ebenfalls eine Aufwertung erfahren hat.
Auf dem Papier hat sich beim IPS-Display des iPad 4 nichts geändert. Die Auflösung ist mit 2048 x 1536 Pixeln bei den 10-Zoll-Tablets fast unerreicht. Nur das Display des Google Nexus 10 Tablets löst derzeit höher auf. Die Pixeldichte ist beim iPad 4 mit 264 dpi so hoch, dass man schon sehr nah an das Display rangehen muss, um überhaupt einzelne Bildpunkte erkennen zu können. Darstellungsschärfe und Detailreichtum bei Texten und Fotos sind hervorragend.
Die durchschnittliche Leuchtdichte beträgt beim Apple iPad 4 rund 328 cd/m².
Beim iPad der dritten Generation gab es teilweise Probleme mit fleckigen Displays und unterschiedlichen Farbtemperaturen. Dies scheint beim Vierer nicht mehr der Fall zu sein. Das Display weist einen gleichmäßigen, leicht gelblichen Farbton auf. Gleichmäßig ist auch die Luminanz: Das IPS-Display erlaubt sich nur geringe Abweichungen. Die Beleuchtung ist gleichmäßig und fällt mit durchschnittlich 328 cd/m² gut aus. Bei einem Kontrastverhältnis von 780:1 und einem Schwarzwert von 0,42 cd/m² ist das iPad 4 trotz spiegelnder Displayabdeckung gut für den Einsatz in hellen Umgebungen geeignet. Allerdings reicht es nicht aus, um damit im Urlaub E-Books am Strand zu lesen. Bei direkter Sonneneinstrahlung muss auch das Display des iPad 4 passen. In Innenräumen reicht die Luminanz allerdings gut aus. Selbst in hellen Räumen scheitert es nicht an der Displayhelligkeit. Dabei machen sich auch die gute Farbwiedergabe und geringe Blickwinkelabhängigkeit des Displays bemerkbar. Helligkeitsänderungen ergeben sich erst bei Abweichungen vom optimalen Blickwinkel von etwa 40 Grad und fallen gering aus.