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TEST Archos 10.1 Internet Tablet (8 GB)
Sehnenscheidenentzündung ade?
von Elmar Salmutter am Di, 18.01.2011



Verarbeitung, Display, Mobilität, Erste Schritte
Das iPad gilt trotz aller Kritik als Maß der Dinge. Kann das wesentlich kleinere, leichtere, bereits unter 300 Euro erhältliche Tablet von Archos mit seinem 8 GB Speicher da auch nur ansatzweise mithalten?


Das Testgerät wurde uns freundlicherweise vom Online-Shop Notebook.de zur Verfügung gestellt.

Spezifikationen Archos 101 Internet Tablet
- 10,1-Zoll Multitouch-Display (1024x600 Pixel)
- 1 GHz ARM Cortex Prozessor
- 8 GB interner Speicher / 256 MB Arbeitsspeicher
- VGA-Kamera, Micro-SDHC Slot, HDMI out, WLAN b/g/n
- Bluetooth, USB-Host, Mikrofon, Standfuß
- Google Android 2.2 (Froyo) Betriebssystem
- Lieferumfang: Archos 101 Internet Tablet, USB-Kabel, Netzteil, Guide
- Abmessung: 26,9 x 14,3 x 1,3 cm / Gewicht: 480 Gramm
- ab 288 Euro im Preisvergleich

Handlichkeit und Verarbeitung
Schon beim Auspacken fällt auf, wie angenehm leicht das Archos-Gerät mit knapp 480 Gramm ist: Wow, liegt das gut in der Hand! Man braucht keine Unterarme und Handgelenke wie Arnold Schwarzenegger, um das gute Stück stundenlang halten zu können. Mehr noch: Auch nach Stunden stellen sich keine Ermüdungserscheinungen ein, wenn man das Archos mit nur einer Hand hält. Wer dennoch Krämpfe bekommt, klappt den grazilen, aber praxistauglichen Standfuß auf der Rückseite aus, der für mehr Halt sorgt.

Aktuelle Angebote (Stand 18.01.2011)
Link: Archos 10.1 Internet Tablet bei Notebook.de - 339 Euro
Link: Archos 10.1 Internet Tablet bei Cyberport.de - 299,90 Euro
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Negativ fällt schon nach wenigen Griffen die Verarbeitung des Tablets auf: Wer es fest in beiden Händen hält, vernimmt gelegentlich ein knirschendes Geräusch, das durch nachgebende Teile auf der Rückseite entsteht. Hier sitzen die beiden Lautsprecher, auf die der Hersteller mit keinem Wort eingeht. Die winzig kleinen Gummifüßchen neben ihnen sorgen für einen sicheren Stand auf ebenen Flächen und schützen vor dem Verrutschen, und auch die Erwärmung hält sich in Grenzen. Perfekte Verarbeitung geht trotzdem anders, keine Frage, aber die kann man für diesen Preis auch kaum erwarten. Immerhin eignet sich das Leichtgewicht durch seine geringen Ausmaße prima für den mobilen Einsatz. Oder doch nicht?

Display und Akkulaufzeit
Wenn da bloß nicht dieses extrem spiegelnde Display wäre! Wer schon immer von einem beleuchteten XXL-Schminkspiegel geträumt hat, ist endlich am Ziel: Das Archos reflektiert nämlich so stark, dass verrutschte Wimperntusche und Mitesser keine Chance haben. Ernsthaft: Surfen unter freiem Himmel wird zur Qual, weil man das eigene Gesicht, Bäume, Vögel und Wolken kaum ignorieren kann. Im Schatten wird es etwas besser, aber unter Praxistauglichkeit verstehen wir dennoch etwas anderes.

Hinzu kommen noch die unübersehbaren Fingerabdrücke auf dem Hochglanzdisplay, die zunehmend die Sicht vernebeln. Die Auflösung des Displays reicht zwar für den Alltagsgebrauch, verdient mit ihren 1024 x 600 Pixeln aber eher die Bezeichnung Low Definition statt High Definition. Auch die für LCD-Displays typische Blickwinkelabhängigkeit lässt sich beobachten, wenngleich in einem erträglichen Rahmen – man muss nicht millimetergenau manövrieren, um etwas sehen zu können. Die durchschnittliche Ausleuchtung liegt mit 137 cd/m² deutlich unter der Konkurrenz von Samsung und Apple. Gleiches gilt für den Kontrastwert von maximal 183:1.

Zudem glänzt der Schminkspiegel mit Ausdauer: Um den Lithium-Polymer-Akku voll auszuschöpfen, vergeht gut und gerne ein ganzer Tag, bevor das Archos wieder an der Steckdose nuckeln muss. Das nennt man Durchhaltevermögen. Auch die präzise von hundert Prozent runterzählende Akkulebensdauer gefällt – sofern man sie denn erkennt. Ach ja: Beim Anschließen ans Stromnetz muss man genau hinsehen, in welche Buchse man das mitgelieferte Ladekabel steckt – Kopfhörerbuchse und Stromanschluss gleichen sich nämlich wie siamesische Zwillinge. Der Autor dieser Zeilen beglückte die Kopfhörerschnittstelle erst mal prompt mit 240 Volt – und wunderte sich, warum der Akku schwächer statt stärker wurde...

Erste Schritte und Lacher
Nach dem ersten Einschalten führt ein Einrichtungsassistent durch die ersten Schritte, dann ist man allein auf sich gestellt. Der Anblick des Home-Bildschirms erschlägt einen nicht, da die Anzahl der auf dem Desktop angelegten Icons im Rahmen bleibt: Musik, Videos, Bilder, Kamera, Browser, Kontakte, E-Mail, Uhr, Rechner, Diktiergerät, Dateien, System-Monitor, Einstellungen, Handbuch. Letzteres sorgt für den ersten Lacher: „Das Handbuch fehlt auf Ihrem Gerät. Wollen Sie es online lesen?“

Gleich: Erst mal eine drahtlose Internet-Verbindung aufbauen. Schnell unter „Einstellungen“ in „Drahtlos und Netzwerke“ gehen und – Pause – frustriert sein: Das Archos bietet zwar an, sich ins Netzwerk der Wahl einzuloggen, verweigert dann aber gerne das entsprechende Fenster zur Eingabe des Passworts. Oder es – noch besser – bietet eine Passworteingabe für ein anderes Netzwerk, das man gar nicht anwählen möchte. So macht Glücksspiel garantiert nicht süchtig. Hat man es dennoch geschafft, klappt das Surfen reibungslos – an Seitenaufbau und Geschwindigkeit gibt es nichts auszusetzen, wozu die Adobe-Flash-10-Unterstützung ihren Teil beiträgt. Für Lacher Nummer zwei ist der Taschenrechner zuständig: Der ist bildschirmfüllend so groß, dass man ihn sogar mit zehn Dioptrien auf hundert Meter Entfernung erkennen kann.


Verblüffend auch die Kamera, die sich auf der Vorderseite befindet und beim ersten Antippen das eigene Gesicht zeigt. Das kennen wir zwar schon ausgiebig vom Spiegeleffekt, sind aber trotzdem überrascht. Diese Ausrichtung eignet sich zwar super für Eigenporträts oder Webcam-Übertragungen, lässt das Fotografieren oder Filmen von anderen Motiven aber zur Kamasutra-Verknotung mit ungewissem Ausgang werden. Zudem schießt die eingebaute Kamera nur mäßige Bilder und Videos, da sie nicht über die VGA-Auflösung hinauskommt. Suboptimal arbeitet auch der Lagesensor, der das Display vertikal oder senkrecht ausrichtet – je nachdem wie man das Gerät positioniert. Das funktioniert in der Praxis häufig, aber leider nicht immer – iPhone-Besitzer können bereits ein Lied davon singen. Dann muss man ruckeln und wackeln, um das Archos-Tablet in die gewünschte Ausrichtung zu bekommen.

Auf der nächsten Seite: Anschlüsse, Betriebssystem, Fazit



 


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Kommentare zum Artikel ( 1 Antwort )
Zur Diskussion im Forum

Archos 7
von Buzzy am Do, 20.01.2011 09:14 Uhr

Hey ich find den Artikel ziemlich interesant. Anfang dieses
Jahres ist eine neue Revision des Archos 7 erschienen. Ich
überlege mir schon seit einiger Zeit mir so ein Tablet
anzuschaffen. 7 Zoll würden mit reichen und der Preis von 150€
ist unschlagbar. Man findet nur leider keine Tests im Netz.
Könntet ihr das evtl auch mal testen? Grüßle

Kategorie:
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