Das über die Elektromarkt-Ketten Saturn und Mediamarkt vertriebene Asus Pro 60V ist für 999 Euro ein echtes Schnäppchen. Das Pro 60V integriert neben Intels Sonoma-Technologie auch eine in dieser Preisklasse wohl einmalige ATI Mobility Radeon X700.
Das stabile Kunststoffgehäuse ist sauber verarbeitet, die dezenten Knarrgeräusche des Deckels wird man locker verschmerzen können. Vor allem angesichts der stabilen und haptisch sehr angenehmen Tastatur, die mit ihrem straffen Druckpunkt so manch teurerem Notebook gut zu Gesicht stehen würde. Das Touchpad reagiert präzise, lediglich die laut
Asus Pro 60V: Schnelles Notebook für verblüffend wenig Geld.
arbeitenden und nur mittig korrekt ansprechenden Padtasten trüben den qualitativ hochwertigen Eindruck der Eingabegeräte.
Die Leistung des Asus Pro 60V reicht dank flotter Kernkomponenten nicht nur für übliche Büroanwendungen aus, die schnelle X700-Grafik erlaubt auch den Genuss von Multimedia-Anwendungen und 3D-Spielen. Allerdings ist das Lüftergeräusch bei höherer Leistungsabgabe deutlich vernehmbar. Der Gehäusebereich vor dem Display erwärmt sich spürbar, dafür bleiben die Handballenauflagen aber angenehm kühl.
Die Grundhelligkeit des Widescreen-Displays reicht für alltägliche Büroarbeiten, wegen der inhomogenen Ausleuchtung und starken Blickwinkelabhängigkeit ist das LCD für Fotoretuschen aber kaum geeignet. Dafür ist das Display
Für hohe Leistung und umfangreiche Ausstattung zum kleinen Preis.
prima entspiegelt, Reflexionen dringen nur sehr gedämpft zum Auge des Betrachters vor.
Das Asus Pro 60V bietet viel zum Schnäppchenpreis. Gute Gesamtleistung, entspiegeltes Display, umfangreiche Ausstattung und ein leistungsstarker 3D-Grafikchip: In der Preisklasse unter 1000 Euro ist das Asus Pro 60V derzeit wohl konkurrenzlos.
Schlichtes Kunststoffgehäuse und gute Tastatur
Mit dem Pro 60V verkauft der Notebookhersteller und ODM (Original Design Manufacturer, Großserienfertigung von Notebooks nach Kundenspezifikation) Asus Notebooks erstmalig über die deutschen Saturn-Elektronikmärkte. Zum Kampfpreis von 999 Euro sorgt das komplett ausgestattete Asus Pro 60V mit Intels neuester Centrino-Technologie (Sonoma), einem performanten DDRII-Modul mit 533 MHz Speichertakt und 512 MByte Kapazität sowie schneller ATI Mobility Radeon X700 für Unruhe in dieser Notebookklasse. Notebookjournal.de konnte das Schnäppchen etwas genauer unter die Lupe nehmen.
Das brandneue Asus Pro 60V stemmt wie das Asus A6VA rund 3 Kilogramm auf die Waage. Auch sonst fallen einige Gemeinsamkeiten zum kürzlich
...als es eigentlich ist. Denn ein schlankes Leichtgewicht ist es nicht.
getesteten Asus A6VA auf. Das Asus Pro 60V wirkt bei der Gehäuseoberschale und dem LCD-Deckel wie eine etwas abgespeckte und günstigere Variante des A6VA, trotzdem wirken die Gehäusematerialien erstaunlich stabil. Der LCD-Deckel unseres Testgeräts wies allerdings ein paar Kratzspuren auf, was aber angesichts eines bei unterschiedlichen Redaktionen durchgereichten Notebooks durchaus vorkommen kann. Die Oberfläche scheint aber generell etwas empfindlicher als beim A6VA-Pendant zu sein, da auch die Geräteoberschale und die rechte Padtaste unseres Tesgeräts leichte Kratzspuren aufwiesen.
Die Gehäuseoberschale im silberfarbenen Farbfinish wirkt optisch recht schlicht, integriert aber die gleichen Zusatztasten zur Mediensteuerung und die gleichen Status-LEDs wie das A6VA. Da die untere Hälfte des Notebooks im zusammengeklappten Zustand über das Display hinausragt,
Asus Pro 60V: Die Pad-Tasten wollen mittig gedrückt werden, sonst streiken sie.
sind die Tasten zur Mediensteuerung, mit denen man auch ohne hochgefahrenes Betriebssystem Musik-CDs anhören kann, immer im Zugriff des Anwenders. Auch Anzahl und Funktionalität der über der Tastatur angeordneten Zusatztasten sind vergleichbar. Die Geräteunterschalen beider Notebooks hingegen weisen aber auch beim Übereinanderlegen der Gerätefotos keinerlei Unterschiede auf – zumindest sind uns keine aufgefallen. Insgesamt liegt die Vermutung nahe, dass Asus in der Tat Synergieeffekte in der Produktion nutzt.
Beim schwarzen inneren LCD-Rahmen fällt das Fehlen des Webcam-Moduls auf, dafür ist aber das dort integrierte Mikrofon in einer guten Höhe für die Nutzung von VoIP-Anwendungen positioniert. Die LCD-Deckel-Konstruktion weist im Übrigen die gleiche Symptomatik hinsichtlich der Stabilität auf, wie wir dies bereits beim Asus A6VA-Q025H geschildert haben. Die leichten Knarrgeräusche beim Neigen des Deckels fallen aber nicht sonderlich ins Gewicht und sind absolut zu verschmerzen.
Auch die mattschwarze Tastatur scheint identisch mit der des Asus A6VA-Q025H zu sein. Jedenfalls gehört auch die Tastatur des Asus Pro 60V zu den sicherlich
Asus Pro 60V: Die Tastatur entspricht praktisch dem Standard-Layout.
angenehmsten und stabilsten Vertretern dieser Preisklasse. Das Tippen auf dem hochwertigen Eingabegerät macht richtig Spaß und geht dank des satten Anschlaggefühls locker von der Hand. Allerdings wird die Anordnung der linken Fn-Taste vor der linken Strg-Taste anfangs einige Vertipper provozieren, aber nach einer kurzen Gewöhnungsphase sollte dies das Schreibvergnügen nicht weiter behindern. Das Touchpad scheint äußerlich ebenfalls identisch zum A6VA-Pendant zu sein. Allerdings ist die Standard-Sensitivität besser und die Touchpad-Fläche zeigt sich auch beim kurzen und kräftigen Antippen angenehm stabil. Bei den Pad-Tasten sind hingegen Abstriche hinzunehmen. Das Klickgeräusch ist laut und beim Testgerät klemmte insbesondere die rechte Padtaste, falls man die Taste etwas zu weit rechts betätigte. Bei weiteren Praxistests zeigte sich dann, dass die Padtasten wohl generell in der Tastenmitte betätigt werden wollen, da sonst eine korrekte Auslösung nicht immer erfolgt. Besonders
Asus Pro 60V: Der LCD-Deckel muss links und rechts entriegelt werden.
die linke Taste ist ein spezieller Kandidat, die auch festes Klicken an ihrem linken Rand komplett ignoriert. Anfänglich gingen wir sogar von einem fehlerhaft installierten Betriebssystem aus, da das Notebook trotz deutlicher Klickgeräusch nur sporadische Reaktionen zeigte,
Zusammenfassend muss man dem Asus Pro 60V aber angesichts des günstigen Preises absolut passable Gehäusematerialien attestieren. Die Tastatur gehört zum Besten, was in dieser Preisklasse zu bekommen ist. Abzüge gibt es dagegen für die Touchpad-Tasten.
Überraschend hohe Leistungswerte
Für unter 1000 Euro wohl bisher einmalig: Das Asus Pro 60V integriert Intels aktuellen Alviso-Chipsatz i915PM, einen Pentium M 730 mit 1,6 GHz und ein sehr leistungsfähiges
Asus Pro 60V: Aufgeräumt - Asus bleibt dem Konzept einzelner Schächte treu.
DDRII-533-Speichermodul. Der Dothan-Prozessor ist zwar eines der langsameren Modelle, verfügt aber bereits über 2 MByte Second-Level-Cache. Der 533er FSB beschleunigt zusätzlich die Leistung des Gesamtsystems. In dieser Hinsicht macht Asus auch beim Budgetmodell Pro 60V keinerlei Kompromisse.
Die beiden Speicherslots liegen wie beim Asus A6VA-Q025H bequem zugänglich an der Geräteunterseite, ein Slot ist zur sofortigen Aufrüstung frei. Die 60 GByte große Festplatte Travelstar 80GN von Hitachi/IBM reißt beim Datentransfertest zwar keine Bäume aus, liefert aber bei SiSofts Sandra immerhin 16.456 KByte/s und transferiert unseren Testdatenmix von 4,36 GByte mit
Asus Pro 60V: Die Hitachi-Festplatte ist nicht die schnellste, aber leise.
immerhin 5.533 KByte/s. Damit ist die Festplattenleistung zumindest höher als beispielsweise beim in diesem Punkt recht behäbigen Toshiba Tecra A4.
Für eine in dieser Klasse bisher wohl einmalige Grafikleistung sorgt beim Asus Pro 60V die PCI-Express-Grafikkarte ATI Mobility Radeon X700 mit dem immerhin noch 64 MByte großen eigenen Video-RAM. Aktuelle 3D-Shooter und -Simulationen lassen sich damit flüssig
Asus Pro 60V: Grafik und CPU brauchen viel Kupfer, um die Wärme abzuleiten.
spielen, allerdings kann bei hohen Auflösungs- und Qualitätsstufen der Videospeicher für umfangreiche Texturen schon einmal eng werden. Beim 3DMark 2001 erreichte die X700 in der Qualitätsstufe Optimale Qualität (OQ) 9.760 und in Qualitätsstufe Optimale Leistung (OL) immerhin 15.979 Punkte. Beim 3DMark2003 lieferte die X700 bei der OQ-Einstellung 2.273 (OL: 5.051 Punkte) und beim 3DMark2005 immerhin noch 714 Punkte in Stufe Optimale Qualität (OL: 1.530Punkte). Im AquaMark3 Triscore generierte die Grafik ein Gesamtergebnis von 29,8 fps (OQ) respektive 42,16 fps bei Optimaler Leistung. Die X700 mit 64 MByte eigenem Video-RAM erreichte damit in jeder Treibereinstellung auch höhere Benchmarkwerte als ein parallel getestetes und mit 1,73 GHz auch höher getaktetes Notebook eines anderen Herstellers mit Nvidia Geforce Go 6400 und 128 MByte Video-RAM.
Der DVD-Brenner TS-L532A von Toshiba-Samsung zeigte sich beim Brennen aktueller DVD-Rohlinge etwas wählerisch (siehe Test Asus A6VA-Q025H und Xeron Sonic Screen X70). Beim Übertragen der Test-DVD auf die HDD wuchtete das TS-L532A den Datenmix allerdings mit satten 4.921 KByte/s auf die Festplatte.
Asus Pro 60V: Der Akku hält das Notebook rund 2,5 Stunden am Leben.
Exakt den gleichen Datentransferwert erreichte auch das Toshiba Tecra A4 – allerdings mit der Festplatte!
Die Akkulaufzeit des Asus Pro 60V liegt bei 2 Stunden und 35 Minuten – kein Spitzenwert, aber okay. Denn zieht man die nicht gerade Strom sparende ATI-Grafik und das ebenfalls beim Stromverbrauch nicht knauserige Widescreen-Display mit in Betracht, ist die Akkulaufzeit durchaus akzeptabel. Andere Notebooks dieser Preisklasse halten trotz schwächerer Kernkomponenten auch nicht länger durch. Mit einer individuellen Konfiguration der Energiespar- und Leistungsoptionen kann erfahrungsgemäß eine deutlich höhere Akkulaufzeit erreicht werden. Insbesondere dann, wenn man auf Displayhelligkeit und hohe Gesamtleistung verzichten kann.
Vollständige Kommunikationsausstattung, aber etwas laut
Das Asus Pro 60V muss sich auch bei der Kommunikations- und Multimediaausstattung nicht verstecken. Für unter 1.000 Euro ist alles Notwendige drin. Neben Wireless LAN mit Intels
Asus Pro 60V: Das Notebook spielt auch ohne gestartetes Windows Musik-CDs ab.
Pro/Wireless 2200 BG verfügt das Asus Pro 60V über Infrarot- und sogar Bluetooth-Unterstützung. Damit stehen dem Anwender nicht nur alle Möglichkeiten zur umfassenden drahtlosen Kommunikation offen, auch kabelgebunden zeigt das Asus Pro 60V bei Bedarf der Konkurrenz die Zähne. Eine schnelle Netzwerk-Infrastruktur am Arbeitsplatz vorausgesetzt darf sich der Besitzer des Asus Pro 60V dank des integrierten Gigabit-LANs über ein zusätzliches Geschwindigkeitsplus freuen. Eine derartig komplette Ausstattung ist auch bei weitaus teureren Notebooks nicht selbstverständlich – super.
Von den kleinen Stereo-Lautsprechern darf man sich natürlich keine HighFidelity-Klänge erwarten, als Sounduntermalung beim Spielen taugen sie aber trotzdem. Wer mehr Qualität
Asus Pro 60V: Vier USB-Ports erlauben den Anschluss von viel Peripherie.
will, wird sowieso früher oder später bei einem externen Boxensystem landen. In dieser Preisklasse ebenfalls nicht selbstverständlich: Im ausgeschalteten Zustand lässt sich das Notebook auch als CD-Spieler verwenden, der ohne Booten des Betriebssystems Musik-CDs abspielt. Die Multimediatasten an der Frontseite dienen dann wie beim Asus A6VA der funktionalen Multimediasteuerung. Auch die zusätzlichen Tasten funktionieren wie beim teureren Pendant. Sogar die Taste zum An- und Abschalten des Touchpads fehlt nicht – klasse!
Auch bei den Schnittstellen gibt es Parallelen zum Asus A6VA. Auch das Asus Pro 60V hat einen selten gewordenen und mittlerweile oft eingesparten
Asus Pro 60V: Verborgenes Laserschwert, Wegweiser oder S/PDIF-Ausgang?
parallelen Anschluss. Damit kann man problemlos auch ältere Drucker, externe Festplattensysteme oder Scanner nutzen, die noch nicht über einen moderneren Anschluss wie USB oder Firewire verfügen.
Bei der Temperatur- und Geräuschentwicklung des Asus Pro 60V sollte der Anwender keinen eiskalten Leisetreter erwarten. Der Lüfter unseres Testgeräts läuft bei rund 22 Grad Umgebungslufttemperatur permanent und deutlich vernehmbar mit. Subjektiv bewerten wir das Lüftergeräusch zwar nicht als störend, aber doch etwas höher als bei vergleichbaren Notebooks dieser Klasse. Man sollte aber auch nicht vergessen, dass im Inneren des Asus Pro 60V ein kleines Grafikkraftwerk den Pixeln mächtig Gas gibt und auch der Hauptspeicher mit einem Takt von 533 MHz nicht gerade vor
Asus Pro 60V: Der Toshiba-Samsung-Brenner zeigt sich bei Medien wählerisch.
sich hin schlummert – vom starken Prozessor ganz zu schweigen. Die Erwärmung hielt sich bei den intensiven Tests dagegen in Grenzen. Das Asus A6VA wurde in unseren Tests bedeutend wärmer. Die Handballenauflage des Asus Pro 60V blieb angenehm kühl, allerdings konnten wir über der Tastatur, direkt vor dem Display im Bereich der dunklen Zierleiste, eine recht heftige Erwärmung erfühlen. Dennoch dürfte die überwiegende Zahl der Anwender problemlos mit dem Lüftergeräusch und der Temperaturentwicklung klarkommen. Wen das Lüftergeräusch wirklich stören sollte, kann sich ja mit den entsprechenden Softwareprogrammen etwas mehr Ruhe verschaffen.
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