TEST
Das Windows Phone 7 Experiment
Einen Monat mit dem Fenster-Handy #1

Wie bereits angekündigt, wage ich den Selbstversuch und tausche mein Apple iPhone 4 und das Blackberry Bold 9700 für einen Monat gegen das HTC Mozart, das mich vom Windows Phone 7 Betriebssystem überzeugen will. Dass mich die iOS oder Blackberry Betriebssysteme in den letzten Jahren zu 100 Prozent überzeugt haben, kann ich nicht behaupten – dafür sind meine Anforderungen einfach zu hoch. Microsoft konnte mich jedoch mit einigen Features von Windows 7 überzeugen – daher ist die Hoffnung sehr groß, dass mich auch das Mobilbetriebssystem an sich binden könnte.
Zwei Spalten auf dem Weg zur Hölle Das Dashboard, oder auch Desktop bzw. Home-Screen genannt, überzeugt mich zumindest vom Design her. Große Touch-optimierte Buttons, die ich nach Belieben verschieben kann. Ich hatte viel Spaß beim Neuerkunden und war froh das ich keine Anleitung benötigt habe, um tief sitzende Einstellungen zu bearbeiten – das war bei älteren Windows Mobile Betriebssystemen noch anders. Nach ein paar Stunden und schnell einsetzender Langeweile konnte ich meine Kritikpunkte schon festmachen. Wieso hat das Dashboard nur zwei Spalten? Da hätten doch locker zwei weitere hingepasst – schließlich kann ich gerne auf riesige Telefonsymbole und SMS-Zeichen verzichten, wenn ich stattdessen meine Programme schneller erreiche.
Und da dachte ich schon, dass mir die Alternativ-Ansicht des Menüs in Listenform weiterhelfen kann. Aber da habe ich wohl meine Anforderungen wieder zu hoch angesetzt. Aus zweispaltig wird einspaltig und die Beschreibungen, die sonst in den großen Symbolen standen, stehen nun daneben – was für ein überflüssiges Menü. Gruppierungen, Eigensortierung oder gar selbst benannte Ordner? Alles Funktionen die Windows Phone 7 noch nicht kennt. Alles ist strikt nach dem Alphabet sortiert. Da schaue ich doch gleich mal in meine iPhone Informationen - Aha! 150 Applikationen installiert. Dazu rechne ich noch ein paar Systemapps und komme auf circa 160 Symbole die ich anklicken könnte. In der Listenansicht von Windows Phone 7 reichen mir schon die 25 vorinstallierten Anwendungen um mich unwohl zu fühlen. Die Systemsymbole sind alle mit der gleichen Hintergrundfarbe bestückt, was mich beim Suchen immer wieder behindert, da so gut wie jedes Symbol gleich aussieht. Ein Landscape (Querformat) Modus ist unserem HTC Mozart und dem Windows Phone 7 OS wohl auch unbekannt. Kommentare mit Sätzen wie "Ja, aber Steve Ballmer hat auf dem MWC schon viele Neuerungen angekündigt – Hubs und Copy & Paste." können zwar geschrieben werden, bekommen von mir aber genauso viel Beachtung wie die ungelegten Eier unserer Redaktionshenne.
Das Erkunden von Neuland macht vielleicht Spaß, aber nach kurzer Zeit erkennt man die schwerwiegenden Nachteile in Sachen Menüführung und muss dann selbst entscheiden, ob man sich darauf einlässt oder nicht – ich würde es bisher nicht tun, doch es sind ja noch 3 Wochen Zeit, in denen Windows Phone 7 die Chance hat mich zu überzeugen.
Warum einfach, wenn's auch schwer geht? Die ersten Tage standen außerdem ganz im Sinne des Einrichtens. Als "Prosumer" habe ich natürlich einige Vorkenntnisse und kam schnell ans Ziel meine Kontakte, Mails, Kalender und Aufgaben via Microsoft Exchange zu synchronisieren – alles ohne Verbindung zum Computer. Ohne einen Online Synchronisations-Dienst ist man aber scheinbar aufgeschmissen. Lokale Kontakte im Outlook oder im Windows 7 Kontakt-Ordner können nicht ohne Weiteres übertragen werden.
Um beide Wege – den des Pro- und Consumers – zu durchwandern habe ich also ein paar Kontakte lokal angelegt und dann – wie von Microsoft empfohlen – ein Windows Live Konto eingerichtet und meine Kontakte in dieses importiert. So richtig funktioniert hat das aber nur mit Microsoft Outlook 2007 / 2010 und natürlich auch nur dann, wenn eine Internetverbindung vorhanden war. Selbst mit Freeware wie dem Mail-Programm Mozilla Thunderbird kommt man beim Kontaktexport nicht weiter. Wer also kein Microsoft Outlook besitzt, muss seine Kontakte in .csv-Dateien speichern und dann über das live.com Webinterface hochladen. Mehr als dumm: Ich kann nur einen Kontakt einzeln hochladen, nicht aber alle 200 Privatkontakte zusammen. Hinter dem Tor steht also nicht etwa eine einfache Methode Kontakte zu importieren sondern ganz klar der Zonk!
Zwischenfazit: Woche #1 Eine schwere Geburt – die Erkundungstour hat Spaß gemacht. Bei so vielen Kinderkrankheiten verliert man jedoch schnell die Motivation. Bisher konnte mich Microsoft noch nicht davon überzeugen, die "Einfachheit", die sie mit Windows 7 auf dem PC umsetzten, auch auf dem Smartphone-Markt integriert zu haben. In der anstehenden Woche beschäftige ich mich ausführlich mit den einzelnen, vorinstallierten Applikationen und dem Marketplace. Das heißt, wenn ich nicht verschlafen sollte – denn Windows Phone 7 scheint zu denken, dass "Erneut erinnern" der Wecker-App mit "Schlaf ruhig weiter, bald ist Wochenende" zu vergleichen ist.
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Kommentare zum Artikel
( 4 Antworten )
Zur Diskussion im Forum
AW: Das Windows Phone 7 Experiment - Einen Monat mit dem Fenster-Handy #1
von
HansR
am Sa, 26.02.2011 12:30 Uhr
Das ist ja unglaublich mies, gerade zwischen Windows 7 und Windows Phone 7 müßten sich die Kontakte und Termine wie von Zauberhand synchronisieren. Danke für den ausführlichen Test, welcher meine Skepsis gegenüber WP7 nur unterstreicht. Schade, aber da ist mir ja WM6.5 tausendmal lieber. Nur was bleibt? Alle anderen wie iOS oder Android setzen ja auf den...
AW: Das Windows Phone 7 Experiment - Einen Monat mit dem Fenster-Handy #1
von
keks
am Mi, 23.02.2011 11:08 Uhr
Ich bin gespannt ^^
AW: Das Windows Phone 7 Experiment - Einen Monat mit dem Fenster-Handy #1
Hallo,
Hattest du auch Probleme mit dem Update von WP7?
Ich hab nicht ganz verstanden ob nur das Omnia7 betroffen ist.
An der Arbeit haben wir ein HD7 als Testgerät und bevor es nicht mehr geht, lass ich die Finger vom Update.[/QUOTE]
Habe ich bisher noch nicht getestet - bzw. hat er mir kein Update vorgeschlagen, als ich danach auf dem Smartphone hab...
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