Das winzige Dialogue Flybook A33i passt mit 23,7 x 3,3 x 15,7 Zentimetern und rund 1,2 Kilogramm fast schon in die Innentasche des Trenchcoat-Trägers, allerdings sollte die
Brieftasche des Businessanwenders für diesen ultraportablen Notebookspaß gut gefüllt sein: Derzeit darf der interessierte Kunde für das Dialogue Flybook A33i rund 1.900 Euro auf den Tisch legen. Allerdings erhält der Anwender dafür auf einer marginal größeren Grundfläche als der einer DVD-Hülle ein vollwertiges Notebook, das hinsichtlich der Kommunikationsausstattung sogar so manches ausgewachsenes Desktop-Replacement-Notebook locker in die Tasche steckt. Neben Wireless-LAN und Bluetooth übernimmt das Flybook dank integrierter GPRS-Technik und dazu passender Telefonapplikation sogar Handyfunktionen. Zudem besitzt das Flybook ein frei drehbares 8,9-zölliges Breitbild-Display im 16:9-Format. Damit lässt sich das Dialogue Flybook A33i in Sekunden in einen Convertible-Tablet-PC mit Touchscreen und Stifteingabe verwandeln. Apropos Tasche: Dialogue liefert zum Flybook A33i gleich eine passende schicke Notebooktasche mit.
Hinsichtlich der Gesamtleistung darf man vom Dialogue Flybook A33i, das statt üblicher Intel- und AMD-Technik die etwas weniger bekannten Kernkomponenten von Transmeta einsetzt, allerdings keine Wunderdinge erwarten. Für
Office-Applikationen und den Genuss eines gelegentlichen DVD-Spielfilms reichen die Transmeta-CPU Crusoe TM-5800 mit 1-GHz-Takt und eine schon etwas angestaubte Radeon-Mobility-M6-Grafik von ATI noch aus, aber für intensive Foto- und Multimediaarbeiten ist das Dialogue Flybook A33i definitiv untermotorisiert. Mit einer Stromaufnahme von 11,1 Watt zeigt sich das Dialogue Flybook A33i dafür trotz kommunikativer Stromfresser wie Bluetooth, GPRS, LAN, Modem und W-LAN recht genügsam. Da der Lithium-Ionen-Akku des Flybook A33i aber nur eine bescheidene Kapazität von gerade einmal 2.200 mAh aufweist, geht dem Flybook bereits nach knapp 1,5 Stunden im Akkubetrieb der Strom aus. Um wenigstens halbwegs mobil zu sein, sollte der reisefreudige Businessanwender daher mindestens einen der etwa 120 Euro teuren Zusatzakkus im Reisegepäck dabei haben. Will der Anwender dann auch noch einen aktuellen externen DVD-Brenner am Dialogue Flybook A33i nutzen, werden nochmals zwischen 160 bis 200 Euro fällig.
Das 8,9-zöllige WSVGA-Display des Dialogue Flybook A33i ist dank einem Dreh- und Kippgelenk um 180 Grad drehbar und kann
dann über die Tastatur abgeklappt werden. Mit dem beiliegenden Stift fungiert das LCD dann als Touchscreen. Via vorinstallierter Handschrifterkennungssoftware
ritePen von Evernote kann der Anwender damit auch Notizen mit dem Eingabestift elektronisch erfassen. Leider spiegelt das LCD etwas und bietet mit einer im Klassenvergleich ordentlichen Grundhelligkeit von 126 cd/m² im Akkubetrieb beim Arbeiten im Freien kaum genügend Leuchtreserven, um kommodes Arbeiten an einem sonnigen Tag im Freien zuzulassen. Als positive Eigenschaften präsentiert das Mini-Display eine satte Farbbrillanz und eine passable Farbneutralität. Die Blickwinkelabhängigkeit ist mittelprächtig, die Ausleuchtung ist sowohl messtechnisch als auch subjektiv gut. Nachteil: Bauartbedingt sind die Platzverhältnisse auf der Bildschirmfläche recht begrenzt und die ungewöhnliche Bildschirmauflösung von 1.024 x 600 Bildpunkten ist im Videobetrieb nicht optimal.
Die Paradedisziplin des Dialogue Flybook A33i ist ohne Zweifel die Kommunikation mit seiner Umwelt. Das Dialogue Flybook A33i punktet mit einem WLAN-Modul, Bluetooth und Tri-Band-GPRS, mit dem der Anwender GSM/GPRS-Verbindungen über eine beliebige SIM-Karte herstellen kann. Für die
SIM-Karte integriert das Flybook einen eigenen Slot. Mit der installierten Telefonsoftware kann der Anwender somit SMS-Nachrichten verschicken oder per GPRS im Internet surfen. Kabelgebunden sorgt ein 100-MBit-Port und der obligatorische Modemanschluss für Verbindung zum Firmennetz. Zwei Firewire- und zwei USB-2.0-Schnittstellen stehen für den Anschluss externer Geräte am mobilen Winzling zur Verfügung.
Das Dialogue Flybook A33i ist kein Leistungsriese, sondern eher ein funktioneller Luxusartikel, den man stolz präsentiert. Dieses Notebook ist das perfekte Produkt für die Geschäftsfrau von Welt, die auch in der Oper ohne Anstoß Fremder ihr Lippenstiftrotes Accessoire aus der Handtasche nehmen und nutzen kann. Einen leistungsfähigen PC oder ein gleichstarkes Fullsize-Notebook kann das Flybook A33i nicht ersetzen – das soll es aber auch nicht. Wer aber Notebook-Funktionalität im kleinsten Format sucht und sich nicht mit PDA oder Smartphone anfreunden kann, wird hier fündig.
Übrigens hätte das Flybook A33i fast eine Technologie-Empfehlung auf Grund höchster Integrationsdichte von Kommunikationselektronik in einem superkleinen Chassis bekommen. Letztlich sprachen aber zwei Fakten dagegen: Erstens ist WLAN nach 802.11b ein veralteter Standard, 802.11g wäre heutzutage angemessen. Das trifft auch auf den Mobilfunk zu: Wäre hier ein UMTS- an Stelle des GPRS-Moduls verbaut und würde das Notebook als I-Tüpfelchen vielleicht noch Infrarot bieten, wäre das Flybook A33i in Sachen Kommunikation allerdings der absolute Überflieger und sicherer Kandidat einer Technologie-Empfehlung gewesen.