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TEST Fujitsu Siemens Amilo M1425
Widescreen-Notebook mit schneller 3D-Grafik
von Gerald Strömer am Sa, 26.02.2005



Lauter Lüfter raubt die Nerven
In Sachen Leistung muss sich das Amilo M 1425 nicht verstecken. Die Geräte basieren auf Intels klassischer Centrino-Plattform, integrieren also einen Pentium-M-Prozessor mit 400 MHz FSB, der auf einem i855-Mainboard werkelt. Unser Testgerät war mit einem 1700 MHz schnellen Prozessor (Pentium M 735) bestückt, alternativ bietet Fujitsu Siemens das Notebook aber auch mit Pentium M 725 (1,6 GHz) oder 745 (1,8 GHz) an.

Der Speicherausbau kann eine maximale Größe von einem Gigabyte erreichen, wenn beide Speicherbänke mit 512er DDR-Modulen bestückt sind. In unserer Maschine fanden sich zwei 256 MByte große Speicherriegel, so dass eine handelsübliche Größe von 512 MByte erreicht wurde. Die Verwendung zweier

Bild: Thomas Laddach
Alle wichtigen Anschlüsse finden sich rechts, nur Modem und LAN sitzen links.
solcher Riegel stellt aber schon einen ersten Kritikpunkt dar, denn wer den Arbeitsspeicher aufstocken will, wird so einen der Speicherbausteine entsorgen müssen.

Die Leistungsfähigkeit dieser Kernkomponenten ist im typischen 2D-Anwendungen (Office- und Internet-Software, Multimediaprogramme) sehr hoch, die Komponenten arbeiteten sauber und ohne Macken zusammen. Im Büroeinsatz wird man dieses Notebook – wie praktisch alle Geräte der Centrino-Klasse – kaum jemals an seine Grenzen bringen. Diese bekommt es natürlich dann aufgezeigt, wenn Software zum Einsatz kommt, die massig Speicher oder hohe Taktraten erfordert. Dies ist zum Beispiel typischerweise in CAD-, Architektur- oder DTP-Applikationen der Fall.

Einen Nachteil hat das starke Herz des Notebooks allerdings, nämlich die Kühlung. Der CPU-Lüfter des Amilo M 1425 läuft auch schon bei geringer Last mit einem enervierenden Pfeifen an, das sich schließlich zu einem stetig wahrnehmbaren Rauschen beruhigt. Dieses Geräusch wird zwar irgendwann zur Hintergrundkulisse, irritiert beim ersten Anlaufen aber enorm. Einen Leisetreter kann man das Notebook mit dieser Kühlung sicher nicht nennen.

Satte 3D-Power für entspanntes Zocken
Ein besonderes Merkmal stellt sein ATI-Grafikchip dar. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenzprodukten bietet der Mobility Radeon 9700 nämlich 128 anstatt der 64 MByte Videospeicher, über die diese Chip-Klasse üblicherweise verfügt. Das bringt zwar keine enormen Leistungssprünge im 3D-Bereich, trägt aber zur souveränen 3D-Performance des Amilo M 1425 bei. Ältere Egoshooter wie id’s Quake oder aktuelle Strategiespiele mit satten 3D-Elementen wie zum Beispiel Warhammer 40.000: Dawn of War laufen flüssig und ohne Ruckeln über den Bildschirm, auch wenn man bei neueren Spielen schon einmal auf die höchsten grafischen Detailstufen verzichten sollte. Aber dazu ist ein Notebook letztlich auch nicht geschaffen. Wem die Leistung einer 9700er Radeon nicht ausreicht, muss entweder beim klassischen PC bleiben, auf ein halbwegs leicht zu transportierendes Barebone mit Full-Size-Grafikkarte wechseln oder auf die neuen, teuren Geräte der Sonoma.Generation warten, die bereits schnelle PCI-Express-Grafikkarten von ATI und Nvidia integrieren.

Hohe Leuchtstärke entlastet die Augen
Das Breitbilddisplay mit seiner sichtbaren Diagonale von 15,4 Zoll (38,1 Zentimeter) eignet sich sehr gut für das Arbeiten in Multimediaanwendungen, da die große Sichtfläche zum Beispiel

Bild: Thomas Laddach
Das Widescreen-Display erleichtert das Arbeiten in Multimedia-Anwendungen.
Videoschnittprogrammen wie Premiere oder professionellen Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop zugute kommt. Für 3D-Spieler ist ein solches 16:10-Display aber keine ideale Lösung, da das Display bei einer Umschaltung auf die in Spielen üblichen 4:3-Auflösungen das Bild in die Breite verzerrt. Dieses Manko wiesen allerdings die meisten Breitwanddisplays auf, das ist also kein spezifisches Fujisu-Siemens-Problem.

Der Bildschirm stellt maximal 1280 x 800 Bildpunkte (WXGA) dar und ordnet sich mit dieser Auflösung in der Einstiegsklasse der Widescreen-Geräte ein. Ein Pluspunkt ist die vergleichsweise hohe Leuchtkraft des Schirms, der sich mit gemessenen knapp 170 cd/m² im Spitzenfeld seiner Klasse bewegt. Sobald allerdings das Stromkabel gezogen und auf Akkubetrieb umgeschaltet wird, fährt er automatisch auf etwa ein Drittel der Leuchtkraft herunter, lässt sich aber manuell wieder auf den Höchstwert bringen.

Neueste Laufwerke sind konkurrenzfähig
Die Festplattenkapazität unseres Testgerätes lag bei 60 GByte und weist es damit als Kleinserienmodell aus, denn die im Handel übliche Größe liegt bei 80 GByte. Fujitsu Siemens bietet die Familie aber neben diesen beiden Größen auch mit 40-GByte-Platte, was immer

Bild: Thomas Laddach
Tastatur und Touchpad erwecken nicht gerade den Eindruck höchster Qualität.
noch für die meisten Office-Arbeiter vollkommen ausreicht. Bei einem Multimedia-Notebook kann die Festplatte dagegen nicht groß genug sein, schließlich will man ja Massen an Filmen, Musik und Bildern drauf ablegen. Ob das Notebook aber in Hinblick auf sein hohes Betriebsgeräusch die ideale Wahl als Home-Mediacenter ist, steht zu bezweifeln.

Wie praktisch alle Notebooks integriert auch das Amilo M 1425 ein optisches Laufwerk. Die aktuellen Geräte werden mit einem Double-Layer-fähigen DVD-Brenner ausgeliefert, der normale „+“- und „-“-DVD-Medien mit 8facher Geschwindigkeit beschreiben kann. Unser Testmodell konnte ein solches Highlight natürlich noch nicht vorweisen, sondern griff auf einen normalen DVD-Brenner mit immerhin bis zu 8facher Schreibgeschwindigkeit für „+“-DVD-Medien zurück. Immerhin wies das QSI-Laufwerk eine angenehm hohe Laufruhe auf und verwandelte den Schreibtisch im Betrieb nicht gleich in eine bessere Rüttelplatte.

Labbrige Tastatur enttäuscht beim Arbeiten
IBM-verwöhnten Usern würde die Kontrollen des Amilo M 1425 wahrscheinlich spartanisch und ungenau vorkommen – was sie in der Tat auch sind. Die Tastatur wird „schwammig“, die Tasten haben keinen festen, federnden Widerstand. Zudem ist das Touchpad alles andere als präzise und nervte oft genug mit Fehlleistungen, die in der Summe ärgerlich waren. Die Scrolleiste des Touchpads besaß offensichtlich einen eigenen Willen, da sie ihr Funktionieren wahrscheinlich von der Mondphase abhängig machte.

Natürlich kann es sein, das wir ein absolutes Montagsgerät erwischten und die momentan im Verkauf befindlichen Amilo M 1425 diese Mängel nicht aufweisen. Sollte dem aber so sein, dann dürften ernsthafte Arbeiter nicht lange ungetrübte Freude über den Kauf verspüren.

Niedrige Akkulaufzeit schränkt Mobilität ein
Die Akkuleistung des Notebooks lässt sich mit einem Wort gut beschreiben: Enttäuschend. Mit 1 Stunde und 35 Minuten kommt man nicht weit. Einschränkend muss man natürlich anmerken, dass unser Akkutest mit voll ausgefahrener Displayhelligkeit und unter Abschaltung aller Stromsparmaßnahmen erfolgte. Andererseits gilt

Bild: Thomas Laddach
Der Schieberegler in der Front schalte das WLAN an und ab.
das aber auch für alle anderen von uns getesteten Notebooks, die dennoch teilweise auf bis zu 4 Stunden mit einem Akku kommen. Mit dem Amilo M 1425 vergleichbare Geräte schaffen es unter den gleichen Bedingungen immerhin auch auf zweieinhalb bis drei Stunden.

Fujitsu Siemens selbst gibt die Akkulaufzeit mit bis zu drei Stunden an. Das mag auch durchaus erreichbar sein, wenn das Display im Akkubetrieb auf die vom Hersteller voreingestellte Ein-Drittel-Helligkeit zurückgefahren wird und alle Stromsparmaßnahmen aktiviert sind.

Allerdings gilt auch das für die Konkurrenz, die dann ebenfalls ihre Laufzeit spürbar erhöhen kann.

WLAN-Modul lässt sich abschalten
Dagegen kann man das Amilo-Notebook ruhigen Gewissens als „kommunikativ bezeichnen. Aber auch hier gibt es keine Überraschungen, sondern altbekanntes. Für den Netzwerkzugang ist ein mit 100 MBit/s übertragender Realtek-Chip zuständig, WLAN ist nach 802.11b/g-Standard per Intel-Wireless-Karte möglich. Und zur Abrundung gibt es noch ein 56K-Modem dazu.

Eine Besonderheit stellt ein in die Front montierter Schiebeschalter dar, mit dem sich die WLAN-Funktionalität an- und abschalten lässt. Das spart Strom, wenn gerade kein kabelloses Netzwerk benötigt wird oder schont die Nerven, wenn das WLAN wieder einmal wie ein ekstatisch hechelndes Hündchen den Fund neuer kabelloser Netzwerke meldet und auch nach dem vierten Wegklicken nicht kapiert, dass man da jetzt nicht rein will.

Fazit
Das Amilo M 1425 zeichnet sich trotz aller kleinen Mängel und Schwächen durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Wer mit gewöhnungsbedürftigen Eingabegeräten und einem deutlich hörbarem Lüfter klarkommt, wird mit einem Notebook belohnt, dass

Bild: Thomas Laddach
Trotz gewisser Mängel hat das M 1425 ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
sich durch hohe Leistungsfähigkeit und ein für diese Preisklasse sehr gutes Display auszeichnet. Die Ausstattung ist – in der aktuellen Verkaufsversion – durchaus ordentlich und bewegt sich mit neuester Brennertechnologie und großer Festplatte am oberen Ende der Klasse. Kleine Gimmicks wie ein 4in1-Card-Reader und ein WLAN-Abschaltknopf runden die Ausstattung sinnvoll ab.



Praxiseindruck: Arnd von Wedemeyer (Publisher)
Positiv fiel am Amilo M 1425 die Keilform auf, die eine gute Handballenauflage ermöglicht. Auch das Display gefiel, wirkte gleichmäßig ausgeleuchtet und – für ein derart günstiges Centrino-Notebook - sehr hell.

Einen negativen Eindruck hinterließ hingegen die Tastatur, die in Bezug auf ihr Layout gewöhnungsbedürftig (Entertaste entspricht nicht der üblichen gedrehten L-Form, sondern ist flach wie eine Shifttaste) und qualitativ nicht hochwertig war. Die Tastenanschläge sind sehr laut und wirken labberig, bieten zu wenig Widerstand. Für mich ein K.O.-Kriterium. Das Touchpad reagierte sehr unpräzise, die ins Touchpad integrierte Scrollleiste funktionierte nicht in Remote-Sessions. Der ständig laufende und sich im Geräuschpegel bei Last noch steigernde Lüfter stellte eine enorme Ablenkung dar und war offensichtlich seinem Kühljob dennoch nicht gewachsen, da sich das Notebook im Bereich der rechten Handauflage deutlich erwärmte.




 


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Kategorie:
Multimedia-Notebooks bis 16,4 Zoll

Testergebnis
Multimedia-Notebooks bis 16,4 Zoll
Fujitsu Siemens Amilo M1425
befriedigend
Test vom 28.06.2006



PRO KONTRA

schlankes Design
leuchtstarkes Display
hohe Leistung
WLAN-Abschaltung per Taste
laute Lüftung mit enervierendem Anlaufgeräusch
miserable Tastatur
niedrige Akkulaufzeit
Tastatur ungewohnt angeordnet



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