Überdurchschnittliche Leistungen bei den Leistungsmessungen
Das Amilo Pro V8010 leistete sich bei den Performancemessungen im Testlabor keine negativen Ausrutscher und bot eine ansprechende Gesamtleistung. Ein Intel Pentium M 740 (Dothan) mit 1,73 GHz Taktung und zwei
Amilo Pro V8010: Unterseite, die Ladezustands-LEDs des Akkus liegen innen.
MByte Second-Level-Cache und der mit 533 MHz getaktete Front Side Bus sind die solide Basis des V8010, das auf der zweiten Generation der Centrino-Technologie, Sonoma, aufbaut. Das Amilo Pro V8010 ist ab Werk mit 512 MByte DDR2-RAM bestückt, die mit einer Speichergeschwindigkeit von 533 MHz laufen. Die beiden Speichermodule sitzen leicht zugänglich in zwei unter einer abschraubbaren Klappe verborgenen Modulslots an der Geräteunterseite – vorbildlich! Damit bleibt einem V8010-Käufer die langwierige Demontage der Tastatur erspart, die bei einigen Konkurrenzmodellen nötig ist, um Zugang zum zweiten Speicherslot zu erhalten. Beim Aufrüsten auf mehr Hauptspeicher muss aber mindestens eines der beiden verbauten 256-MByte-Module raus.
Die integrierte Intel GMA-900-Grafik profitiert vom schnellen 533er Hauptspeicher und liefert beim 3D-Benchmark dank höherem Speicherdurchsatz etwas höhere Leistungswerte als vergleichbare Notebooks dieser Klasse. Ältere oder
Amilo Pro V8010: Akkuschacht, WLAN-Modul, Speicherslot und CPU-Lüfter.
einfachere 3D-Spiele kann man damit durchaus ganz kommod spielen, zum Hardcore-Gaming reicht die integrierte Chipsatzgrafik freilich nicht aus. Die integrierte S-ATA-150-Festplatte von Fujitsu blieb mit deutlich unter 20 MByte/s im Festplatten-Benchmark etwas hinter den Erwartungen an die schnelle serielle Datenübertragungs-Schnittstelle zurück. Problematisch wird es mit der S-ATA-Festplatte bei einer Neuinstallation des Betriebssystems. Da die entsprechenden seriellen Festplattentreiber auf der mitgelieferten Windows XP Professional CD fehlten, fand das Installationsprogramm die HDD bei der Neuinstallation nicht und quittiert vorzeitig den Dienst. Laut Aussage der FSC-Pressestelle sei dies aber nur bei den Presse-Testgeräten und Vorserien-Samples der Fall, wo der Festplattentreiber noch nicht in die Recovery-CD eingebunden sei. Bei allen Seriengeräten sei der Treiber natürlich vorhanden. Sollte er dennoch fehlen, hilft nur die Treibersuche übers Internet und die umständliche Bereitstellung via USB-Stick oder externem Disketten-Laufwerk, um den Treiber während der Installation manuell korrekt einzubinden und so die Installation überhaupt erst einmal zu ermöglichen.
Amilo Pro V8010: Vorbildlich, beide Speicher-Slots leicht zugänglich.
Einen positiven Eindruck hinterließ das optische Laufwerk: Das NEC ND-6500A beschreibt DVD-Rohlinge nämlich mit bis zu 8facher Brenngeschwindigkeit und brennt sogar Double-Layer-Medien mit bis zu 2,4facher Geschwindigkeit. Ein derartiges optisches Laufwerk ist in einem Notebook schon eine tolle Sache, denn damit lassen sich auch sehr umfangreiche Sicherungsaufgaben locker erledigen und auch komplexe Datenbestände archivieren. Unterwegs und auf Reisen sollte daher niemals echter Speichermangel aufkommen, eher schon ein Mangel an kompatiblen DVD-Rohlingen. Einen derartig leistungsstarken DVD-Brenner im vorteilhaften Kompaktformat sollte eigentlich jedes Notebook besitzen.
Brillantes aber leuchtschwaches XGA-Display
Das 15,1-zöllige XGA-Display des Amilo Pro V8010 stellt maximal 1.024 x 768 Bildpunkte dar. Das ist zwar nicht sonderlich viel, reicht aber für klassische Office-Jobs
V8010: 15,1-zölliges XGA-Display mit einer Auflösung von 1.024 x 768 Pixeln.
vollkommen aus. Das Display ist ziemlich brillant und kontraststark, verfügt aber nur über eine geringe Grundhelligkeit von durchschnittlich 101,1 cd/m² im Netzbetrieb. Paradoxerweise lag das Messergebnis bei unserer 9-Zonen-Leuchdichtemessung im Akkubetrieb sogar bei geringfügig höheren 104,6 cd/m².
Die Helligkeitsverteilung ist sowohl beim subjektiven Betrachten, als auch bei den Labormessungen recht unausgewogen. Bei Netz- und Akkubetrieb beträgt der Helligkeitsunterschied zwischen der hellsten Zone, der Mitte des Displays, und dem dunkelsten Bereich, der linken unteren Ecke, immerhin satte 29,7 im Netz- und 30,9 Prozent im Akkubetrieb. Mit einem Wert von nur 85,8 cd/m² im Netzbetrieb erscheint die linke untere Ecke im Vergleich zur über hellen Mitte (122,1 cd/m²) zappenduster. Unter Akkulast ergibt sich ein ähnliches Bild: 87,5 cd/m² für die untere Ecke und 126,6 cd/m² für die Mitte.
Dem fleckigen Bildeindruck steht aber eine gute Farbbrillanz und ein gutes Kontrastverhältnis entgegen. Die Blickwinkelabhängigkeit ist subjektiv gesehen durchschnittlich, erlaubt aber eine recht gute Bildbeurteilung beispielsweise der privaten Fotosammlung aus dem Familienalbum.
Um aber ein passables Monitorbild zu erhalten, sollte die Helligkeit stets voll aufgedreht sein. Dies schlägt sich aber natürlich auch in einem gesteigerten Stromverbrauch und damit einer verringerten Akkulaufzeit abseits der Steckdose nieder. Eine ausgewogenere Helligkeitsverteilung und eine höhere Grundhelligkeit würde dem ansonsten passablen LC-Display gut zu Gesicht stehen.
Anschluss- und kommunikationsfreudiger Geselle mit durchschnittlichem Mobilitätsfaktor
Unser Testgerät hatte alles an Bord, was heute für die drahtlose und kabelgebundene Kommunikation via Internet,
Amilo Pro V8010: USB 2.0, Gigabit-LAN, 56K-Modem, Dockingport und CPU-Lüfter.
Netzwerk und mit anderen Endgeräten notwendig ist. Wireless LAN wird beim V8010 durch eine Intel Pro/Wireless 2200BG bereitgestellt, die im IEEE802.11b/g-Modus mit bis zu 54 MBit/s Daten überträgt. Die Verbindung zum Access Point war während des Tests stets stabil und schnell. Schnellste Datenübertragungen in kompatiblen Firmen- und Priavtnetzen werden durch den integrierten Gigabit-LAN-Port realisiert, der bei Anwesenheit einer passenden Gegenstelle bis zu 1000 MBit/s erreicht.
Unser V8010 hatte zudem eine Fast-IrDa- (1.1) und eine Bluetooth-Schnittstelle (V1.2) an Bord, was hinsichtlich der Verbindungsmöglicheiten zu weiterer Peripherie und anderen Multimediageräten keine Wünsche offen lässt. Großzügig ist auch die Anzahl der im Quartett vorhandenen USB-2.0-Schnittstellen bemessen, ein Firewire-Port rundet die Hochgeschwindigkeitssparte ab. Eine S-Video-Schnittstelle für den Anschluss am Fernseher oder am Beamer gibt es auch.
Amilo Pro V8010: NEC DVD-Brenner, Kopfhörer- und Mikrofonanschluss.
Abgerundet wird das Anschlusssegment durch einen 3in1-Kartenleser, der Speicherkarten der Formate SecureDigital (SD), MultiMediaCard (MMC) und MemoryStick (MS) verarbeiten kann. Damit lassen sich auch unterwegs schnell einmal Musik-Songs auf den MP3-Player bringen oder digitale Fotos von der Digicam abspeichern.
Mit dem mitgelieferten Lithium-Ionen-Akku erzielte das Amilo Pro V8010 beim Batterietest eine Laufzeit von rund 3
Amilo Pro V8010: Li-Ionen Akku mit Ladezustands-LEDs.
Stunden, womit sich das V8010 im Klassendurchschnitt einordnet. Will man aber mit dem V8010 ernsthaft auf Reisen gehen, wäre ein optionaler Zweitakku empfehlenswert. Der ungefähre Ladezustand des Akkus kann im ausgeschalteten Zustand des Notebooks über LEDs angezeigt werden, die sich auf der ins Innere des Notebooks gewandten Seite des Akkus befinden. Im eingeschobenen Zustand verschwindet die Ladekontrollanzeige aber aus dem Blickfeld und ist nicht wie bei diversen Konkurrenzmodellen von außen ables- oder nutzbar. Aber immerhin bietet das Notebook ein solches Feature überhaupt an, was beileibe nicht bei allen Notebooks der Fall ist.
Fazit:
Das Fujitsu-Siemens Amilo Pro V8010 präsentiert sich als Arbeitstier für normale Officejobs. Die verwendeten Gehäusematerialien erscheinen eher geringwertig, die Verwindungssteifigkeit und Stabilität des Gehäusedeckel und
Amilo Pro V8010: Die wichtigsten Schnittstellen sind links lokalisiert.
die Tastatur insgesamt sind deutlich verbesserungswürdig. In den Leistungstests erreichte das Amilo Pro V8010 überdurchschnittliche Ergebnisse, die dank des schnellen 533er DDRII-Speichers auch für mehr als alltägliche Büroarbeiten locker ausreichen sollten. Um wirklich überzeugen zu können, hat das Display eine zu geringe Grundhelligkeit und weist eine zu ungleichmäßige Leuchtdichtenverteilung auf. Auf der Habenseite kann das LCD aber eine gute Farbbrillanz und eine relativ geringe Blickwinkelabhängigkeit verbuchen.
Die verbaute S-ATA-Festplatte bringt weniger Leistungsvorteile als erwartet. Zudem sollte in der finalen Recovery-CD besser der passende Festplatten-Treiber
Amilo Pro V8010: Kantige Formen und ein sehr guter DVD-Brenner.
enthalten sein, sonst ist bei einer Neuinstallation des Betriebssystems der Verdruss vorprogrammiert, da die Festplatte vom Installationsprogramm nicht erkannt wurde. Unterm Strich spricht bis auf den schnellen und wirklich sehr nützlichen 8fachen NEC-DVD-Brenner mit Unterstützung von Double-Layer-Medien und der hohen Leistung recht wenig für das Amilo Pro V8010. Denn auch in der 1000-Euro-Klasse gibt es mittlerweile noch leistungsstärkere, besser ausgestattete und vor allem solider verarbeitete Notebooks.
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