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TEST Fujitsu Siemens Lifebook P1510
Der leichteste Convertible Tablet-PC im Test
von Stefen Niemeyer am Mi, 08.03.2006



Unser Fazit:

Bild: Notebookjournal.de/RT
FSC Lifebook P1510: Aufgeklappt wie ein Notebook zu benutzen.
Das Fujitsu Siemens Lifebook P1510 ist einzigartig, weil es keinen anderen vollwertigen Tablet PC mit einem Gewicht von knapp einem Kilo gibt. Solche Einzigartigkeit verleitet viele Hersteller dazu, es mit ein paar Details nicht so genau zu nehmen. Dieser Fehler passiert auch Fujitsu Siemens: Die relativ hohe Abwärme des Geräts muss genauso wenig sein wie das laute Betriebsgeräusch des Lüfters - auch wenn sich dessen Verhalten dank neuer BIOS-Versionen deutlich gebessert hat. Und der Verzicht auf Gigabit-LAN und DVI-Ausgang passt ebenfalls nicht mehr zum professionellen Anspruch.


Bild: Notebookjournal.de/RT
FSC Lifebook P1510: Tastenfreie Anmeldung mit einem Finger im Slate-Modus.
Insgesamt ist das Lifebook P1510 dennoch ein hervorragender mobiler Begleiter für den beruflichen, akademischen und journalistischen Alltag. Das Schreiben im Stehen mit dem Stift ist dank des geringen Gewichts ermüdungsarm, der Platzverbrauch in Bahn und Flugzeug sehr gering. Mit einem befriedigenden Straßenpreis von etwa 2100 Euro inklusive des empfehlenswerten Zusatz-Akkus und eines externen DVD-Laufwerks ist das Lifebook P1510 ein Gerät, das Aufsehen und Neugier garantiert – und seine Aufgaben gut erfüllt. Denn

Bild: Notebookjournal.de/RT
FSC Lifebook P1510: Bedienung mit dem Stift im Slate-Modus.
Performance-Wunder werden von den Benutzern solcher Geräte nicht verlangt und könnte das Lifebook P1510 auch nicht vollbringen.

Das 8,9-Zoll-Display mit 1024 x 600 Pixel Auflösung (WSVGA) ist nahezu ausschließlich auf den Inneneinsatz beschränkt. Dort aber sind die Farben kräftig und deutlich erkennbar. Für den Außeneinsatz sollte Fujitsu Siemens eine Variante mit sonnenlichtauglichem Display anbieten, wie es die Slate-Modelle der hauseigenen Stylistic-Baureihe bieten.

Klassisches Gehäusedesign, gute Akkuleistung
Die Grenzen zwischen PDA, Mini- und Subnotebooks verschwimmen langsam. Nach dem 1.230 Gramm leichten Flybook von Holbe Dialogue hat Fujitsu Siemens (FSC) mit dem Lifebook P1510 den zweiten Mini-Tablet-PC als Convertible, also mit auf die Tastatur klappbarem Display, vorgestellt. Das in der Grundausstattung für etwa 1900 Euro erhältliche Gerät ist mit seinen 1019 Gramm der leichteste Convertible-Tablet-PC. Er kommt im für Fujitsu Siemens typischen silberfarbigen Metallic-Look und besticht neben dem Gewicht durch leichte Bedienung und professionelles Zubehör.


Bild: Notebookjournal.de/RT
FSC Lifebook P1510: Einfach mal drehen.
Die Minimierung von Größe und Gewicht hat einen Preis, und das ist neben dem in manchen Situationen recht schmalen Display der Verzicht auf ein eingebautes optisches Laufwerk. Unserem Testgerät lag ein externes, per USB anzuschließendes Laufwerk bei, das sogar über einen eigenen Akku (700 mAh) verfügt und so den Akku des Notebooks nicht zusätzlich belastet. Dieses von FSC vertriebene Toshiba DVD-Laufwerk (ODD-DVD SD C2732, 508 Gramm) ist eine optionale Komponente, theoretisch kann man jedes beliebige optische USB-Laufwerk anschließen.


Bild: Notebookjournal.de/RT
FSC Lifebook P1510: Kaum größer als eine DVD-Hülle.
Da die Anzahl der USB-Anschlüsse mit deren zwei recht gering ist, empfiehlt sich die Anschaffung eines USB-2.0-Hubs. Alternativ hat FSC auch einen kleinen Portreplikator für 105 Euro Straßenpreis im Programm, der nicht sonderlich hochwertig anmutet und wie das Gerät selbst keinen DVI- sondern nur einen VGA-Ausgang bietet. Ein- und Abstecken sind aber problemlos und ohne Hakelei möglich, was das Handling des Gerätes in der Praxis ungemein erleichtert.

Das Lifebook P1510 macht einen hochwertigen und stabilen Eindruck, fasst sich gut an und ist solide verarbeitet. Das Gehäuse ist allerdings nicht mit einer kratzfesten Schicht versehen, so dass recht schnell kleine Gebrauchsspuren auf dem Gehäusedeckel auftauchen. Auch passen die hellgrauen Tasten optisch nicht optimal zum Metallic-Look des Gehäuses, sondern muten wie ein Fremdkörper an.


Bild: Notebookjournal.de/RT
FSC Lifebook P1510: Der Standard-Akku fällt im Gehäuse nicht auf.
Grundsätzlich sind Tablet-PCs die idealen Begleiter in Vorlesungen und Meetings oder Konferenzen. Unhöfliches Geklapper beim Schreiben mit der Tastatur kann entfallen. Mit der Stifteingabe lassen sich eigene handschriftliche Notizen zuverlässig in Text umwandeln, Dokumente bearbeiten, leicht sichern und archivieren oder per E-Mail verschicken. Neben der Funktion als nahezu überall einsetzbares Internet-Terminal via WLAN, Modem oder Bluetooth muss ein Gerät für den Arbeits- und Studien-Alltag aber auch eine hohe Akkulaufzeit aufweisen.

Mit dem Standard-Akku kann aber nicht einmal ein Kurzarbeiter seinen Arbeitstag überstehen: Er hält gemessene 2 Stunden und 40 Minuten durch. Ein weiterer Akku ist daher zu empfehlen. Mit dem guten Angebot von Zusatz-Akkus zeigt sich eine der Stärken von Fujitsu Siemens als Hersteller. So verfügt zum Beispiel das größere, rund 2 Kilogramm schwere Tablet-Modell FSC Lifebook T4010 über einen Schacht für das DVD-Laufwerk, der sich auch mit einem 8-Stunden-Akku bestücken lässt. Als deutlich kleineres und leichteres Gerät muss das Lifebook P1510 ohne diese Möglichkeit auskommen.


Bild: Notebookjournal.de/RT
FSC Lifebook P1510: Der 6-Zellen-Akku ragt vorne ein Stück heraus.
Daher kann der der bei unserem Testgerät im Lieferumfang enthaltenen 6-Zellen-Akkus (5200 mAh) nicht gleichzeitig mit, sondern nur alternativ zum Standard-Akku eingesetzt werden. Aber der etwas dickere Riegel hält mit gemessenen 5 Stunden und 23 Minuten etwa doppelt so lange und erhöht das Gewicht des Gerätes nur um 160 Gramm. Beim Austausch ist ein wenig Fingerspitzengefühl erforderlich. Aufgrund seiner Größe ragt er ein wenig hervor, was aber nicht stört, sondern im Gegenteil beim Tippen eine größe Auflagefläche für die Hände bedeutet.

Leider unterstützt FSC eines der herausragenden Features von Motion Computings Tablet-PCs nicht: Fährt man diese in den Standby, hat man etwa dreißig Sekunden Zeit, um ohne Datenverlust den Akku-Wechsel durchzuführen (siehe Test Motion Computing LE1600). Daher muss das P1510 für den Akkuwechsel heruntergefahren werden.

Kleiner Hitzkopf mit gutem Display

Bild: Notebookjournal.de/RT
FSC Lifebook P1510: Aufgeschraubt.
Herz des Lifebook P1510 ist ein 1,2 GHz schneller Intel-Prozessor Pentium M 753 ULV, der für Büro-Aufgaben ausreicht und genügend Kraft für wenig anspruchsvolle Spiele in 2D-Grafikqualität hat. Eine ohnehin wenig empfehlenswerte Celeron-Variante gibt es für das Lifebook P1510 nicht. Von den 512 MByte DDR2-400-Arbeitsspeicher kann der in Intels 915GMS-Chipsatz integrierte Grafikkern bis zu 128 MByte belegen. Wer fordernde, RAM-intensive Applikationen nutzt, sollte den Arbeitsspeicher unbedingt ausbauen. Die Obergrenze liegt bei einem GByte. Mit der Grundbestückung erreicht das getestete Tablet im Produktivitäts-Benchmark Business Winstone ausreichende 12,1 Punkte. Damit ist es zwar alles andere als ein Leistungsmonster, genügt aber für das Arbeiten in klassischen Office-Anwendungen.

Gerade weil ein Tablet PC sehr oft im Arm oder auf dem Schoß eingesetzt wird, ist eine möglichst geringe Hitzeentwicklung wichtig. Hier findet sich eine der wenigen Schwächen des FSC Lifebook P1510. Denn trotz der kühlen CPU erwärmt sich das winzige Gehäuse auf der Rückseite deutlich spürbar über die gesamte Fläche und geht hierbei bis an den Rand des subjektiv Erträglichen. Der dann anspringende Lüfter ist dazu noch einer von der unangenehmen Sorte. Er ist laut und setzte anfangs recht häufig ein. Mit dem aktuellen Bios 1.11 belästigt er den Benutzer nicht mehr so oft, die durchschnittliche Gehäuse-Temperatur steigt dadurch aber. Hier sucht FSC selbst noch nach der idealen Einstellung, wie die Veröffentlichung mehrerer BIOS-Updates zu diesem Problem zeigt.


Bild: Notebookjournal.de/RT
FSC Lifebook P1510: Unverlierbar: Der Deckel des VGA-Ausgangs ist befestigt.
Die Grafikkarte ist für Büro-Jobs, DVD-Wiedergabe sowie Präsentationen gut geeignet. Ärgerlich ist aber, dass FSC keinen hochwertigen digitalen DVI-Anschluss für ein externes Display anbietet, sondern nur einen die Bildqualität mindernden analogen VGA-Anschluss. Die maximale externe Auflösung liegt bei 1280 x 1024 Pixel mit 16 Millionen Farben und 85 Hertz.

Der seitliche Blickwinkel des mit einer Helligkeitsabweichung von rund 16 Prozent recht gleichmäßig ausgeleuchteten und kaum spiegelnden 8,9-zölligen Displays ist groß genug, dass zwei oder drei Personen zugleich auf den Bildschirm schauen können.

Praktisch ist die automatische Drehung der Bildschirmausrichtung um 90 Grad beim Umklappen des Displays. So kann man ohne weitere Vorkehrungen hochkant weiterarbeiten. Eine seitliche Einsicht auf das Display ist nun deutlich schwieriger. Das ist aber eher von Vorteil, denn gerade eigene Notizen während eines Gespräches sollten nicht so leicht mitzulesen sein.

Trotz der vergleichsweise hohen gemessenen Helligkeit von durchschnittlich 144,3 cd/m² im Netz- und 143,9 cd/m² im Akkubetrieb muss man sich in hellen Umgebungen oft

Bild: Notebookjournal.de/RT
FSC Lifebook P1510: Für das Lifebook gibt es umfangreiches optionales Zubehör.
anstrengen, um auf dem mit 1024 x 600 Bildpunkten auflösenden Bildschirm genügend zu erkennen. Ein Outdoor-Display wie für die Slate-Geräte aus der Stylistic-Reihe bietet FSC bei diesem Gerät nicht an.

Das Display ist mit einem Touchscreen ausgestattet, verfügt aber nicht über einen aktiven Digitizer. Grundsätzlicher Nachteil von Touchscreens: Windows reagiert nicht auf unterschiedlichen Druck beim Schreiben oder Zeichnen. Wer also beim Malen oder Skizzieren auf Druckempfindlichkeit des Stiftes angewiesen ist, hätte sich mit dem Lifebook P1510 das falsche Gerät ausgesucht.

Überlegener Touchscreen und gute Verbindungen
Der mitgelieferte passive Stift ist klein, rund und schmal, aber bis auf eine geriffelte Fingerauflage nicht ergonomisch geformt. Er liegt federleicht in der Hand und hat eine nachgebende Spitze, so dass man beim Schreiben auf dem Display nicht unnötig starken Druck ausübt. Was fehlt, ist die Radiergummi-Funktion am Stift-Ende. Der Stift lässt sich an der rechten Seite im Gehäuse einstecken und rastet dort sicher ein. Nach einem leichten Drücken springt er ein gutes Stück heraus, so dass man ihn problemlos entnehmen kann.

Im Convertible-Modus muss sich der an normale Tastaturen gewohnte Vielschreiber ein wenig umgewöhnen. Die Tasten sind

Bild: Notebookjournal.de/RT
FSC Lifebook P1510: Die Tasten sind nicht zu klein geraten.
etwa 1,5 cm breit und 1,4 cm hoch. Immerhin hat Fujitsu Siemens die Zahlenreihe nicht zusätzlich verkleinert, nur die F-Tasten sind mit 1,2 cm deutlich schmaler. Doch dank einer bis auf eine Ausnahme sinnvollen Tastatur-Anordnung ist die Umstellung schnell geschehen und das Zehn-Finger-Schreiben gelingt weitgehend fehlerfrei. Der ärgerliche Schönheitsfehler der Tastatur ist die Platzierung der Pause-Taste am äußersten rechten oberen Rand. So man viel mit Tastenkombinationen arbeitet, wird diese Positionierung den Arbeitsfluss anfänglich hemmen. Denn wer eine Standardtastatur gewöhnt ist, wird oft die Pause- statt der direkt links daneben liegenden Entfernen-Taste drücken.

Die Tastatur ist stabil, biegt fast gar nicht durch und hat einen gut spürbaren Tastenhub. Geschmackssache ist dagegen die Benutzung des Trackpoints, der sich in der Mitte der Tastastur befindet. Doch gerade im Convertible-Modus spielt das Touchscreen-Display einen großen Vorteil gegenüber den Digitizer-Displays aus: Man kann den Fingernagel in zahlreichen Situationen umstandslos als Mausersatz nutzen und arbeitet deutlich schneller und genauer als mit dem Trackpoint.


Bild: Notebookjournal.de/RT
FSC Lifebook P1510: Ich bin schon belegt! Nur ein Slot für RAM-Bestückung.
Der normale FSC-Kunde hat die Auswahl zwischen den zwei Speichergrößen 512 MByte und 1 GByte als Maximalausbau. Das sind für Windows XP akzeptable bis gute Größen, für einen möglicherweise geplanten Umstieg auf Windows Vista am Ende des Jahres aber nur die offiziell empfohlene Größe.

Bei den Festplatten steht eine langsam drehende 4.200er Toshiba-Platte (IDE, Modell MK6006GAH) in 1,8 Zoll-Größe mit 60 GByte Kapazität zur Verfügung. Sie ist mit vier kleinen Gummipolstern an den Seiten vor Stößen geschützt. Nur bei der Abnahme einer größeren Stückzahl bietet FSC im Projektgeschäft eine Alternativ-Platte mit 30 GByte (sowie eine RAM-Bestückung von 256 MByte) an. Als "normaler Endkunde" kann man leider keine alternative Festplatte wählen. Ein optisches Laufwerk ist nicht verbaut, hier muss man wie bereits beschrieben auf eine externe Lösung ausweichen.


Bild: Notebookjournal.de/RT
FSC Lifebook P1510: Vier kleine Gummipolster sollen die Festplatte schützen.
Etwas ärgerlich ist der Verzicht auf Gigabit-LAN. Immerhin kann der Realtek-8100-Chip vom Netzwerk booten, wie es für professionelle Geräte Standard ist. Besser sieht es mit der Intel Wireless-Karte 2915 aus, die die Standards 802.11 a, b und g unterstützt. Sehr nützlich ist der separate Ein- und Ausschalter für die Karte, so dass man nicht auf ein laufendes Betriebssystem angewiesen ist, um die Karte schnell einmal zu deaktivieren. Im BIOS lässt sich einstellen, ob die Karte standardmäßig aktiviert sein soll. Gleiches gilt für den eingebauten Bluetooth-Sender (Standard 1.2), dem aber ein eigener Ein-/Ausschalter fehlt.




 


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Testergebnis
Tablets & Convertibles
Fujitsu Siemens Lifebook P1510
sehr gut
Test vom 22.06.2006



PRO KONTRA

leichtester Convertible-Tablet-PC
Fingerabdrucksensor
Touchscreen ohne Verrutschen des Fokus durch Handballen
angenehme Haptik
hochwertige Verarbeitung
je ein SD- und CF-Kartenschacht
guter Support
Profi-Zubehör (Optionaler Langzeit-Akku, Ladestation, Portreplikator)
starke Erwärmung auf der Unterseite
lauter Lüfter
keine Außenlichteignung
Stift ohne Radiergummi-Funktion
kein PC-Kartenschacht
kein integriertes Laufwerk
kein Firewire
nur eine Festplattengröße
keine optionale Dockingstation



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