Das Gericom 1st Supersonic PCI E ist ein Grafikbolide mit hoher Gesamtleistung, aber beileibe kein leises Flüsternotebook. Dank schneller Nvidia Geforce Go 6600,
1st Supersonic PCI E: Stabiles Gehäuse, aber kratzempfindliche Oberflächen.
flotter CPU und satten 1.024 MByte RAM prädestiniert sich das 1st Supersonic PCI E besonders für Spieler, die das laute Lüftergeräusch und die recht heftige Erwärmung des Supersonic tolerieren können.
Neben der üppigen 3D-Grafikleistung bietet das Gericom 1st Supersonic PCI E ein helles, farbbrillantes und kontrastreiches 15,4-zölliges Breitbilddisplay, das aber sehr stark spiegelt und empfindliche Augen schnell ermüden lässt. Dank einer passablen Farbneutralität eignet sich das CrystalBright-Display des 1st Supersonic PCI E durchaus auch für anspruchsvollere digitale Fotobearbeitungs- und Retuschieraufgaben.
1st Supersonic PCI E: Dahinter versteckt sich echte Spiele-Power!
Der Preis von derzeit 1.399 Euro für das Gericom 1st Supersonic PCI E geht angesichts der gebotenen Ausstattung und Gesamtleistung (noch) in Ordnung. Allerdings sind dem schnellen Gericom in jüngster Zeit recht potente und zum Teil recht günstige Widersacher aus den Lagern anderer Hersteller erwachsen. Notebooks mit der deutlich schnelleren Nvidia Geforce Go 6800 und größeren Displays sind derzeit auch schon für unter 1.500 Euro zu haben. Aktuell bietet eine große Handelskette das stärkere 17-Zoll-Notebook Amilo M3438G von Fujitsu Siemens Computers für ebenfalls 1.399 Euro an.
Stabiles Kunststoffgehäuse und angenehme Eingabegeräte
Gericom's 1st Supersonic PCI E zählt mit rund 3 Kilogramm Lebendgewicht zu den etwas gewichtigeren 15,4-Zoll-Notebooks. Teure Gehäusematerialien aus Metall oder Verbundwerkstoffen sind bislang in der 1200-Euro-Klasse
1st Supersonic PCI E: Passabler Tastenanschlag, Leertaste zu laut.
eher selten anzutreffen, das Gericom 1st Supersonic PCI E macht da keine Ausnahme. Das Notebook basiert auf dem vom ODM (Original Design Manufacturer, Großserienfertigung von Notebooks nach Kundenspezifikation) Quanta hergestellten Barebone KN1 und bietet mit seinen schwarz- und silberfarbenen Kunststoffelementen optisch wenige Highlights. Der LCD-Deckel unseres Testgerätes weist schon Gebrauchsspuren auf, was aber angesichts eines bei unterschiedlichen Redaktionen durchgereichten Notebooks durchaus vorkommen kann. Eine genauere Begutachtung des Deckels zeigt aber, dass das verwendete Kunststoffmaterial ein eher weiches Material ist. Zudem genügt bereits ein von Männerfingern ausgeübter
1st Supersonic PCI E: WLAN via Zusatztaste schnell an- und abschaltbar.
sachter Druck auf den Deckel, um heftige Störungen auf der Sichtseite des LC-Displays zu produzieren. Die beiden in den silberfarbenen Außenrahmen der Geräteoberschale eingelassenen schwarzen Kunststoffplatten geben Knarrgeräusch von sich, besonders die linke Handballenauflage unseres Gericom 1st Supersonic PCI E knarrt vernehmlich.
Viele Zusatztasten zur bequemen Steuerung oft benötigter Systemfunktionen bietet das Gericom 1st Supersonic PCI E zwar nicht an, aber immerhin sind eine Zusatztaste zum schnellen An- und Abschalten des WLAN-Moduls sowie je eine Schnellstarttaste für das bevorzugte Mailprogramm und den favorisierten Internetbrowser vorhanden. Die Tastatur des Gericom 1st Supersonic PCI E bietet 87 Einzeltasten, die mit einem für diese Notebookklasse grundsätzlich passablen Tastenanschlag aufwarten. Das Eingabegerät biegt sich zwar im linken Bereich (S-/D-/X-Taste) etwas durch, die Kunststoffkappen der Tasten selbst sitzen aber fest auf der Unterkonstruktion und wackeln wenig. Im Klassenvergleich
1st Supersonic PCI E: Das Touchpad reagiert präzise, wird aber etwas warm.
klappert aber insbesondere die Leertaste beim Betätigen in der Tastenmitte zu laut. Die Materialqualität der Tasten selbst dürfte ebenfalls nicht für die Ewigkeit konzipiert sein, denn bereits an unserem Testgerät machten die Leer-, Enter- und rechte Shift-Taste sowie die bei Spielen oft benutzte W-/A-/S-/D-Tasten einen etwas abgegriffenen Eindruck. Wir vermissten zudem einen klar definierten Druckpunkt und eine eindeutigen Rückmeldung des Tastenanschlags beim Tippen.
Das Touchpad des 1st Supersonic PCI E verfügt über eine mit zwei Pfeilen markierte vertikale Scroll-Leiste, die auch haptisch dank einer dünnen vertikal verlaufenden Kunststofflinie mit der Fingerkuppe zu ertasten ist. Der Mauszeiger lässt sich präzise führen, die Empfindlichkeit des Pad stufen wir mit Treibereinstellung Standard als klassenüblich ein. Die breitflächigen Padtasten haben einen schön kurzen Hub, klacken aber klassenüblich beim Betätigen etwas lauter.
Hohe Gesamtleistung und klasse 3D-Performance
Das Gericom 1st Supersonic PCI E basiert auf Intels 915PM-Chipsatz (Alviso). Als Motor und Hauptverantwortlicher für die hohe Leistung dient eine flotte Pentium-M-740-CPU mit einer Taktung von 1,73 GHz und 2 MByte
1st Supersonic PCI E: Aufrüstung nur über Gericom, sonst droht Garantieverlust.
Second-Level-Cache. Die Hauptspeicheraustattung mit üppigen 1.024 MByte DDR2-RAM sorgt ebenfalls für ein sattes Leistungsplus. Büroapplikationen und vor allem Speicher fressende 3D-Spiele profitieren davon ungemein, da zeitintensives Festplatten-Swapping selten auftritt. Die beiden DDRII-533-Speichermodule arbeiten im performanten Dual-Channel-Modus und ruhen in zwei an der Geräteunterseite befindlichen Speicherslots, die von einem großflächigen Wartungsdeckel geschützt werden. Um Zugang zu RAM und CPU-Kühlkörper zu erlangen, müssen jedoch vorher sechs Schrauben entfernt werden. Diese Wartungsklappe ist mit einem Garantiesiegel versehen, ein Austausch der Speicher resultiert also im Verlust des Garantieanspruchs.
Die 80-GByte-Festplatte Travelstar 5K80 von Hitachi bietet bei einer Rotationsgeschwindigkeit von 5.400 U/min in den Transfertests nur durchschnittliche Leistungen. In SiSofts Sandra messen wir mittlere Werte von etwa 15,5 MByte/s, das Kopieren unseres Test-Datenmixes innerhalb der Festplattenstruktur selbst erledigte die Travelstar 5K80
1st Supersonic PCI E: Die HDD sollte für Spielebetrieb mehr Leistung bieten.
aber ebenfalls nur mit einer durchschnittlichen Datentransferleistung von 6,5 MByte/s (Datenvolumen 4,37 GByte) beim wahlfreiem Zugriff. Zum Vergleich: Die 80 GByte große Samsung Spinpoint M40 des Xeron Sonic Screen X70 brachte bei gleicher Rotationsgeschwindigkeit sehr hohe 10,3 MByte/s. Das schlägt sich auch in der subjektiven Wahrnehmung als nicht ganz so rasantes Starten von umfangreichen Spielen wie beispielsweise Battlefield II (BF2) und großvolumigen Photoshop-Dateien nieder. Einmal im Hauptspeicher abgelegt, geht es dann aber flott weiter. Grundsätzlich stellen die gebotenen Dateitransferwerte der HDD natürlich keine schlechten Werte dar, aber eine schnellere Festplatte würde wohl besser zu einem Spiele-Notebook passen.
Als weiteren Massenspeicher integriert das 1st Supersonic PCI E ein optisches Laufwerk vom Typ Matshita UJ-831D. Obwohl die UJ-Laufwerke von Matshita gemeinhin als eher langsamerer Vertreter der DVD-Brenner berüchtigt sind, lieferte der UJ-831D zumindest beim Datentransfertest unserer Test-DVD einen SiSoft-Sandra-Drive-Index-Wert von 5.748 KB/s. Auch beim DVD-Transfertest zur Festplatte
Matshita UJ-831D: Beim Transfertest ist das UJ-831D schnell - aber die Firmware.
lieferte der UJ-831D mit 5.069,77 KByte/s einen guten Wert. Angaben zur Brenngeschwindigkeit und über eventuell verfügbare Firmwareupgrades sind auf den Gericom-Webseiten ohne Kundenregistrierung leider nicht einsehbar.
Die Grafikleistung des Gericom 1st Supersonic PCI E ist in dieser Preisklasse dank Nvidias Geforce Go 6600 mit 128 MByte eigenem Video-RAM sehr hoch. Aktuelle 3D-Games wie die kurz von uns angetesteten Spiele Battlefield 2, Doom 3, Far Cry oder Half Life 2 lassen sich mit sehr guter Auflösung, Qualitätsstufe und Geschwindigkeit spielen, da ruckelt nichts. Die gebotene Grafikleistung der Geforce Go 6600 liegt gemäß unseren Aufzeichnungen bei den Benchmarks von Futuremark (3DMark2001, -03 und -05) auch deutlich über den Werten von Notebooks mit ATI's Mobility Radeon X700. Leistungsmäßig wird die Grafikleistung des Gericom 1st Supersonic PCI E in unseren Testreihen nur von Geräten mit einer Nvidia Geforce Go 6800 übertroffen, die beispielsweise im Dell Inspiron 9300 und im Fujitsu-Siemens Amilo M3438G eingebaut ist. Beim 3DMark 2001 erreichte die Geforce Go 6600 in der Qualitätsstufe Hohe Qualität (HQ) rasante 14.661 Punkte. Beim 3DMark2003 lieferte die 6600-Grafik bei der HQ-Einstellung ebenfalls hohe 6.079 Punkte. Beim 3DMark2005 geht die Leistung zwar im Vergleich zur Geforce Go 6800 deutlich zurück, es bleiben aber immer noch 2.506 Punkte (HQ) übrig. Im AquaMark3 Triscore generierte die Grafik ein Gesamtergebnis von satten 46,1 fps bei Hoher Qualität. An der 3D-Leistung gibt es also nichts zu mäkeln.
1st Supersonic PCI E: Die rechte Seite bleibt angenehm kühl.
Die Kehrseite der hohen Leistung ist die Geräusch- und Temperaturentwicklung. Das 1st Supersonic PCI E erwärmt sich bereits bei üblichen Office- und Fotoprogrammen zum Teil recht heftig. Der CPU-Lüfter schaltet sich sehr störend regelmäßig und vehement auch bei geringer Auslastung zu, das Lüftergeräusch ist auch bei einem erhöhten Umgebungsgeräuschpegel während der normaler Büroarbeitsstunden überdeutlich zu hören. Trotz der mächtigen Abluftarbeit des Lüfters erwärmt sich das 1st Supersonic PCI E aber bereits im Leerlauf bei einer Umgebungslufttemperatur von 23 Grad im Bereich der linken Geräteoberschale (Tastatur) ab der Mitte zum Rand hin stetig. Bei Officearbeiten ereichte die linke obere Ecke via berührungsloser Infrarotmessung ermittelte 49 Grad, die Geräteunterseite im Bereich des gelben Warnaufklebers auf dem Wartungsdeckel heiße 59 Grad. Bei den intensiven Grafik- und Spieletests ergaben sich gar Temperaturen von 54 Grad an der Ober- und über 60 Grad an der Geräteunterseite. Das sehr hohe Betriebsgeräusch mag für Power-Spieler bei lautstarker
1st Supersonic PCI E: Unangenehm - der "Abgasstrahl" des heiß blasenden Lüfters.
Sounduntermalung noch akzeptabel sein, der durchschnittliche Anwender wird sich aber an der hohen Geräuschkulisse stören. Auch die deutliche Erwärmung der linken Tastaturhälfte gepaart mit dem deutlich fühlbaren Temperaturanstieg beim Touchpad dürfte beim einen oder anderen Anwender Stirnrunzeln verursachen. Im praktischen Einsatz fiel uns zudem auf, dass die linke Hand schon nach kurzem Arbeiten ein Eigenleben entwickelt: Sie bemüht sich, aus dem „Abgasstrahl“ des auf der linken Seite ausblasenden Notebooks zu kommen. Denn wie bereits gesagt bläst der Lüfter kontinuierlich sehr warme Luft aus. Der Luftkanal im Inneren des Gericom scheint so geformt zu sein, dass die Abluft genau auf die linke Hand trifft, wenn man in üblicher Haltung mit dem Gerät arbeitet – ärgerlich.
Bei soviel Power leidet naturgemäß auch die Akkulaufzeit. Das Gericom 1st Supersonic PCI E hält aber trotz der starken Kernkomponenten und dem üppigen Speicherausbau noch 2 Stunden und 21 Minuten bei unserem Akkutest durch. Wirklich mobil ist man damit natürlich nicht, allerdings reicht die
1st Supersonic PCI E: Der Akku verfügt über LEDs zur Ladestandsanzeige.
Akkulaufzeit für kurzweilige Überbrückungen auf Kurzreisen. Zusätzlich kann der Anwender die Akkuausdauer ja mittels verschiedener Softwaretools diverser Anbieter, durch ein abgedunkeltes Display und optimierte Energiesparoptionen etwas erhöhen. Durch den sinnvollen Einsatz von Strom- und Energiesparmaßnahmen senkt man neben dem Lüftergeräusch und der Temperaturentwicklung auch den Energieverbrauch des Gericom 1st Supersonic PCI E, was bei einem Stromverbrauch von 35 Watt im Leerlauf nicht zu unterschätzen ist. Schade, dass Gericom dem Anwender nicht bereits ab Werk eine derartige Lösung anbietet und vorinstalliert. Schließlich ist nicht jeder Notebookkäufer im Umgang mit derlei Optimierungen geübt.
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Kategorie: Multimedia-Notebooks bis 16,4 Zoll
Testergebnis
Multimedia-Notebooks bis 16,4 Zoll Gericom 1st Supersonic PCI E