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TEST HP compaq nc6230
Newcomer soll IBM Konkurrenz machen
von Gerald Strömer am Fr, 29.04.2005



Sonoma-Technik bringt hier noch keine Vorteile
Technisch lässt sich das Notebook durchaus mit dem ebenfalls von uns getesteten vergleichen. Beides sind Geräte mit 14,1-Zoll-Display, haben nur im Chipsatz integrierte oder minimalistische Grafiklösungen und sind beide leichter als 2,5 Kilogramm. Der größte Unterschied besteht darin, dass das

Bild: Thomas Laddach
Praktisch: Eine der beiden RAM-Bänke bleibt für Upgrades frei.
HP-Notebook bereits auf Intel neuer Centrino-Technologie basiert und so theoretisch spürbar schneller sein müsste. Nur: Das ist es nicht. Der Prozessor ist 160 Megahertz schneller und läuft mit 533 statt 400 MHz FSB, der RAM ist bei gleichem Ausbau immerhin schon auf DDD2-Niveau, die Festplatte dreht genauso schnell und hat doppelt so viel Cache wie die des IBM und die Grafiklösung ist nicht wie beim IBM im Chipsatz integriert. Und dennoch ist das nc6230 im direkten Vergleich einen Tick langsamer als das IBM-Notebook…

Schwach auf der Brust ist es deshalb aber noch lange nicht. Absolut betrachtet ist es für Office-Job absolut ausreichend gerüstet und nimmt nicht umsonst eine Spitzenposition im Test ein. Der 1,86 GHz schnelle Prozessor und die 512 MByte DDR2-RAM haben genügend Leistungsreserven, um praktisch jede handelsübliche Software souverän handhaben zu können. HP installiert DDR2-400-RAM im Single-Channel-Modus, der Chipsatz erlaubt aber auch DDR2-533-RAM im Dual-Channel-Modus mit doppelter Bandbreite der Speicheranbindung. Wer also nach dem Kauf unbedingt sein Notebook tunen will, sollte hier noch etliches an Performance herauskitzeln können.

Selbst anspruchslose Spiele sind mit dem nc6230 durchaus spielbar. Die X300-Grafik des HP-Notebooks reicht aus, um ältere Ego-Shooter oder Strategiespiele halbwegs flüssig zu spielen oder

Bild: Thomas Laddach
Für Touchpad-Verweigerer gibt es einen Pointing Stick mit 2 eigenen Tasten.
entspannt in Anwendungen mit hoher Grafiklast zu arbeiten. Natürlich wird das für Business-Kunden konzipierte Gerät damit nicht zum Gamer-Notebook, dazu ist die 3D-Performance der X300 viel zu niedrig.

Notebooks auf Basis der zweiten Centrino-Generation (Sonoma) sind ja dafür bekannt (oder besser: berüchtigt), dass sie sich gerne aufheizen. Daraus resultierend verbauen viele Hersteller starke Lüfter, die einen der Hauptvorteile der alten Centrino-Generation, nämlich das niedrige Betriebsgeräusch, komplett negieren. HP hat natürlich mit dem gleichen Problem zu kämpfen, denn der 1,86 GHz starke Prozessor und die restlichen Innereien agieren in thermischer Hinsicht alles andere als rücksichtsvoll. Auch beim HP ist der Lüfter praktisch ständig im Betrieb, hat aber gegenüber Konkurrenzmodellen zwei Vorteile: Erstens bleibt das Gerät auch wirklich kühl und zweitens hat der Lüfter ein vergleichsweise angenehmes Laufgeräusch. Relativ dumpf und ständig präsent, aber nicht aufdringlich. Daran kann man sich recht leicht gewöhnen.

Helles Display für entspanntes Arbeiten
In Sachen Display kann das nc6230 dagegen klar punkten. Alle Geräte der Serie verbauen 14,1-Zoll-Displays, die aber

Bild: Thomas Laddach
Das 14,1-zöllige und sehr helle Display stellt 1024 x 768 Pixel dar.
Modellabhängig als XGA- oder SXGA+-Version ausgeliefert werden. Unser Testgerät besaß ein XGA-Display, stellt also 1024 x 768 Bildpunkte dar. Die 1400 x 1050 Pixel des großen Bruders wären ein Sahnehäubchen, das unbedingt zu empfehlen ist. Wer die Wahl zwischen zwei ansonsten gleichen Geräten hat, sollte ruhig das hoch auflösende nehmen, es lohnt sich.

Das Display unseres Testnotebooks konnte zwar nicht mit hoher Auflösung brillieren, platzierte sich aber mit 156 (Netzbetrieb) und 150 Candela pro Quadratmeter (Akkubetrieb) in der 9-Felder-Messung im Spitzenfeld seiner Klasse. Die Helligkeitsverteilung war ebenfalls sehr gut: Die unteren drei Sektoren lagen nur leicht unter den Werten der oberen sechs Sektoren. Bemerkenswert ist die Integration eines so genannten Ambient Light Sensor, der die Umgebungshelligkeit misst und die Displayhelligkeit dementsprechend automatisch anpasst. Er lässt sich aber auch per Hotkey abschalten, so dass man die Helligkeit manuell einstellen kann.

Trotz des hellen Displays und der starken Komponenten fällt die Akkulaufzeit des nc6230 mit fast 3 Stunden und 10 Minuten gar nicht mal so schlecht aus. Damit überbrückt man zwar noch keinen ganzen Arbeitstag, aber auf jeden Fall Wartereien am Flughafen, die Zugfahrt ins Office oder den Kurzschluss in der Stromversorgung des Bürohochhauses…

Für ernsthafte mobile Arbeiter integriert HP zudem in die Bodenplatte noch eine direkte Schnittstelle für eine so genannte Travel Battery, die bei 450 Gramm Gewicht rund 3600 mAh bereitstellen soll. HP selbst gibt die reguläre Akkulaufzeit des

Bild: Thomas Laddach
WLAN und Bluetooth lassen sich auf Knopfdruck abschalten.
nc6230 mit vier Stunden an, der Einsatz einer Travel Battery solle diesen Zeitraum auf 8 Stunden verdoppeln. Wenn man sich unsere Testwerte ansieht und bedenkt, dass sie unter Abschaltung sämtlicher Stromsparmaßnahmen erfolgen, so liegen diese Angaben definitiv im Bereich des Möglichen. Wer also wirklich Steckdosenunabhängig arbeiten will, sollte sich die Anschaffung eines solchen Zusatzakkus gut überlegen.

Die Ausstattung des nc6230 ist für ein reines Business-Notebook bemerkenswert gut. Neben den starken Kernkomponenten auf Basis der Sonoma-Technologie integriert das Gerät eine 60 GByte große Festplatte mit 16 MByte Cache, bietet als optisches Laufwerk aber nur ein Combo-Drive zum Lesen von CDs und DVDs und Beschreiben von CDs. Alternativ gibt es Modelle mit DVD-Brenner und reinemDVD-Laufwerk und wer mag, kann das optische Laufwerk auch komplett durch eine zweite Festplatte ersetzen, die dann einfach an Stelle des optischen Laufwerks in die Multi Bay II geschoben wird.

WLAN und sogar Gigabit-LAN und Bluetooth sind an Bord, rein kommunikativ bietet das nc6230 alle etablierten Standards in der jeweils schnellsten Variante. Für Firmenkunden dürfte auch das Vorhandensein einer seriellen Schnittstelle interessant sein, die noch verblüffend oft gebraucht und heutzutage kaum noch verbaut wird. Docking Stations sind natürlich auch erhältlich, so dass der verwöhnte Firmenlenker sich nicht mit dem allmorgendlichen Kabelsalat herumschlagen muss.

Fazit
Mit dem nc6230 hat HP ein absolut konkurrenzfähiges und durchdacht designtes Gerät am Markt, das sich schnell seine Kundschaft sichern sollte. Ein gutes Display, hohe Leistung und eine vergleichsweise niedriges Betriebsgeräusch zeichnen das Notebook aus, das in IBMs Revieren wilden soll.

Praxiseindruck: Arnd von Wedemeyer (Publisher)
Die Integration von Touchpad und Trackpoint ist grundsätzlich angenehm für Leute, die das eine oder andere mögen. Das

Bild: Thomas Laddach
Das Touchpad arbeitet sehr präzise und hat leichtgängige Tasten.
Touchpad hat eine gute Größe mit Scrollbereich im rechten Rand, der allerdings in der Remote Session nicht funktioniert. Ansonsten sehr präzise in der Mausführung. Die Tastatur ist sehr angenehm und entspricht dem Standardlayout. Das nc6230 ist das erste Notebook, das ein vergleichsweise sauberes Bild bei 1920 x 1200 Pixel auf mein 23-Zoll-TFT zauberte. Und das über Analog-D-Sub, also den Standard-VGA-Ausgang. Das Notebook hat ein hochwertiges Gehäuse, das aber im Bereich des DVD-Brenners beim Anfassen sofort knarrt. Hier wäre eine zusätzliche Verstrebung im Inneren Vertrauen erweckender. Das Display ist gut, aber auch nicht herausragend. Außerdem hat das nc6230 eine serielle Schnittstelle, was für viele Industriekunden interessant ist, die Geräte mit einer RS232-schnittstelle ansteuern müssen. Es hat einen sehr guten WLAN-Empfang, ist relativ leicht und hat ein leichtes Netzteil mit langen Kabeln.

Allerdings lief der Lüfter permanent. Das einzig positive daran war, dass sich der Rechner überhaupt nicht aufzuheizen scheint. Das Betriebsgeräusch ist etwas hoch, aber manifestiert sich als gleichmäßiges, „ruhiges“ Rauschen. Durchaus erträglich.

Mein subjektives Fazit: HP versucht, ein ThinkPad zu bauen und ist dabei gar nicht mal so erfolglos. Aber: in punkto Gehäusequalität ist IBM doch noch ein bisschen weiter. Bei den Display-Scharnieren sowie der Gehäusestabilität punktet Big Blue.

Praxiseindruck: Ronny Herbe (Callcenter-Mitarbeiter)
Das nc6230 hat eine gute, feste Tastatur. Die meisten Anschlüsse

Bild: Thomas Laddach
Die Bündelung von Schnittstellen könnte Platzprobleme mit der Maus bedeuten.
finden sich an der Seite – und drei USB-Anschlüsse und einen Cardreader finde ich klasse. Das Notebook emittiert ein konstantes Lüftergeräusch, das aber leise und nicht nervend ist. Das Display ist gut ausgeleuchtet und bietet gute Blickwinkel, scheint aber nach rechts oben in der Leuchtkraft nachzulassen. Die Justierung von Helligkeit und Kontrast ist allerdings nicht ganz einfach. Das 15-Zoll-Display stellt zwar nur XGA dar, würde mir aber ausreichen. (Anmerkung Gerald Strömer: Das Gerät hat ein 14,1-Zoll-Display, scheint also größer zu wirken.)
Und zu guter Letzt hat das Notebook ein gutes Gehäuse, das sehr stabil wirkt.

Praxiseindruck: Peter Dähnert (Außendienstmitarbeiter)
Das Anschlaggefühl der Tastatur des nc6230 gefällt mir persönlich sehr gut, die STRG-Taste ist sogar besser bedienbar als bei meinem ThinkPad R51. Im Gegensatz zu meinem Notebook ist bei dem HP auch ein An-/Aus-Schalter für das Wireless LAN vorhanden. Außerdem sind alle Anschlüsse mit Symbolen auf der Oberseite gekennzeichnet – prima.

Nicht so gut hat mir die in meinen Augen billige Aufmachung gefallen, was besonders bei den Touchpadtasten spürbar ist. Außerdem scheint das Display einen leichten Blaustich zu haben.




 


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Kategorie:
Office-Notebooks

Testergebnis
Office-Notebooks
HP compaq nc6230
gut
Test vom 01.07.2006



PRO KONTRA

hohe Leistung
für Sonoma-Plattform recht leise
Lichtsensor kann automatisch Displayhelligkeit regeln
zusätzlicher Pointing Stick mit eigenen Tasten
leicht und flach
helles Display mit gleichmäßiger Helligkeitsverteilung
noch nicht verfügbar



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