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TEST HTC EVO 3D X515M
Kein Raumwunder
von Matthias Weiß am Mo, 21.11.2011



Display / Hardware / Foto / Video
Hinschauen: Das HTC Evo 3D X515M besitzt einen brillanten, angenehm farbtreuen Bildschirm, der 4,3 Zoll groß ist und 540 mal 960 Pixel auflöst und weitgehend gegen Tageshelligkeit gefeit ist. Seine Größe von 10,9 Zentimetern ist angenehm fürs Browsen, Navigieren, Schreiben – ein rundum angenehmes Device.

HTC Evo 3D im Browser
Bild: Notebookjournal/mw
Browsen mit dem HTC Evo 3D

Die Labormessung ergab einen günstigen Kontrast von 461,5:1, der für sich spricht. Es reagiert vielleicht ein wenig zu sensibel auf die Eingaben. Das jedoch ist Gewöhnungssache. Anders als beim LG-P920 Optimus 3D hapert's beim "Shooter" mit der dritten Dimension. Sim 3 zockend findet der Nutzer noch relativ zügig den geeigneten Augpunkt, aber im Falle von Fotos entstehen immer wieder störende Irritationen. Und vor allem gravierende Unterschiede zwischen Tages- und Kunstlicht. Im letzteren Fall ist die perfekte Räumlichkeit kaum hinzubekommen. Immer wieder nötigt das Gerät zum Neigen, Kippen, Vor und Zurück, und doch kommt der Raumeindruck nicht zustande. Auch die Videos nerven durch dieselben Probleme. Auf diese Weise produziert das Smartphone eher Kopfschmerzen, weil die stereoskopischen Bilder nicht übereinander zu legen sind. Mehr als ein wenig zu probieren, lohnt daher nicht. An diesem Feature muss der Hersteller noch einiges leisten, um zur Konkurrenz aufschließen zu können.

Hardware
Rückansicht HTC Evo 3D
Bild: Notebookjournal/mw
Rückansicht HTC Evo
3D
Mit seinen 170 Gramm, ist das Telefon recht schwer. Die Gestaltung des HTC Evo 3D X515M ist allerdings schlicht und schick. Und solide fühlt es sich zudem an. Anthrazit dominiert. Der Rückdeckel ist gummiert und daher schmutzabweisend. Die großen Linsen der Kameras liegen geschützt hinter einer eigenen Glasscheibe. Schön gelöst sind der Auslöser für die Kamera sowie der Wechselschalter zwischen 2D- und 3D-Kamera gleich daneben.

Kameraauslöser am HTC Evo 3D
Bild: Notebookjournal/mw
Der Kameraauslöser und die 2D-3D-Wechseltaste des HTC Evo 3D

Im Inneren dann ein anderes Bild: Wenn einmal etwas läuft, dann läuft es eben. Mag sein, dass manche Konstrukteure in dieser Kategorie denken. Dennoch ist es nicht gerade angenehm, wenn einer der wichtigsten vorbereitenden Akte, um ein Telefon in Betrieb zu nehmen, das Einsetzen der SIM-Karte, sich nicht intuitiv erschließt. Das HTC Evo 3D X515M besitzt eine Art Kombislot: unten MicroSD, oben SIM-Slot, die im rechten Winkel zueinander angeordnet sind. Zunächst muss die Batterie herausgenommen werden. Dann führt man das Kärtchen am Rande unterhalb der Kameralinsen vorbei. Ob von links oder rechts sieht man erst einmal nicht. Geradezu winzig der kleine Hinweis auf dem Boden des Akkufachs.

Sim-Kartenspiel HTC Evo 3D
Bild: Notebookjournal/mw
Kompliziertes Einlegen der Sim-Karte im HTC Evo 3D

Läuft die Maschine erst einmal, gibt es mit Blick auf die Arbeitsgeschwindigkeit nichts auszusetzen. Das Doppelherz aus dem Hause von Qualcomm gibt gefühlt mächtig Gas. Apps starten ohne Verzögerung. Vier Durchläufe der Smartbench 2011 ergaben einen Mittelwert von 1995 Zählern im Produktivitätsindex und 1694 im Bereich der Spiele. Nominell ist das nicht viel, wenn man bedenkt, dass ein gleich schnell getakteter Arm Cortex-A9 im Samsung Galaxy S II mehr als doppelt so viele Punkte in beiden Bereichen erzielt. Im Alltag braucht sich der Nutzer jedoch nicht über mangelnde Leistung beklagen. Der als klobig und lahm verschrieene Mozilla Firefox startete beispielsweise im Schnitt genauso schnell wie Opera oder der Googlebrowser.

HTC Evo 3D Zubehör
Bild: Notebookjournal/mw
Das Zubehör des HTC Evo 3D

Jede, vom gyroskopischen Sensor registrierte Bewegung des Handys im Raum setzt der Bildschirm zügig um. Dessen Signale lassen sich im Übrigen per Mobile HD-Link über die fünfpolige Micro-USB 2.0-Buchse auf HDMI schleusen. Im Netz funkt es standesgemäß 3G, GPRS, Edge sowie im Wlan per b/g/n-Standard. Bluetooth ist in Version 3.0 implementiert. Zertifiziert ist das HTC DLNA-gemäß für das drahtlose Streamen multimedialer Inhalte in Richtung TV oder PC. Und auch die Akku-Leistung ist beachtlich. Bei intensiver Nutzung aller Features und aufgedrehter Bildschirmhelligkeit sind satte 24 Stunden Laufzeit möglich.

HTC Evo 3D offen
Bild: Notebookjournal/mw
Das offene HTC Evo 3D

In Sachen Sound ermangelt es dem HTC Evo 3D X515M definitiv an Tiefe und Raum – trotz SRS-Optimierungsoption. Im Kopfhörer-Modus bietet das Gerät unter dem etwas irreführenden Menüpunkt "Equalizer" zehn Presets an, um den Chip auf Klassik, Rock etc. zu konditionieren. Kontrolle heißt dies aber nicht. Am besten klingt das Gerät tatsächlich im SRS-Modus. Kann man auf die Freisprechanlage und das Radio verzichten, lohnt sich das Anschließen höherwertiger Stöpsel. Mit einem Sennheiser CX 300-II ließ sich das Bassdefizit ausgleichen, und das Hören bereitete dann doch noch Freude. Bei einem Gerät dieser Klasse könnten bessere Klanggeber durchaus machbar sein. Das gilt gleichermaßen für die internen Lautsprecher, die dem durchschnittlichen Blechbüchsenklang entsprechen. Selbst ein Sony Xperia X10 mini pro der ersten Generation bietet da mehr an Volumen.

Foto / Video
Es ist ernüchternd zu sehen, was die Kameras zuwege bringen oder eben nicht. Wenn sich ein Hersteller darauf kapriziert, gerade die optischen Eigenschaften seines Produkts derart nach vorn zu stellen, dann sollte er auch entsprechende Qualität liefern.

Foto Blitz/ohne Blitz HTC Evo 3D
Bild: Notebookjournal/mw
Mit und ohne Blitz: die ärmliche Kamera des HTC Evo 3D

Die Fotos taugen nur, wenn man bei Tageslicht fotografiert. Ist die Empfindlichkeit auf ISO 400 eingestellt, enttäuscht das Rauschen des Sensors. Die große Anzahl an Artefakten macht die Aufnahmen nahezu unbrauchbar. Also den Blitz hinzu nehmen. Dann wiederum versagt der Weißabgleich, und die Bilder bekommen einen unerträglichen Grünstich. Hinzu kommen die offenbaren Mängel hinsichtlich 3D. Also kann die Optik getrost vergessen werden.


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Kategorie:
Smartphones



PRO KONTRA

Gute Akkulaufzeit
Schneller Prozessor
Kristallklarer 2D-Bildschirm
Schlechte 2D-Kamera
Ungeeigneter 3D-Bildschirm
Mäßiger Sound
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