Das 15 Zoll große XGA-Display des ThinkPad T60 ermöglicht eine maximale Auflösung von 1.024 x 768 Pixeln. Schon bei den ersten Betrachtungstests fällt unseren Testredakteuren die sehr geringe Helligkeit des matten Bildschirms auf. In helleren Umgebungen oder gar im Freien ist es dadurch nur eingeschränkt möglich, mit dem T60 vernünftig zu arbeiten. Zieht der Anwender nun den Netzstecker, wird das Display nochmals deutlich dunkler und in Folge dessen verschlechtert sich die Situation weiter. In unserer 9-Zonen-Leuchtdichtemessung bestätigt sich dieser Eindruck. Mit durchschnittlich 101 cd/m² im Netzbetrieb ordnet sich das Display im unteren Drittel seiner Klasse ein. Im Akkubetrieb kommt es gar nur noch magere 66 cd/m² - ein Tribut an die lange Akkulaufzeit. Der User kann allerdings durch die Einstellung "High" bei
Brightness (
Config =>
Display =>
Brightness) im BIOS statt einer automatischen Abdunklung im Akkubetrieb eine genauso hoch einstellbare Helligkeit wie im Netzbetrieb erzielen, was dann allerdings zu Lasten der Akkulaufzeit geht. Da Lenovo das Gerät aber mit der Einstellung "Normal" in diesem BIOS-Menüpunkt ausliefert, testen wir es auch dementsprechend. Denn die wenigsten Business-Kunden werden als erstes das BIOS "optimieren"... Wer im Windows-Betrieb die vorinstallierte Software
ThinkPad-Konfiguration durchforstet, wird unter dem Punkt
Bildschirm im Unterpunkt
LCD-Bildschirm die
Helligkeit bei Akkubetrieb von "normal" auf "voll" stellen können. Dieses Pulldown-Menü hat die gleiche Funktion wie der BIOS-Schalter: Auf der Einstellung "voll" erfährt man im Akkubetrieb so keine automatische Abdunkelung, muss dann aber mit spürbar verringerter Akkulaufzeit leben. Lenovo bietet dem User so zwar die Möglichkeit, die Bildschirmhelligkeit im Akkubetrieb halbwegs konstant zu halten, aber das "Verstecken" dieser Option in zwei doch recht verborgenen Untermenüs und die Grundeinstellung auf "normal" legt nahe, dass Lenovo die automatische Abdunkelung im Akkubetrieb präferiert, da so die Akkulaufzeit mit über 5 Stunden sehr gute Werte erreicht.
Bedingt durch die geringe Helligkeit kann auch die
Farbbrillianz und Sättigung des LCDs nicht überzeugen - unsere Testbilder wirkten flau und wie hinter einem unsichtbaren Schleier. Die Darstellung des Portraitbildes brachte eine leichte warme Grundtönung zu Tage, gelang aber insgesamt durchschnittlich gut. Bei der Wiedergabe von Filmen stört bei schnellen Bewegungen zudem die hohe Reaktionszeit des Displays. Die Blickwinkelabhängigkeit des Schirmes ist dafür etwas geringer als beim Klassendurchschnitt ausgeprägt und auch die Helligkeitsverteilung geht noch in Ordnung. Für das Surfen im Internet und die üblichen Officearbeiten ist das Display also gut geeignet. Für Filme, Bildbearbeitung oder den Einsatz im Freien dagegen weniger.
Bei der Kommunikations- und Multimediaausstattung beschränkt sich Lenovo auf das Nötigste. Wie alle Centrino-Notebooks der dritten Generation ist auch das T60 mit Intels WLAN-Karte Pro/Wireless 3945ABG ausgerüstet. Sie unterstützt alle
drei gängigen WLAN-Standards und findet somit problemlos weltweit Anschluss. Die Empfangsqualität der Karte ist okay, unter schlechten Bedingungen wird die Verbindung dennoch deutlich schneller instabil als bei vielen Geräten der zweiten Centrino-Generation. Zur Stromersparnis lässt sich die Karte bei Bedarf komfortabel über einen Schiebeschalter an der Stirnseite des Notebooks de- beziehungsweise aktivieren. Für die drahtgebundene Verbindung zum Firmennetzwerk ist im ThinkPad T60 eine schnelle Gigabit-Netzwerkkarte von Intel zuständig. Termine und Notizen lassen sich außerdem über die Infrarotschnittstelle des Lenovo-Notebooks mit Handys oder PDAs synchronisieren. Eine moderne Bluetooth-Schnittstelle fehlt jedoch. Mäuse, Drucker und externe Speicherstichs finden an den drei USB 2.0-Schnittstellen Anschluss. Firewire oder einen Speicherkartenleser suchten wir dafür vergebens. Ein PCMCIA-Steckplatz für Typ-I/II-Karten (unten) und ein ExpressCard-Steckplatz für 34er und 54er Kartenbreiten (oben) lassen jedoch ausreichend Raum für spätere Erweiterungen. Einen DVI-Anschluss für hochwertige Digitalmonitore sucht man allerdings vergeblich.
Dank seiner guten Sicherheitsausstattung macht das ThinkPad T60 Datendieben das Leben schwer. Es ist mit einem biometrischen Fingerabdruckscanner ausgestattet, der eine
komfortable und sichere Anmeldung in Windows ermöglicht und somit einen deutlich besseren Schutz bietet als das typischerweise leicht zu knackende Windows-Kennwort. Lenovo liefert außerdem ein Programm zur Erstellung einer verschlüsselten Containerdatei mit, in der der Anwender wichtige Dokumente sicher abspeichern kann. Erst nach der Eingabe des vorher definierten Passworts ist nämlich ein Zugriff darauf möglich. Beim Diebstahl der Festplatte bleiben die Daten dadurch sicher verschlüsselt und können nicht ohne das richtige Passwort ausgelesen werden. Gleiches leisten natürlich seit geraumer Zeit schon zahlreiche Open-Source-Tools wie etwa
TrueCrypt. Eine komplette Verschlüsselung der gesamten Festplatte bietet Lenovo im Gegensatz zu den Business-Geräten von HP aber nicht an – unverständlich.