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TEST Lenovo ThinkPad X220 (NYG37GE)
Spagat zwischen Mobilität und Leistung
von Shezan Kazi am Mo, 09.05.2011



Eingabegeräte / Display / Mobilität
Das Tastaturlayout wurde im Vergleich zu den bisherigen X-Modellen überarbeitet und gleicht nun den T- und W-Modellen. Dabei gefallen besonders die vergrößerte Enter- und Entf-Taste, welche nun über zwei Reihen gehen und somit wesentlich leichter zu treffen sind. Die Tastatur ist hervorragend und der kurze Hub und deutliche Druckpunkt eignen sich bestens für das Verfassen langer Texte. Der geringe Abstand zwischen den Tasten wird vollständig durch die großzügigen Abmessungen der einzelnen Tasten (19 x 19 mm) und die abgeflachten Ränder amortisiert. Einziger Kritikpunkt ist die sehr schmale Handballenauflage, welche mit einer Tiefe von ca. 7 cm bei mittelgroßen Händen zu wenig Ablagefläche bietet.

Lenovo ThinkPad X220: Eingabegeräte
Bild: notebookjournal.de/SK
Lenovo ThinkPad X220: Eingabegeräte

Zur Maussteuerung steht Lenovos UltraNav zur Verfügung – Kombination aus Trackpoint und Touchpad. Der rote Trackpoint sitzt zwischen der G-, H- und B-Taste und die dazugehörigen Tasten unmittelbar unter der Leertaste. Die Navigation hiermit ist etwas gewöhnungsbedürftig, funktioniert nach einer kurzen Eingewöhnungsphase aber sehr schnell und präzise. Das Touchpad ist laut Lenovo 30% größer als bei den Vorgängermodellen. Um weitere Bewegungsfläche zu schaffen, wurden die Maustasten direkt in das Touchpad integriert – wie man es von Apples Klickpads kennt. Das Touchpad ist nach vorne abgerundet, wo es mit der schrägen Vorderkante abschließt. Beim Testgerät sind die Tasten des Touchpads eine Katastrophe! Drag and Drop ist nur über kurze Distanzen möglich, da der Mauszeiger nach einem Viertel der Bildschirmfläche das Icon bereits „verliert“. Will man den Scrollbalken im Browser anklicken und nach unten oder oben ziehen, passiert entweder nichts oder nichts sinnvolles (Scrollen bleibt dauerhaft an, d.h. selbst wenn Maus nicht mehr auf Leiste ist, wird der Bildschirminhalt immer noch bewegt).

Lenovo ThinkPad X220: UltraNav
Bild: notebookjournal.de/SK
Lenovo ThinkPad X220: UltraNav

Erst nachdem in den UltraNav-Einstellungen einige Anpassungen vorgenommen werden, lässt sich das Touchpad einigermaßen gut benutzen. Dennoch bleibt hier der Trackpoint zwangsweise die erste Wahl und Lenovo wäre gut beraten, entweder in Zukunft zu separaten Tasten zurückzukehren, oder Verbesserungen von Seiten der Software zu implementieren.

Wer nur navigiert – also keine Mausklicks tätigt – wird mit dem Touchpad aber zufrieden sein und auch die Multitouchgesten als sehr angenehm empfinden. Um das ganze Drama mit Nichtfunktionieren von Links- und Rechtsklick zu vermeiden, habe ich eingestellt, dass die rechte Maustaste mit einem Zweifingerklick ausgeführt wird.

Lenovo ThinkPad X220: Klickpad
Bild: notebookjournal.de/SK
Lenovo ThinkPad X220: Klickpad

Mit dem neuen Touchpad haben die Damen und Herren von Lenovo sich selbst ins Bein geschossen und können erstmals mit einem ThinkPad nicht die Bestnote bei den Eingabegeräten einsammeln.

UPDATE (10.05.2010):
Nachdem der UltraNav-Treiber ein Update bekommen hat, funktioniert das Touchpad um Welten besser. Drag and Drop funktioniert nun so zuverlässig wie mit anderen konventionellen Touchpads und auch der Scroll-Bug wurde anscheinend behoben. Einzig der rechte Mausklick funktioniert noch nicht einwandfrei.

Bei dem alten Treiber handelt es sich um die Version 15.2.14.0. Der neue, verbesserte Treiber (15.2.20.0) ist über das ThinkVantage System Update verfügbar, oder kann von der Support-Site heruntergeladen werden.


Display
Lenovo ThinkPad X220: Display im Sonnenlicht
Bild: notebookjournal.de/SK
Lenovo ThinkPad X220: Display im Sonnenlicht

Das ThinkPad X220 gibt es mit TN- (lt. Lenovo 200 nits) oder IPS-Panel (laut Lenovo 300 nits). Letzteres ist laut Hersteller bis zu 50% heller. In unserem Testgerät ist jedoch das TN-Panel verbaut, welches eine maximale Helligkeit von 208 cd/m² besitzt. Damit werden die Herstellerangaben übetroffen und auch die durchschnittliche Luminanz von 186 cd/m² kommt relativ nahe an diese heran. In Verbindung mit dem matten Panel lässt es sich auch im Freien arbeiten, wobei man direkte Sonneneinstrahlung (etwa Sonne im Rücken) vermeiden sollte, da ansonsten die Leuchtkraft nicht ausreicht. Der Kontrast liegt mit 200:1 deutlich unter den Herstellerangaben und auch unter dem in dieser Preisklasse Akzeptablen.

Lenovo ThinkPad X220: Leuchtdichte
Bild: notebookjournal.de/SK
Lenovo ThinkPad X220: Leuchtdichte

Die Blickwinkelstabilität ist seitlich sehr gut und hält auch vertikal Abweichungen von bis zu 30° stand. Unverständlich ist der Umstieg auf das 16:9-Format, welches Lenovo mittlerweile bei fast allen ThinkPads einsetzt. Zwar bietet dieses Format seitlich mehr Platz, aber weniger Pixel von oben nach unten. Hinzu kommt, dass bislang keine höher auflösenden Displays als die verbauten 1366 x 768 Pixel bekannt gegeben wurden.

Mobilität und Emissionen
Am spannendsten wird bei Subnotebooks meist die Akkulaufzeit erwartet und hier hat Lenovo ganze Arbeit geleistet. Das Testgerät besitzt den 6-Zellen Akku (29+), welcher laut Lenovo bis zu 9,2 Stunden durchhalten soll. Die Angabe ist zwar sehr optimistisch, aber immerhin werden im BatteryEater Reader Test 527 Minuten erreicht – also bei Aktivierung aller Stromspar-Features sehr nahe an den Herstellerangaben. Im Classic-Test ist nach 217 Minuten das Ende der Fahnenstange erreicht, was ein eher enttäuschender Wert ist, da andere Ultraportables unter Last mehr Durchhaltevermögen besitzen. Lässt man Lenovos Energie-Manager die Stromversorgung regeln, sind in der Praxis aber sehr gute Werte zu erreichen. Ein ganzer Tag an der Universität (8:00-18:00 Uhr) ist ohne Schwierigkeiten zu schaffen. Das Anwendungsprofil sah hier wie folgt aus: Mitschriften während der Vorlesung (PDF XChange Viewer), Microsoft OneNote 2010, Mozilla Firefox (Youtube, Notebookjournal, diverse Foren), Bildbearbeitung mit GIMP, WLAN, Helligkeit auf 10 von 15. Ohne die Standby-Zeit zu berücksichtigen hält der Akku so über 6:30 Stunden.

Akkulaufzeit unter Last [Minuten]
akku last
Kategorie: Subnotebooks, Ultrabooks, Ultrathins
0
100
200
300
456

Weniger erfreulich ist dagegen die Lüftersteuerung sowie die Hitzeentwicklung und Lautstärkekulisse, welche dem Standard-Voltage Prozessor zuzuschreiben ist – dieser ist in dieser Größenklasse keineswegs Standard, war aber beim X201 auch schon vorhanden. Selbst im Office-Betrieb springt der Lüfter gelegentlich für längere Perioden an, obwohl sich die CPU-Temperatur nicht über 41°C wagt. Abhilfe schafft hier das Programm TPFanControl, mit dem sich die Lüftersteuerung optimieren lässt.

Lenovo ThinkPad X220: Oberseite (Idle)
Bild: notebookjournal.de/SK
Lenovo ThinkPad X220: Oberseite (Idle)

Lenovo ThinkPad X220: Oberseite (Last)
Bild: notebookjournal.de/SK
Lenovo ThinkPad
X220: Oberseite
(Last)
Lenovo ThinkPad X220: Unterseite (Idle)
Bild: notebookjournal.de/SK
Lenovo ThinkPad
X220: Unterseite
(Idle)
Lenovo ThinkPad X220: Unterseite (Last)
Bild: notebookjournal.de/SK
Lenovo ThinkPad
X220: Unterseite
(Last)

Die Hitzeentwicklung im Idle ist auf der Oberseite durchgehend gut und auf der Unterseite nur punktuell etwas hoch – maximal 32,2°C auf der Oberseite und 35,7°C auf der Unterseite. Unter Last steigen diese Werte jedoch rasant an, was dazu führt, dass der Schoßbetrieb schnell unangenehm wird. Das starke Lüftergebläse erhitzt den Bereich neben der Tabulator-Taste auf bis zu 55,8°C und auch sonst betragen alle Temperaturen auf der Oberseite mehr als 38°C. Auf der Unterseite beträgt die niedrigste Temperatur sogar 40,2°C und die höchste 54,4°C. Wer leistungshungrige Anwendungen benutzt, sollte möglichst auf einer glatten Oberfläche arbeiten, damit die Luftzufuhr ausreichend gewährleistet werden kann.

Bei hoher Last (3D Spiel) [Watt]
energie last
Kategorie: Subnotebooks, Ultrabooks, Ultrathins
0
14
28
42
66

Office Betrieb (Browser & Word) [Watt]
energie office
Kategorie: Subnotebooks, Ultrabooks, Ultrathins
0
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20
30
48


Auf der nächsten Seite: Ausstattung

Geräuschentwicklung
Betrieb (Vollast mit Stromanschluss)dB(A)36.9
Betrieb (Idle)dB(A)31
Betrieb Akku (Energiesparmode)dB(A)28.3



 


Kommentare zum Artikel ( 30 Antworten )
Zur Diskussion im Forum

AW: Lenovo ThinkPad X220 (NYG37GE) - Spagat zwischen Mobilität und Leistung
von loop am So, 19.06.2011 12:10 Uhr

Hersteller "machen" keine Fehler. Selbst Acer spricht niemals
auch nur ansatzweise von einem Serienproblem, wenn es um das
Drosseln der CPU geht. Denn dann hätte [U]jeder[/U] Kunde
Anspruch auf einen Ersatz/Reparatur/Rückzahlung. Es gibt auch
bei anderen Firmen "unfreundlichen" Support. Dazu gehören auch
ASUS und andere, da es meist externe "Service"-Partner sind,
die...
AW: Lenovo ThinkPad X220 (NYG37GE) - Spagat zwischen Mobilität und Leistung
von gnufish am So, 19.06.2011 09:01 Uhr

Oooch, Lenovo ist ja so arm dran... Nee aber mal ehrlich, die
Logik des Arguments leuchtet mir irgendwie nicht ein. Natürlich
ist der Wettbewerb hart. Aber daher gibt es doch
unterschiedliche Hersteller, dachte ich, die Produkte in
unterschiedlichen Preisklassen herstellen. Wenn ich nun ein
Produkt kaufe, dass in der oberen Preisklasse liegt (1300 Euro)
dann erwarte...
AW: Lenovo ThinkPad X220 (NYG37GE) - Spagat zwischen Mobilität und Leistung
von Necrosis am So, 19.06.2011 00:11 Uhr

diese einseitige Argumentation könnte durchaus von den vielen
positiven Erfahrungen herrühren, die man schon machen durfte.
Jeder Mensch wird nach und nach durch Erfahrungen geprägt, und
bei Lenovo wurde man im Vergleich selten enttäuscht. Von
daher herrscht hier wohl eher ein positives Bild von Lenovo
vor. Ich hoffe mal nicht, dass es wirklich Anlass gibt,...

Kategorie:
Subnotebooks, Ultrabooks, Ultrathins

Testergebnis
Subnotebooks, Ultrabooks, Ultrathins
Lenovo ThinkPad X220 (NYG37GE)
gut
Test vom 09.05.2011


Aktuelle Note: gut  Erklärung

PRO KONTRA

Tastatur und Trackpoint
Verarbeitung, Stabilität im Allgmeinen
Anwendungs- & 3D-Leistung für Subnotebook
Erweiterungsmöglichkeiten per Docking-Station, ExpressCard
Tastenloses Touchpad
Wärmeentwicklung unter Last
Display: Helligkeit / Kontrast
Stabilität Handballenauflage
USB 3.0 nur bei Intel Core i7-Modellen



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