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ANGEFASST Samsung Chromebook
Einfach und schnell mit Google Chrome OS
von Robert Tischer am Do, 23.06.2011



Das Samsung Chromebook ist das erste Notebook, das in Europa mit dem Google Betriebssystem Chrome OS zu haben ist. Mit dem 12,1-Zoll Display und dem Gewicht von knapp 1,5 kg ist das Chromebook beinah als Netbook einzuordnen. Doch die Kategorisierung fällt schwer, da die Netbook-Klasse unter anderem von Microsoft mit Vorgaben belegt ist. Das Betriebssystem Windows ist jedoch nicht dabei.

Doch widmen wir uns nur kurz Googles Chrome OS. So viel sei gesagt: Der Systemstart ist innerhalb der versprochenen 9 Sekunden vollendet. Warum das so schnell geht, ist schnell erklärt. Neben dem eigentlichen Betriebssystem werden keine weitere Daten benötigt und damit auf dem Datenträger gesucht, gelesen und verarbeitet. Windows wird im Laufe der Betriebszeit mit Programmen vollgestopft, die sich, teils ungefragt, automatisch mit dem System starten. Bei einem Virenscanner und einer Firewall ist das noch wünschenswert, doch viele automatisierte Update-Routinen nicht systemrelevanter Programme können den Ladevorgang spürbar in die Länge ziehen.

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Nicht so bei Googles Chrome OS. Hier werden die Apps erst aktiv, sobald der Nutzer das wünscht. Zudem ist Chrome OS offensichtlich deutlich schlanker - die meisten Daten lagern im World Wide Web - als das Betriebssystem von Microsoft, das mit verschiedensten Hardwarekomponenten arbeiten können muss und damit ein nicht zu verachtende Menge Daten mit sich rumschleppt, die meist nicht gebraucht wird.

Daher liegt es nahe, dass der Intel Atom Prozessor, der mit Windows Starter teilweise seine Mühe hat, mit dem schlanken Chrome OS flotter umzugehen weiß. Während der Vorführung in kleiner Runde gelang es jedoch nicht, ein Youtube-Video zum Laufen zu bringen. Ob hier Updates, welche Google alle sechs Wochen veröffentlichen wird, Abhilfe schaffen kann?


Spezifikationen Samsung Chromebook
- 12,1-Zoll Display (1280 x 800 Pixel), Matt
- 1,48 kg
- Intel Atom N570 (1,66 GHz)
- 2x USB 2.0, Mini-VGA, Kartenleser (4in1), HD-Webcam
- W-LAN, UMTS
- 449 Euro

Doch nun zum Samsung Chromebook. Der weiße Deckel ist nicht nur mit dem Schriftzug des Herstellers versehen, auch Google darf sein Chrome-Logo aufbringen. Dafür ist das Notebook im Inneren frei von Werbe-Aufklebern. Die schwarze Arbeitsfläche ist glatt und minimalistisch gestaltet, während die Kanten nicht eckig ausfallen. Diese Schlichtheit trifft sicherlich auf Wohlgefallen. Nicht nur das Design erinnert an Apple Macbooks, auch das große Touchpad, das ohne seperaten Tasten bedient wird, lässt den Vergleich zu.


Das Isolation Keyboard bietet keine F-Tasten wie Windows-Rechner. Stattdessen kommen Funktionstasten zum Einsatz. Browser-Befehle wie "Vor" und "Zurück" und "Refresh" sind zu finden. Außerdem sind schnell das Vollbild hervorgeholt, zwischen den Bildschirmen geswitcht und die Displayhelligkeit sowie Lautstärke der Stereo-Lautsprecher angepasst. Weiterhin entfällt die "Caps-Lock" Taste, die mit einer Sucher-Taste ergänzt wurde - schließlich wurde Google damit ja groß - als Suchmaschine.

Der erfreulicherweise entspiegelte 12,1-Zoll Monitor leuchtet angemessen hell und bietet horizontal Blickwinkel, wie sie von einem TN-Panel bekannt sind. Leider verhält sich das mit den vertikalen Blickwinkeln genauso. Sie fallen klein aus, denn Invertierungen und Kontrastverlust sind vor allem bei zu weit geöffnetem Display hinderlich. Störend in hellen Umgebungen kann der mit Glanz-Lack versehene Rahmen des Displays wirken - Reflexionen in ungünstigen Lichtverhältnissen werden schnell nerven.


Das schmale Gehäuse ist akzeptabel robust und auch die Oberflächen sind stabil, aber nicht perfekt gehärtet. Die leicht nachgebende Oberseite ist beim Tippen auf der Tastatur aber kein Hinderniss. Im Gegenteil. Das Isolation-Keyboard überzeugt mit knackigem Druckpunkt, ordentlichem Tastenabstand und angemessenen Hub.

Hands On: Samsung Chromebook (deutsch / german)


Für den Anschluss einer USB-Maus stehen zwei USB 2.0 Ports zur Verfügung. In einem kurzen Test wurde sogar eine Maus von (dem neuen Konkurrenten) Microsoft erkannt und konnte bereits nach einer Sekunde genutzt werden. Eine händische Installation war nicht notwendig. Der rechte USB-Port ist neben dem Anschluss für das Netzteil und der Klinke-Buchse für Audio In und Out der einzige Steckplatz, der offen liegt. Die weiteren verstecken sich hinter einer Kunkstoffabdeckung. So sind rechts der Einschub für eine SIM-Karte in Normalgröße und ein schwer erreichbarer Schiebeschalter zum Aktivieren des Entwickler-Modus zu finden. Dieser sollte, so Google, von Privatnutzern möglichst vermieden werden.


Auf der linken Seite sind der USB-Anschluss mit dem Mini-VGA-Port (ein Adapter gehört zum Lieferumfang) angebracht. Auch der Luftauslass des Kühlsystems ist hier zu finden. Der Lüfter nimmt die Arbeit bereits kurz nach dem Systemstart auf und befördert fühlbar kalte Luft aus dem Gehäuse. In sehr niedrigen Drehzahlen ist an unserem Testgerät ein Surren zu vernehmen, das veschwindet, sobald die Umdrehungsgeschwindigkeit des Ventilators steigt.

Samsung verbaut in dem Chromebook einen Akku, der bis zu 1.000 Ladezyklen ohne größere Kapazitätsverluste überstehen soll. Das wird gewährleistet, indem dem Lithium-Polymer Akku auf maximal 80% des Möglichen geladen wird. Trotzdem soll die Akkulaufzeit bei 8,5 Stunden liegen, bei ununterbrochenem Youtube-Genuss sollen noch über 5 Stunden machbar sein. Wie die Akkulaufzeit in der Realität aussieht, wird ein ausführlicher Test zeigen.

Kurzfazit
Das Chromebook von Samsung ist ein ausgereiftes Notebook. Wie sich Googles Chrome entwickeln wird, muss abgewartet werden. Auf den ersten Blick reicht die Leistung nur für Schreib- und Surftätigkeiten aus. Videos von Youtube und das Spiel Angry Birds laufen auf vielen Smartphones besser, weil flüssiger. Das größte Problem wird Google jedoch mit der Aktzeptanz der Nutzer haben. Aktuell schlagen Hacker-Truppen um sich und bedienen sich fremder und eigentlich geschützter Daten. Was mit den kopierten Daten geschieht, bleibt dabei meist unklar. Das Speichern von Daten im Internet ist also (noch?) nicht ausgereift und verunsichert viele Nutzer, was sie vom Kauf eines Chromebooks abhalten könnte.

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Kommentare zum Artikel ( 3 Antworten )
Zur Diskussion im Forum

AW: Samsung Chromebook - Einfach und schnell mit Google Chrome OS
von Das-Korn am So, 26.06.2011 11:31 Uhr

Das Problem sehe ich eher in der zur Zeit noch zu langsamen
Internetanbindung. Ist doch nervig Bilder zum Bearbeiten ins
Internet hoch zu laden, wenn man einen Upload von nur 512kB/s
hat. Erst ab einem Upload der bei 10 Mbit/s liegt macht dieses
ganze.. ich nenn es mal ... Clouding meine Meinung nach
Sinn. Naja, abwarten was die Zukunft bringt. Es wird auf jeden
Fall...
AW: Samsung Chromebook - Einfach und schnell mit Google Chrome OS
von Kai Schmidt am Fr, 24.06.2011 15:06 Uhr

Wir haben für euch noch ein Hands On Video gedreht und in den
Test eingebunden. Viel Spaß beim anschaun :)
AW: Samsung Chromebook - Einfach und schnell mit Google Chrome OS
von Fagballs am Fr, 24.06.2011 12:36 Uhr

So per Definition ist das in meinen Augen eigentlich erst ein
richtiges Netbook, ein Gerät, das ausschließlich mit dem Web
und Webtools arbeitet, ohne noch groß auf lokale Dateien zu
setzen. Dieser Ansatz gefällt mir gut, allerdings mit zwei
Einschränkungen: - Der Preis für das Gerät ist mal so 100-200
€ zu hoch, für 450 bekommt man auch Tablet-PCs, die noch etwas
mehr...

Kategorie:
Netbooks



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