TEST
Lenovo/IBM ThinkPad T42
Spricht professionelle Nutzer an

Überragende Performance für Office-Anwendungen Wer nicht gerade wenig Geld für ein IBM-Notebook hinlegen soll, möchte natürlich auch einen entsprechenden Gegenwert sehen. Den erbringt das T42 in 2D-Applikationen problemlos. Sehr hohe Leistung und durchdachte Software machen das Arbeiten in typischen Office-Anwendungen zum Kinderspiel.
Seine Leistung zieht das T42 aus dem 1,7 GHz schnellen Pentium-M-Prozessor der Dothan-Generation, der auf 512 MByte DDR-RAM zurückgreifen kann. Wem diese Leistung nicht reicht, der sollte sich das T43 genauer anschauen, dass bereits auf der Sonoma-Plattfom aufbaut. Hier kommen dann PCI Express, schnellere Prozessoren mit 533 MHZ FSB und DDR2-RAM zum Einsatz. Alternativ lässt sich natürlich auch der Arbeitsspeicher auf bis zu zwei Gigabyte ausbauen. IBM nutzt nur einen einzigen 512er RAM-Riegel, so dass die zweite Bank für ein Upgrade frei bleibt.
Wichtig für das entspannte Arbeiten ist natürlich auch eine schnelle Festplatte, die die Platenzugriffe mit minimalem Aufwand erledigt. Unser Testgerät greift hier auf eine Fujitsu-Festplatte zurück, die im Test sehr hohe Transferleistungen vorweisen konnte und ihre Aufgaben souverän erfüllte.
Im Gegensatz zu vielen anderen Office-Notebooks setzt IBM zudem nicht auf eine im Chipsatz integrierte und sich aus dem Arbeitsspeicher bedienende Grafik, sondern verbaut eine ATI Mobility Radeon 7500 mit eigenem, 32 MByte großem Videospeicher. Das entlastet das System gegenüber integrierten Lösungen deutlich und führt so zu einer höheren Leistung in multimedialen Anwendungen.
Display löst nur 1024 x 768 Pixel auf Ein Nachteil des T42 ist sein 14,1-zölliges Display, das nur eine Auflösung von 1024 x 768 Pixeln bietet. Das ist in den Zeiten von Widescreen-Displays und 1280er Auflösungen auf 12- oder 13-Zoll-Geräten sowie in Hinblick auf den geforderten Preis nicht gerade berauschend. Zudem ist das Display auch noch recht leuchtschwach: Im Netzbetrieb erreicht es im Durchschnitt unserer 9-Sektoren-Messung am weißen Bildschirm knapp 110 cd/m² und weist zudem noch deutliche Schwankungen der Helligkeitsverteilung auf. So ist es mittig mit einem Spitzenwert von knapp 134 cd/m² relativ hell, säuft aber links unten mit gemessenen 85 cd/m² spürbar ab. Die restlichen Sektoren schwanken zwischen 103 und 122 cd/m². Der Kontrast des Displays ist dagegen sehr angenehm und der Einblickwinkel - zumindest horizontal - sehr weit.
Die Bilddarstellung übernimmt - wie bereits angesprochen - eine Mobility Radeon 7500 von ATI. Die Karte ist im Chipsatz integrierten Lösungen deutlich überlegen und stellt souveräne 2D-Performance bereit. Im 3D-Bereich kann es die Allround-Karte dagegen nicht mit aktuellen Produkten aufnehmen. Sie ist auch hier besser als integrierte Lösungen, aber wer mit seinem Notebook diverse 3D-Welten unsicher machen will, sollte sich spätestens jetzt mit anderen Geräten auseinandersetzen. Aktuelle 3D-Shooter ruckeln bestenfalls über den Schirm. Entweder man nimmt dann die Grafikdetails und die Auflösung im Spiel ganz weit herunter oder verzichtet ganz darauf. Plant man jedoch keine 3D-Spielereien am Notebook, kann man mit der Mobility Radeon 7500 vollauf zufrieden sein.
Festplattenkapazität reicht fürs Büro aus IBM verpasst dem Modell 2373K1G eine 40 GByte große Festplatte, die im Falle unseres Testgerätes von Fujitsu kam. Das reicht zwar locker für die normalerweise im Büro anfallenden Datenmengen und Anwendungen, erscheint bei einem derart teuren Gerät aber schlichtweg als unterdimensioniert. Die mit 5400 U/min rotierende Platte ist allerdings sehr schnell, was sich in flinken Kopiervorgängen und schnellen Festplattenzugriffen niederschlägt. Zudem wird sie durch IBMs Active-Protection-System geschützt, dass die Leseköpfe bei auf das Notebook einwirkenden plötzlichen Beschleunigungen von den Plattern nimmt und dadurch die Festplatte vor Beschädigungen schützt.
Als optisches Laufwerk setzt IBM bei unserem Modell ein Combo-Laufwerk von Matshita ein, das DVDs mit bis zu 8facher Geschwindigkeit einlesen und CDs mit bis zu 24facher Geschwindigkeit beschreiben kann. Schade eigentlich, dass IBM auf den Einsatz eines DVD-Brenners verzichtet. Sicher, für klassische Bürojobs reicht auch ein CD-Brenner völlig aus. Aber wer zum Beispiel als Selbstständiger mit größeren Backups arbeitet, würde wohl auch gern auf einen DVD-Brenner zurückgreifen können.
Präzise Eingabe erleichtert das Arbeiten IBM-typische Qualitätsmerkmale sind dagegen die Eingabemöglichkeiten. Die Tastatur sucht in Sachen Verarbeitung und Haltbarkeit ihresgleichen. Satte Klickgeräusche, gut befestigte Tasten und eine erfahrungsgemäß hohe Haltbarkeit schalten die Tastatur als potentielles Sorgenkind aus. Eine Referenz stellt auch das Touchpad dar. Die sehr präzise Reaktion des Pads selbst, die ohne Kraftaufwand und damit sehr angenehm bedienbaren Maustasten und die verdeckte, aber immer korrekt funktionierende Scrollleiste machen das Arbeiten mit dem T42 im Vergleich zu diversen Modellen anderer Hersteller zu einer Erleichterung. Zusätzlich verbaut IBM noch einen Pointstick, der in Verbindung mit den Centertasten für das Scollen in Dokumenten, das schnelle Aufrufen einer Vergrößerungsfunktion oder eben als Mausersatz dienen kann.
Fingerabdruck macht Passworteingaben überflüssig Einige Modelle der T42-Baureihe integrieren wie unser Testgerät einen Fingerabdruck-Scanner. Der Sensor ist im unterhalb der Pfeiltasten verbaut und ermöglicht eine erhöhte Sicherheit in Anwendungen und für das Notebook selbst und vereinfacht gleichzeitig das Merken schwieriger Passwörter enorm – man muss sich nämlich nichts mehr merken. Der Sensor kann zur Versiegelung des Notebooks benutzt werden, so dass ein korrekter Fingerabdruck zum Hochfahren des Systems oder zum Zugriff auf die Festplatte benötigt wird. Andererseits arbeitet er aber auch mit IBMs Passwortverwaltungssoftware zusammen, so dass künftig beim Besuchen von passwortgeschützten Webseiten oder vergleichbaren Ressourcen nur noch ein Fingerbewegung zur Identifikation von Nöten ist. Das leidige Merken von unzähligen verschiedenen Passwörtern gehört damit der Vergangenheit an - super!
„Access IBM“ kontrolliert das Notebook Die Softwareausstattung ist IBM-typisch auf eine möglichst produktive Nutzung des Notebooks hin ausgerichtet. DVD-Player und Brennsoftware decken den multimedialen Part ab und mit einem Druck auf die „Access IBM“-Taste hat man zudem Zugriff auf alle Funktionen, die am T42 konfigurierbar sind – und das sind nicht wenige…
Zerschießt man sich irgendwann dann doch einmal das System, dann kann mit einem Tastendruck in kürzester Zeit ein Festplatten-Recovery von einer versteckten Partition aus durchgeführt werden. Eine Recovery-CD liegt dem Notebook nicht bei, braucht man sie beispielsweise nach einer Neupartitionierung der Festplatte doch, so kann sie problemlos über den IBM-Service angefordert werden.
Lange Akkulaufzeit garantiert Mobilität Ein wichtiger Punkt für ernsthafte mobile Nutzung eines Business-Notebooks ist natürlich die Akkulaufzeit. Und die ist trotz des Standard-Akkus mit knapp 4 Stunden im Test als sehr gut einzustufen. Bedenkt man, dass unsere Akkutests unter Umgehung aller Stromsparfunktionen (Display- und HDD-Abschaltung, Standby, …) arbeiten, dann sind diese 4 Stunden auch als unterste Grenze zu sehen. Im realen Einsatz dürfte das Notebook bei Verwendung der klassischen Stromsparfunktionen in den Arbeitspausen noch einmal spürbar länger durchhalten.
WLAN, Bluetooth und Gigabit für optimale Connectivity IBM stattet das 2373K1G mit den modernsten Kommunikationsmitteln aus. Für schnellste Verbindungen im Firmennetzwerk kann die abwärtskompatible Intel-Gigabit-Netzwerkkarte genutzt werden, über die man im Home-Office natürlich auch auf DSL-Router oder das private Netzwerk zugreifen kann. Wireless LAN ist mit dem Centrino-Notebook selbstverständlich auch möglich, hier sorgt ein 802.11b/g-kompatibler WLAN-Chip von Intel für maximale Flexibilität und bis zu 54 MBit schnelle kabellose Verbindungen. Damit kann man beispielsweise Hotspots an Flughäfen oder in der City nutzen oder vom Wohnzimmer aus entspannt und kabellos über einen Wireless-Access-Point surfen. Ein schon ungewöhnlicheres Ausstattungsmerkmal ist das Bluetooth-Modul, mit dem man im Kurzstreckenbereich mit anderen Bluetooth-Geräten kommunizieren kann. Und für den Fall der Fälle ist auch ein 56K-Modem an Bord, so dass man auch auf der Skihütte die wichtigsten Dinge online erledigen kann.
Niedriges Betriebsgeräusch für konzentriertes Arbeiten Trotz der starken Kernkomponenten bleibt das T42 angenehm leise. Das konstante Lüftergeräusch ist kaum wahrnehmbar und stört die Konzentration nicht im Geringsten. Man muss das Ohr schon auf 20 Zentimeter an das Gerät heranbringen, um den Lüfter überhaupt wahrzunehmen. In einer typischen Büroumgebung ist das T42 aber praktisch geräuschlos.
Massive Preisunterschiede trotz gleicher Ausstattung Das Preis-Leistungs-Verhältnis der Modellversion 2373K1G (UC2K1GE) des T42 ist trotz der hohen Leistung und der gebotenen Qualität eigentlich nur als miserabel zu bezeichnen. Die günstigsten Geräte finden sich ab 2380 Euro im Fachhandel – das ist heftig. IBM betreibt allerdings eine etwas eigenartige Vertriebsstrategie. Vergleicht man das UC2K1GE beispielsweise mit anderen, in der Ausstattung absolut identischen Geräten der T42-Baureihe, dann kommt man ins Grübeln. Das Modell UC2F1GE mit identischer Bestückung ist zum Beispiel für vergleichsweise billige 1759 Euro bei Notebooksbilliger.de erhältlich.
Natürlich ist das Notebook so oder so keine Schnäppchenware. IBM lässt sich Qualität und Service – und natürlich den guten Namen – satt bezahlen. Aber immerhin bekommt man mit dem T42 ein leises, schnelles Office-Notebook, dass zumindest in den nächsten Jahren nicht Stück für Stück auseinander fallen wird.
Fazit Das T42 ist für den professionellen Einsatz im Büroumfeld ausgelegt. Hohe Leistung, ergonomische Eingabemöglichkeiten und umfassende Kommunikationsmöglichkeiten zeichnen das schlanke, kantige Gerät aus. Dank Fingerabdruckleser verbessert sich zudem die Bedienung spürbar. Die einzigen echten Kritikpunkte sind das Display und der hohe Preis.
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