Slate-type Tablet-PC heißt nicht, dass man an diesem
Gerät ohne Tastatur arbeiten muss. Wie an jedem anderen Computer auch kann man eine beliebige USB-Tastatur anschließen und damit bei aufrecht aufgestelltem Display wie an einem einfachen Notebook arbeiten. Motion Computing bietet eine eigens für das LE1600 entwickelte USB-Tastatur an, die sich zum Transport wie ein schützender Deckel auf das Display klemmen lässt. Nimmt man sie ab, kann man eine Steckhalterung hochklappen, am LE1600 eine Abdeckung lösen (nicht mit dem Gehäuse verbunden, kann schnell verloren gehen) und es aufrecht anstecken. In der Halterung ist ein USB-Stift integriert, der die Tastatur beim Einrasten automatisch mit dem Gerät verbindet.
Die Tastatur ist im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich verbessert worden. Der Hub der Tasten ist angenehm, so dass die Umstellung von einem Standard-Keyboard auf die Behelfstastatur schnell vollzogen ist. Der Cursor lässt sich mit einem Trackpoint in der Mitte sicher steuern, unterhalb der Leerzeilen-Taste sind zwei Maustasten integriert. Die Anordnung der Tasten ist jetzt stärker an Normaltastaturen angelehnt. Die Entfernen-Taste befindet sich nicht mehr neben der Shift-Taste, sondern an gewohnter Stelle oben rechts in der Ecke. Die für die Befehlseingabe per Tastenkombination wichtige Strg-Taste hat mit dem Fn-Taste getauscht und belegt die gewohnte linke untere Ecke. Bei einem Preis von etwa 160 Euro sind die Kosten für die
unserem Testgerät beiliegende Tastatur zwar recht hoch, dennoch ist sie als Display-Schutz und Tipphilfe für unterwegs ein Must-Have für den täglichen Einsatz – wenn man sich denn das doch recht hohe Gewicht von zusätzlichen 706 Gramm zumuten will.
Die Netzwerk- und USB-Anschlüsse des LE1600 sind zudem nicht mehr wie beim Vorgänger ungünstig am unteren Rand des Gehäuses, sondern an der Seite angebracht. Daher sind anders als beim M1400 auch LAN-Kabel und Speicher-Stick im Tastatur-Betrieb einsetzbar, ohne dass das Gerät aus der Halterung gehoben wird.
Vorinstallierte Software
Motion Computing integriert Microsoft-Hotfixes in die Setup-CDs, so dass man bei einer Neuinstallation nicht alle Updates seit dem Erscheinen von Microsoft XP Tablet PC Edition 2005 mit integriertem Service Pack 2 nachinstallieren muss. Dennoch sollte man wie grundsätzlich bei jedem neuen Gerät vor der Aufnahme des Alltagsbetriebs diverse Updates installieren. Motion liefert anders als beispielsweise Toshiba standardmäßig das gerade für Tablet PCs nützliche
Filofax-Programm
Microsoft Office OneNote 2003 nicht mit. Vom Adobe Reader ist nur die veraltete Version 6 statt der aktuellen Version 7 installiert. Im Internet liegen Aktualisierungen für die Motion-Steuersoftware, das Bios, die TPM- und Audio-Software sowie und diverse aktuelle Treiber vor.
Sehr praktisch ist das mit einem Knopfdruck aufgerufene so genannte
Motion Dashboard. Es dient als Kontrollzentrum für den schnellen Zugriff auf Einstellungen wie Tabletfunktionen, Lautstärke, Mikrofon, Helligkeit, Stiftkalibrierung und Bildschirmanzeige. Microsoft hat es sich offenbar zum Vorbild genommen und etwas Ähnliches als
Mobility Center in den Nachfolger von Windows XP, Windows Vista, ebenfalls eingebaut. Auf Vista warten oder auf Alternativen wie
Dragon Naturally Speaking umsteigen muss man auch bei der Sprachsteuerung, die in Windows XP noch der englischen Version vorbehalten ist.
Es gibt für Tablet-PCs zudem noch einige sinnvolle kostenlose Erweiterungen, die die Arbeit an einem Tablet PC erleichtern und die man sich nicht daher entgehen lassen sollte. Dazu gehören die
Erweiterungen für Microsoft Tablet PC von Microsoft selbst. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von kostenlosen Programmen, die unter anderem ein Stift-Geeignetes Puzzle und ein Tool zum Ausschneiden und Kommentieren des Bildschirminhaltes enthält. Hinzu kommen die
Powertoys speziell für den Tablet-PC. Mit ihnen lassen sich zum Beispiel die eigenen handschriftlichen Buchstaben als Schriftart in Windows einbinden.
ArtRage ist als hervorragendes kostenloses Mal-Tool gerade in Version 2 erschienen. Sehr praktisch ist auch der
PDF Annotator, der handschriftliche Anmerkungen in PDF-Dokumenten ermöglicht.