Dem MSI Megabook M645-1656DL gelingt mit einem Lebendgewicht von 2,70 Kilogramm der Spagat zwischen passabler Stabilität und moderatem Gerätegewicht dank einer Geräteunterschale aus einer robusten und hochwertigen Magnesiumlegierung. Bei der Farbgebung und Materialwahl von Deckel und Geräteoberschale
dominiert ein Mix aus sehr hellem blaugraumetallic-farbenen Kunststoffteilen und mattschwarzen Plastikelementen. Dank sauberer Passform und ansprechender Verarbeitung gibt das MSI Megabook M645-1656DL für ein 1.100-Euro-Notebook wahrlich keine schlechte Figur ab. Etwas störend: Beim Abstellen ist ein deutliches und hell klingendes Vibrations- und Klappergeräusch der Geräteoberschale zu vernehmen. Dies könnte bei holpriger Zugfahrt durchaus dem einen oder anderen Anwender auf das Gemüt schlagen. Positiv: An der Frontseite finden sich Zusatztasten für die schnelle Lautsprechersteuerung und vor dem Display residiert neben dem Netzschalter ein Taster zum raschen Aktivieren von Wireless LAN.
Die mattschwarze Tastatur des MSI Megabook M645-1656DL erinnert sowohl haptisch als auch mechanisch sehr stark an
die bei Fujitsu-Siemens-Notebooks verwendeten Eingabegeräte (vgl.
Amilo M1437G ). Den Tastenanschlag bewerten alle Testredakteure einhellig als ansprechend. Die Stabilität der Tastatur geht soweit in Ordnung, allerdings lässt sich die Tastaturfläche im Bereich rund um die Y-Taste mit etwa einem Millimeter spürbar durchbiegen. Die übrige Tastenfläche zeigt sich ebenfalls federnd nachgiebig, allerdings in deutlich geringerem Umfang. Bei der obersten Tastenreihe (Funktionstasten) sitzen die Tastenknöpfe recht locker auf der Unterkonstruktion und die Leertaste hängt leicht nach links, wie wir es auch schon bei manchem FSC-Notebook beobachten konnten.
Für unseren Geschmack ist das Touchpad beim MSI Megabook M645-1656DL deutlich zu klein geraten. Die nur 6,0 x 4,3
Zentimeter (Breite x Höhe) messende nutzbare Fläche schränkt den Navigierkomfort schon deutlich ein. Fast permanent stößt man mit dem Mausfinger an die deutlich wahrnehmbare Kunststoffeinfassung und muss den Finger neu auf dem Pad ansetzen. Wenig auszusetzen gibt es hingegen bei der Empfindlichkeit und Präzision des Mausersatzes. Statt mehr Navigierfläche hat MSI dem Megabook M645-1656DL aber dafür gleich eine externe optische Maus spendiert. Der kleine Nager glänzt mit einem blank gebürsteten Mausrücken und blau illuminiertem Mausrad. Die optische Maus arbeitete auf unterschiedlichen Mauspads (Werbe-Mauspads mit unterschiedlicher Oberfläche) im Praxistest präzise und gab keinerlei Anlass zu Kritik.
Zusammengefasst: Mit einer für diese Preisklasse ungewöhnlich hochwertigen und robusten Geräteunterschale aus einer Magnesiumlegierung lässt das MSI Megabook M645-1656DL so manch teueres Notebook ganz schön alt aussehen. Abstriche muss der Anwender aber bei der Tastaturqualität hinnehmen. Das Touchpad bietet nur eine winzige Navigierfläche, dafür gibt es beim Megabook M645-1656DL als kostenloses Extra eine hübsche optische USB-Maus dazu.
Das MSI Megabook M645-1656DL integriert Intels aktuellen Alviso-Chipsatz i915PM, der von einem Intel Pentium M 730
mit einer Taktfrequenz von 1,6 GHz befeuert wird. Die Rechenleistung des Mittelklasse-Prozessors reicht für übliche Office- und einfache Multimediaanwendungen locker aus, Leistungsexplosionen sollte der Anwender damit aber natürlich nicht erwarten. Die zwei langsamen DDR-333-Speicherriegel (PC-2700) mit einer Gesamtkapazität von 512 MByte sind der Gesamtleistung des Megabook M645-1656DL wenig zuträglich und arbeiten zudem laut
CPU-Z nur im Single-Channel-Betrieb. Beide Speicherslots liegen zwar bequem zugänglich an der Geräteunterseite unter einer großen Wartungsklappe verborgen, bei einer Aufrüstung muss aber mindestens ein RAM-Modul weichen – ungünstig. Will der Anwender wirklich spürbar mehr Leistung aus dem MSI M645-1656DL herauskitzeln, sollte er also gleich das Geld für zwei schnelle und am besten je 512 MByte große 533er Speicherriegel mit einkalkulieren.
Die integrierte Hochleistungsgrafik Geforce 6600 von Nvidia des M645-1656DL wirkt sich bei den wenig grafiklastigen Tests
Business Winstone und
MCC Winstone erwartungsgemäß wenig aus. Das Megabook M645-1656DL erreicht
daher trotz integrierter Hochleistungsgrafik nur ein in etwa äquivalentes Leistungsniveau wie Notebooks mit integrierter Chipsatzgrafik (vgl. beispielsweise
Toshiba Satellite M50-105). Bei 3D-lastigen Benchmarks kann das MSI Megabook M645-1656DL hingegen nicht nur in den Tests von Futuremark punkten und zieht mit einer guten 3D-Grafikleistung Notebooks mit Geforce 6400/6200 oder ATI X300 meilenweit davon. Im
3DMark03 mit Treiberstandardeinstellung
Hohe Qualität können wir für das Megabook M645-1656DL gute 5.432 Punkte protokollieren. Damit rangiert das Megabook M645 zwar nicht in der Top-Riege vergleichbarer Notebooks mit Geforce-6600-Grafik, dafür kostet das M645-1656DL aber mit derzeit knapp unter 1.100 Euro auch deutlich weniger. Wäre das MSI Megabook M645-1656DL mit schnellerem RAM und einer leistungsstärkeren Festplatte ausgestattet, würde die 3D-Leistung noch deutlich positiver ausfallen. Denn diese beiden Komponenten sind die Hemmschuhe des Notebooks. Auch der mit 1,6 GHz im Vergleich zur 1,73-GHz-Konkurrenz unterdurchschnittlich starke Prozessor hinterlässt in den 3D-Tests natürlich seine Spuren.
Beim Kurztest von
Battlefield 2 ist uns aufgefallen, dass das Laden des Spiels von der HDD recht lange dauert. Danach konnten wir aber bei einer Auflösung von 1.280 x 800 Pixel (!) in der Qualitätseinstellung
High und mit
2fachem (!) Anti-Aliasing streckenweise ganz passabel spielen. Allerdings fiel die Bildwiederholrate beim Nachladen von der HDD wegen des geringen Hauptspeichers bei dieser Auflösung doch sehr oft unter einen sinnvoll spielbaren Wert zusammen. Mit 1.024er Auflösung verbesserten sich die durchschnittlichen FPS-Werte (Frames Per Second) und damit das Spielvergnügen zwar deutlich, mit gelegentlichem Nachladeruckeln mussten wir aber auch da leben. Kurzum: BF2 war in 1.024er Auflösung – wenn auch mit Einschränkungen – durchaus spielbar. Mit einem GByte RAM und schnellerer Festplatte ließe sich der Fun-Faktor bei BF2 beträchtlich steigern. Betrachtet man die Ergebnisse diess recht anspruchsvollen Spieltitels, dann kann man dem MSI Megabook M645-1656DL bei weniger fordernden 3D-Spielen also durchaus einiges zutrauen. Bisher konnte bei den 1.000 bis 1.100 Euro teuren Notebooks lediglich das
Asus Pro60V (Pro 60X-110) mit einem vergleichbarem Leistungsvermögen bei BF2 aufwarten.
Die integrierte Festplatte MK-6025GAS von Toshiba stellte sich beim MSI Megabook M645-1656DL als echte Leistungs- und
damit Spaßbremse heraus. Die 60 GByte große Festplatte trödelte mit einer Rotationsgeschwindigkeit von 4.200 U/min recht lustlos bei unseren Festplattentests herum. Konstatierte SiSoft Sandra noch eine Transferleistung von knapp 15 MByte/s, ermittelten wir bei unserem internen Fetplattentransfer lediglich eine magere mittlere Datentransferleistung von rund 4 MByte/s. Auch beim Praxistest mit Fotoprogrammen und üblicher Officesoftware mussten die Tester doch etwas länger warten, bis die Applikationen von der gemütlich arbeitenden HDD geladen waren. Neben der trägen Toshiba-Festplatte integriert das Megabook M645-1656DL als weiteren Massenspeicher ein optisches Laufwerk vom Typ GCA-4080N (Hitachi-LG OEM). Der DVD-Brenner mit 8facher Brenngeschwindigkeit verarbeitet neben Double-Layer- auch RAM-Medien und bietet bei unserem DVD-Transfertest mit rund 4,4 MByte/s eine durchschnittliche Leistung.
Beim Lüftergeräusch hält sich das MSI Megabook M645-1656DL angenehm zurück. Zwar läuft der Lüfter im Officebetrieb permanent mit, das Laufgeräusch ist aber im Klassenvergleich
als eher leise einzustufen. Paradox: An der Geräteoberseite bleibt das M645-1656DL recht kühl, im Inneren des Notebooks scheint es aber laut Protokollierung via
MobileMeter unter Volllast recht heiß zu werden. Hier notieren wir immerhin über 70 Grad. Als sehr ungünstig stellt sich die Ausblasrichtung des CPU-Lüfters im Praxiseinsatz heraus. Dummerweise schaufelt der Drehflügler den Strom heißer Luft genau auf die rechte Maushand, was man anhand der mitgelieferten Maus sehr schnell feststellt. Beim Batterietest leistet sich das MSI Megabook M645-1656DL hingegen keine wirkliche Schwäche und läuft immerhin 2 Stunden 50 Minuten lang unter Akkustrom – das ist guter Durchschnitt.
Das 15,4-zöllige Breitbilddisplay im 16:10-Format liefert beim MSI Megabook M645-1656DL eine klassenübliche Auflösung von 1.280 x 800 Pixel. Allerdings beeindruckt das stark spiegelnde Display vor allem mit tief satten Farben bei sehr neutraler Hauttonwiedergabe, was uns angesichts des
günstigen Gesamtpreis für das M645-1656DL doch überraschte. Auch bei der durchschnittlichen Grundhelligkeit bietet das MSI Megabook M645-1656DL mit gemessenen rund 143 cd/m² schon etwas mehr Betrachtungskomfort als der Klassendurchschnitt. Bei der Betrachtung der Referenzfotos gefällt den Testredakteuren die Farbreproduktion der Referenzfotos sehr gut. Strahlende bunte Farben, gute Grau- und Schwarzwerte und goldrichtige Hauttöne – klasse! Die Blickwinkelabhängigkeit gerät beim M645-Panel ebenfalls ganz passabel. Schwächen zeigt das LCD aber im Messlabor bei der Homogenität der Helligkeitsverteilung, denn die mittels 9-Zonen-Leuchtdichtemessung ermittelten rund 43 Prozent Helligkeitsabweichung im Netzbetrieb sind ein ausgesprochen hoher Wert. Der deutlichste Helligkeitsunterschied besteht dabei mit 125,0 cd/m² zwischen der linken unteren Ecke und dem oberen mittleren Messsegment, für das wir 179,2 cd/m² notieren. Beim subjektiven Bildeindruck wirkt das Display aber weit weniger fleckig, als es die Messwerte vermuten lassen. Das Durchscheinen der Hintergrundbeleuchtung bei
dunklen Bildhintergründen im unteren mittleren Bereich wirkt da stellenweise weit störender. Unterm Strich bietet das MSI Megabook M645-1656DL aber einen für diese Preisklasse recht guten Bildeindruck. Wer mit dem stark spiegelnden Display zurechtkommt, erhält ein brillantes, aber dennoch farbneutrales Notebookdisplay mit ansprechender Grundhelligkeit.
Bei der Kommunikations- und Schnittstellenausstattung bietet das MSI Megabook M645-1656DL Standardkost. Für drahtlose Kommunikationsaufgaben ist Wireless LAN mit Intels Pro/Wireless 2200BG integriert, kabellose Bluetooth- und Infrarotunterstützung für die Kontaktaufnahme mit dem Handy oder anderen Peripheriegeräten gibt es nicht. Für Kabelnetzwerke bietet das MSI Megabook M645-1656DL neben dem obligatorischen Modem-Anschluss einen 100-MBit-LAN-Port. Ein 3in1-Kartenleser, der die populären Formate SecureDigital, MemoryStick und MultiMediaCard verarbeitet, und vier USB-2.0-Schnittstellen runden das Anschlusssegment beim MSI Megabook M645-1656DL ab.