Das MSI S262 wird in zwei verschiedenen Varianten ausgeliefert. Einerseits kann sich der Käufer für ein ganz normales, teils sogar individuell konfiguriertes Notebook entscheiden. Alternativ bieten verschiedene Händler das S262 aber auch als so genanntes
Barebone oder
Barebook an, bei dem Prozessor, Festplatte und Arbeitsspeicher fehlen. Was sich im ersten Moment etwas absurd anhört, wird durch den Preis sehr attraktiv. Ausgerüstet mit einem Core-Duo-Prozessor T2400 mit 1,83 GHz Takt von Intel, einem Gigabyte Arbeitsspeicher und einer 80 GByte fassende Festplatte ist das Notebook so schon für knapp 1.000 Euro zu haben. Wird zusätzlich noch eine Windows-Lizenz benötigt, werden noch mal rund 85 Euro
für Windows XP Home oder etwa 130 Euro für Windows XP Professional fällig. Natürlich muss der Käufer die Komponenten anschließend noch selbst in das Barebook einsetzen – für erfahrene Computerbastler sollte dies aber kein Problem darstellen. Für versierte Anwender, die ein besonders günstiges Notebook suchen oder die Kernkomponenten nach eigenen Wünschen auswählen möchten, stellt diese Lösung sicherlich eine sehr interessante Alternative dar. Technisch weniger versierte Käufer sollten besser zu einem fertig konfigurierten Gerät greifen.
Das MSI Megabook S262 baut auf die Technologie der dritten Centrino-Generation (Codename
Napa) auf. Als Rechenherz fungiert in unserem Testgerät ein schneller Intel Core Duo T2400, Codename
Yonah. Der Prozessor verfügt über zwei je 1,83 GHz taktende Rechenkerne und kann auf zwei MByte L2-Cache zurückgreifen. Er ist somit nicht nur für alle anstehenden Office-Anwendungen mehr als ausreichend
dimensioniert, sondern macht auch in Multimediaanwendungen eine gute Figur. Dementsprechend erreicht das kleine Megabook S262 in den praxisorientierten Benchmarks
Business Winstone 2004 und
Multimedia Content Creation Winstone 2004 überdurchschnittliche 19,2 beziehungsweise 29,4 Punkte.
Die CPU arbeitet in Verbindung mit Intels i945GM-Chipsatz (Codename
Calistoga), der die integrierte Grafiklösung GMA950 beinhaltet. Da diese keinen eigenen Grafikspeicher besitzt, reserviert sie sich permanent 8 MByte vom Arbeitsspeicher und steigert diesen Wert bei Bedarf dynamisch auf bis zu 128 MByte. Wie alle aktuellen integrierten Grafikchipsätze ist auch die GMA950 für aktuelle Spiele meist zu langsam. Ältere 3D-Games sind mit niedriger Detailstufe und verringerter Auflösung oftmals dennoch recht passabel spielbar. Multimediaarbeiten bewältigt der Grafikchip größtenteils problemlos. Einzig bei der Wiedergabe von hoch auflösenden HDTV-Videos wird der Unterschied zu einem aktuellen Grafikchip von Nvidia oder ATI deutlich. Diese dedizierten Karten liefern hier eine spürbar bessere Bildqualität.
Unser Testgerät ist mit insgesamt einem Gigabyte DDR2-SDRAM von Infineon bestückt. Nachrüstwilligen Anwendern bietet der Laptop aber keine Wartungsklappe an. Um sich Zugang zu den Speicherbänken zu verschaffen, muss also stets das gesamte Notebook aufgeschraubt werden. Außerdem waren in unserer Testkonfiguration bereits beide Slots belegt. Beim Aufrüsten muss daher mindestens eines der beiden vorhandenen Speicherriegel weichen. Für die meisten Anwendungsbereiche dürfte die werksseitig vorinstallierte Größe jedoch eine ganze Zeit lang ausreichen. Selbst beim Ausführen mehrerer rechenaufwändiger Anwendungen ist das Notebook nicht gezwungen, Daten auf die im Vergleich zur RAM sehr langsame Festplatte auszulagern. In Folge dessen bleibt das kleine Megabook S262 stets responsiv und kann – dank Doppelkernprozessor – seine volle Leistung ausspielen.
Zur Ablegung der Anwenderdaten zeichnet sich eine 80 GByte fassende Festplatte von Seagate verantwortlich. Dass die Momentus-5400.2-Serie immer noch zu den schnellsten, mit 5400 U/min arbeitenden Notebookfestplatten gehört, stellt sie in
SiSoft Sandras Filesystem-Benchmark erneut unter Beweis – 23 MByte/s sind ein hervorragendes Ergebnis. In der Praxis macht sich diese hohe Geschwindigkeit vor allem beim Öffnen großer Bilder und dem Starten von aufwändigen Anwendungen wie Photoshop bemerkbar. Zusammen mit der restlichen Ausstattung erreicht das Megabook S262 somit spielend die Leistung eines ausgewachsenen 15,4-Zoll-Notebooks. Der eingesetzte DVD-Brenner von LG Electronics rundet das Gesamtpaket gelungen ab. Neben den üblichen Formaten kann er auch mit doppelschichtigen DVD-Rohlingen umgehen. Umfangreiche Datensicherungen auf einen einzelnen Rohling steht folglich nichts im Wege.
Trotz der schnellen Komponenten hielt sich der Stromverbrauch des MSI Megabook S262 in Grenzen. Im Leerlauf zieht das Notebook genügsame 18,8 Watt aus der Steckdose – und dass sogar nach Deaktivierung jeglichen Stromsparmechanismen und mit maximaler Displayhelligkeit. Mit den gleichen Einstellungen hält der 63 Wattstunden starke Akku das Gerät gut drei Stunden fernab einer Steckdose am Leben. Aber Achtung: Einige Modellvarianten werden mit einem deutlich schwächeren Akku ausgeliefert, der unter gleichen Bedingungen wahrscheinlich kaum über eine eineinhalb Stunden Akkulaufzeit hinaus kommen dürfte. Mobiles Arbeiten – das primäre Einsatzgebiet eines Subnotebooks – ist dann noch nur stark eingeschränkt möglich. Beim Kauf ist also besondere Obacht geboten.
Das Thema „Kühlung und Lüftung“ ist beim Megabook leider negativ behaftet. Im typischen Officebetrieb bleibt der Lüfter zwar meist stumm, dafür ist jedoch eine deutliche Erwärmung in der linken Notebookhälfte und im Bereich des Touchpads feststellbar. Beim Betrieb auf den Oberschenkeln wird das Notebook somit unangenehm warm. Sobald der Prozessor stärker belastet wird, schaltet sich der Lüfter
stufenweise zu. Besonders nervig daran ist weniger die an sich klassenübliche Lautstärke der Geräuschentwicklung, sondern vielmehr die sich ständig ändernde Drehzahl des kleinen Ventilators. Mitunter schaltet das Notebook fast im Sekundentakt zwischen den verschiedenen Stufen hin und her. Selbst unter Volllast kann von einem einigermaßen gleichförmigen Geräuschpegel keine Rede sein. MSI sollte dieses störende Verhalten zwingend mit dem nächsten BIOS-Update korrigieren. Eine Besserung war jedenfalls auch nicht durch das Absenken der Prozessorspannung mittels
Notebook Hardware Control oder dem
RightMark CPU Clock Utility feststellbar. Der Lüfter lief zwar generell auf geringerem Drehzahlniveau, das ständige Hin- und Herschalten der verschiedenen Geschwindigkeiten blieb jedoch nahezu unverändert.