Und täglich grüßt das Murmeltier. Diesem Eindruck können wir uns beim aktuellen Lineup der Asus Netbooks kaum verwehren. Bereits den dritten baugleichen 10-Zoller schicken wir durch unseren Benchmarkparcours - jedoch mit Hardwareausrüstungen, die unterschiedlicher nicht sein können. Nach dem Eee PC 1016P mit dem schwachbrünstigen Intel Atom N450 und der dazugehörigen Intel-Grafik folgte das AMD-Modell Eee PC 1015T (dessen Fotos für diesem Testbericht verwendet werden) mit genügend Leistung für HD-Inhalte und spürbar besserer Alltagsleistung. Parallel dazu vertreibt Asus nun den Eee PC 1015PN mit dem neuen Intel Atom N550 Dual-Core und dem Nvidia Ion-Grafikchip der zweiten Generation, welcher ebenfalls mit guter Anwendungs- und Multimedialeistung daherkommen sollte.
Nun könnte man meinen, dass dem Kunden damit Preisvorteile zu Gute kommen, jedoch ist das aktuelle Testgerät (1015PN) mit Abstand das teuerste der 10-Zoll Eee PCs. Dazu macht sich schon nach kurzer Handhabung ein gravierender Nachteil bemerkbar: Die Umschaltung zwischen dem schnelleren Grafikchip von Nvidia und der stromsparenderen Intel-Chipsatzlösung geht nicht ohne einen Neustart des Systems vonstatten. Erstaunlich, denn mit Nvidia Optimus steht den OEMs eine elegante sowie tadelfreie Technologie zur Verfügung, mit der dem Nutzer automatisch im laufenden Betrieb die bessere Grafik-Hardware zur Verfügung gestellt wird. Die Wahl des vorinstallierten Betriebssystems ist als äußerst ungünstig zu bezeichnen. Schließlich kann Windows 7 Starter nur eine Grafikkarte im laufenden Betrieb ansprechen. Asus bietet den 10-Zoller auch mit Windows 7 Home Premium und Nvidia Optimus an, womit der Preis für den Eee PC 1015PN um rund 80 Euro steigt.
Spezifikationen Asus Eee PC 1015PN
- 10,1-Zoll Display; WSVGA (1024 x 600 Pixel)
- Intel Atom N550 (1,5 GHz)
- Nvidia Ion2 LE / Intel GMA 3150 (Reboot vorausgesetzt)
- 1 GByte Arbeitsspeicher
- 250 GByte Festplatte
- 3x USB, HDMI, VGA, Audio, Kartenleser
- Windows 7 Starter
- ab 379 Euro im Preisvergleich
Aufgrund des baugleichen Gehäuses, der damit unveränderten Verarbeitungsqualität sowie Anschlussvielfalt und den identischen Eingabegeräten (Tastatur, Touchpad) zu den oben genannten Asus Eee PC 1015P und 1015T, werden wir diese nicht näher beschreiben und verweisen auf die entsprechenden Kapitel in den bisherigen Testberichten.
Nur kleine Unterschiede zeigen sich im Vergleich zum Eee PC 1015P. So kommt unser schwarzes Testgerät mit glatten Flächen aus und ein HDMI-Port hat den Weg an die linke Anschlussseite gefunden. Mit diesem kann das Video- und Tonsignal an einen Fernseher gesendet werden, um beispielsweise einen Film auf einem größeren Bildschirm genießen zu können.
Die gefühlte Arbeitsgeschwindigkeit unter Windows 7 Starter ist mit dem Intel Atom N550 spürbar schneller als mit den Single-Core Prozessoren aus der Atom Reihe. Die Hyper-Threading Technologie erweitert die beiden CPU-Kerne um jeweils einen Weiteren und bietet dem Nutzer eine gute Grundlage für Multitasking, ohne große Leistungseinbußen. Browser, Textverarbeitung und Windows-Updates können gleichzeitig ausgeführt werden und stellen den Workflow vor keinerlei Hindernisse.
Performance Test (Pass Mark Rating) [Punkte] Systemleistung Kategorie: Netbooks
Dennoch muss sich der neue Atom-Prozessor N550 den AMD-CPUs für Netbooks geschlagen geben. Etwas als ‚spürbar langsamer‘ zu bezeichnen ist zwar relativ, aber die Benchmarks validieren diesen Eindruck. So berechnen die AMD-befeuerten Netbooks die Aufgabe im Pov-ray Benchmark – trotz niedrigerem CPU-Takt - doppelt so schnell wie der Intel Atom N550. Bei der 3D-Leistung unterscheidet sich die beschnittene Nvidia Ion 2 LE Grafik kaum von der ATI Mobility Radeon 4200er Reihe, die mit den AMD-CPUs in Netbooks verbaut wird. Erwähnenswerte Unterschiede sind erst mit dem ‚reinen‘ Ion 2 Grafikchip auszumachen.
Neustart vs. Mobilität und Display
Wie bereits erwähnt müssen Besitzer der Asus Eee PC 1015PN Geräte, auf denen die Starter Version von Windows 7 installiert ist, einen Systemneustart durchführen um von der Multimedia-Grafikkarte auf die sparsamere 2D-Beschleunigung umzuschalten und umgekehrt. Dieses ganze Prozedere dauert dann mindestens 90 Sekunden. Müssen vor dem Neustart noch Programme geschlossen und die Arbeitsschritte gespeichert, respektive nach dem Neustart wiederhergestellt werden, kann sich alles in die Länge ziehen. Durchaus vorstellbar, dass nach dem zehnten Neustart die Geduld verloren geht.
Die Krönung, und eigentlich noch weniger verständlich, ist, dass Asus die Bildschirmhelligkeit bei aktiver Intel Grafik auf Innenraumniveau drosselt. Während bei aktiver Nvidia Ion2 Grafik die Helligkeit mit 225 cd/m² auch für Einsätze unter freiem Himmel fast akzeptabel ist – vor allem wegen der entspiegelten Oberfläche – leuchtet das Display bei laufender Intel Grafik nur mit 100 cd/m².
Da diese Leuchtstärke für Außeneinsätze viel zu gering, die Intel Grafik aber aufgrund der stromsparenderen Arbeitsweise im Vergleich zur Nvidia Ion2 für den mobilen Bereich prädestiniert ist, hat sich das Asus Eee PC 1015PN als Netbook eigentlich disqualifiziert. Denn mit aktiver Nvidia Ion2 schrumpft die Akkulaufzeit im Idle bei identischer Displayhelligkeit von 8:32 Stunden (Intel) auf 5:15 Stunden. Unter Last zeigt sich ein ähnliches Bild. Hier verkürzt sich die Einsatzzeit von 5:08 Stunden auf 3:41 Stunden.
Aufgrund der zu niedrigen Displayhelligkeit bei aktivierter Intel Grafik und der umständlichen Umschaltprozedur haben wir zur Berechnung der Testnote ausschließlich die Werte mit eingeschalteter Nvidia Ion2 Grafikkarte verwendet. Schließlich bezahlt der Besitzer einen Aufpreis von satten 100 Euro im Vergleich zum baugleichen - aber etwas langsameren - Asus Eee PC 1016P, um die Multimedia-Fähigkeit in einem Netbook zu haben.
Das 1015T hat allerdings den Nachteil der deutlich kürzeren Akkulaufzeit. (leider)
So wird\'s wohl das 1015PN. Das mit dem Helligkeitsproblem und dem BIOS-Update hab ich auch gehört und der Reboot zum GPU-Wechsel ist für mich ok. Solang der Akku min.48mAh hat. Auf Amazon ist ja viel von 40mAh zu lesen.
Normalerweise testet Notebookjournal im Auslieferungszustand, da diese Seite nicht nur für "Techniknerds" ist, sondern auch für Konsumenten, die einfach sich ein Note/Netbook kaufen und es auch dann sofort ohne Probleme benutzen wollten.
Falls aber das Gerät noch da ist, könnte man das ja versuchen zu testen.
Was ist eine Aktuelle Note?
Notebookjournal errechnet jede Nacht eine Aktuelle Note. Das ist die Note nach den derzeit gültigen Maßstäben. Sie zeigt an, ob sich ein älteres Modell noch wacker hält oder ob es bereits eine Vielzahl besserer Notebooks gibt. Letzteres ist der Fall, wenn die Aktuelle Note niedriger als die ursprüngliche Note ist.
Es geht um die Vergleichbarkeit
Mit der technischen Weiterentwicklung müssen sich Notebooks an immer höheren Maßstäben messen. Erreichten Gaming 17-Zöller Ende 2006 höchstens 5500-3DMarks06, so waren es Ende 2007 schon 9200! Ein sechs Monate altes Sehr-Gut kann also nicht mit einem Sehr-Gut von vor einer Woche verglichen werden.
Aus Gründen der Vergleichbarkeit haben wir uns auch im Vergleich (Link) für die Nutzung der aktuellen Note entschieden.
Zusammenfassung:
Asus Eee PC 1015PN
"Aktuelle Note: gut"
Die aktuelle Note des Asus Eee PC 1015PN wurde am 25.05.2013 errechnet.