Das Nexoc Osiris S609 ist dank seiner kompakten Abmessungen von 31,5 mal 3,3 bis 3,5 mal 22,2 Zentimetern und schlanken 2,15 Kilogramm Lebendgewicht in die Klasse der Subnotebooks einzuordnen. Das Design wird von elegant abgerundeten Kanten an der Stirn- und Rückseite sowie von zwei Kunststofftypen bestimmt, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Einerseits setzt Nexoc für die Innenseite des Geräts auf einen ansprechenden weißen Kunststoff, wodurch es sich – zumindest bei geöffnetem Deckel – angenehm von der Masse abhebt. Ganz im Gegensatz dazu steht der anthrazit-graue Werkstoff der Außenseite. Er wirkt billig, wenig robust und wertet das gesamte Notebook sowohl optisch als auch in der Qualitätsanmutung deutlich ab – schade. Um dem Notebook optisch etwas mehr Pepp zu verleihen, können alle Nexoc-Notebooks optional mit einem individuellen Airbrush-Motiv auf dem Displaydeckel aufgewertet werden. Neben den zahlreichen Vorlagen können vom deutschen Airbrush-Meister Andy Kirner („Art of Gilbi“) auch individuelle Motive auf die Geräte gesprüht werden. Individuallisten können sich somit ihr ganz persönliches Notebook gestalten lassen – eine interessante, wenn auch nicht ganz billige Idee. Denn ein solches Airbrush kostet je nach Motiv rund 250 Euro.
Der LCD-Deckel des Osiris S609 kommt ohne mechanische Verriegelung mit dem Chassis daher. Das sieht zwar schick aus und funktioniert bisweilen auch sehr gut, trotzdem dürfte der ein oder andere Käufer das empfindliche Display lieber durch einen Verriegelungsharken gesichert sehen. Gegen äußere Einflüsse kann der flache Deckel das LCD leider nur ungenügend schützen, denn bereits sanfter Händedruck auf die Außenseite wird mit großflächigen Störungen auf dem Bildschirm quittiert. Um auf Dauer Schäden am Display zu vermeiden, sollte das Notebook beim Transport daher immer möglichst so verstaut werden, dass kein Gegenstand gegen die Außenseiten des Geräts drücken kann. Am Besten lässt sich dies über eine separate Tragetasche verwirklichen, von voll bepackten Rucksäcken sollte Abstand genommen werden. Im Gegenzug dazu ist Nexoc die Arretierung des Bildschirms gut gelungen. Ganz gleich welcher Neigungswinkel gewählt wird, die Scharniere fixieren das Display stets sicher und verhindern effektiv starkes Nachschwingen – vorbildlich.
Die Oberschale des Nexoc Osiris S609 wirkt im Vergleich zum restlichen Chassis sehr solide. Sie wurde leicht angeraut und erweist sich schnell als robust und kratzunempfindlich. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass ein weißes Gehäuse generell mehr Pflege benötigt als ein dunkles, um auch auf lange Zeit noch ansprechend auszusehen. Die Unterschale kommt deutlich weniger souverän daher. Hier merkt selbst ein unbedarfter Nutzer sofort, dass sich das Osiris S609 nicht mit der Verarbeitungsqualität teurerer Markengeräte messen kann. Mäßiger Druck entlockt dem Chassis an manchen Stellen deutliche Knarrgeräusche und lässt das Gehäuse teils um einige Millimeter nachgeben. Unregelmäßige Spaltmaße im Bereich des optischen Laufwerks und des Akkus trüben das Gesamtbild weiter. Die größte Sorge der Besitzer dürfte jedoch die hohe Kratzempfindlichkeit der Unterschale darstellen. Wir haben zwar nicht die Probe aufs Exempel gemacht, derartig blanke Oberflächen reagieren jedoch erfahrungsgemäß sehr anfällig auf Stöße und andere äußere Einwirkungen.
Die mattweiße Tastatur hinterlässt bei unserem Testredakteur einen gemischten Eindruck. Während Druckpunkt und Anschlag der meisten Tasten durchaus als angenehm zu bezeichnen sind und auch auf längere Sicht angenehmes Schreiben ermöglichen, scheint der obere linke Bereich der Tastenfläche unsauber auf der Unterkonstruktion aufzuliegen. In Folge dessen klappern die dort befindlichen Tasten extrem. Hoffentlich handelt es sich hierbei um eine Eigenart unseres Testgeräts und keinen konstruktionsbedingten Fehler der gesamten Serie. Nicht nur für Vielschreiber wäre das Notebook sonst nämlich eher wenig geeignet. Beim Tastenlayout hat sich der Hersteller bemüht, alle Buchstabentasten möglichst ausreichend zu dimensionieren. Dafür liegen viele der Zusatztasten nur in einer verkleinerten Version vor. Vor allem an die geschrumpften Pfeiltasten werden sich Besitzer von Desktoptastaturen oder größeren Notebooks erst gewöhnen müssen. Bis auf die Vertauschung der linken Strg- und Fn-Taste befinden sich dafür aber alle Tasten an ihrem gewohnten Platz.
Oberhalb der Tastatur hat Nexoc zwei Zusatztasten positioniert. Durch Betätigung der linken startet das Notebook in Sekundenschnelle die Multimediaoberfläche
Instant On von Intervideo. Hier lassen sich DVDs, Filme und Musik abspielen oder Fotos von CD oder Festplatte betrachten, ohne das eigentliche Betriebssystem booten zu müssen. Die Bedienung ist sehr einfach gehalten, eine Mausunterstützung gibt es aber nicht. Vieles, wie beispielsweise das Vor- und Zurückspulen des Films, wird daher über Tastenkombinationen erledigt, die der Anwender besser zuvor im Handbuch nachschlagen sollte. Leider liegt dieses nur digital im PDF-Format auf CD vor. Wird die Taste in Windows betätigt, startet der
Windows Media Player. Die rechte Zusatztaste ist mit einem „S“ markiert. Sie aktiviert den so genannten
Still-Modus und funktioniert unabhängig vom eingesetzten Betriebssystem. Nach Einschalten dieses Betriebsmodus wird der Prozessor permanent auf 1 GHz Takt eingebremst. Somit ist dann auch meist ein lüfterloser Betrieb möglich. Nach einem weiteren Druck auf die Taste steht die gewohnte Leistung wieder zur Verfügung. So kann man bei niedrigen Lastzuständen – beispielsweise beim Surfen im Web oder Lesen von Dokumenten – einen flüsterleisen Betrieb des Notebooks erzielen.
Das breitflächige Touchpad des Osiris S609 stellt im Vergleich mit anderen Subnotebooks überdurchschnittlich viel Navigationsfläche zur Verfügung. An der rechten und unteren Seite sind optisch zwei Scrollleisten markiert, die die
Navigation durch Websites und Dokumente erleichtern. In der Standardeinstellung setzt das Pad die Mausbewegungen aber nur unbefriedigend um. Das viel zu schwergängige Ansprechverhalten lässt sich zwar schnell über den Maustreiber korrigieren, dafür entsteht dann aber ein anderes Problem. Da sich die Navigationsfläche in der Höhe kaum von der Handballenauflage unterscheidet, berührt man sie beim Schreiben anfangs oft unfreiwillig mit der Hand. Der Anwender muss daher unter Umständen einige Zeit damit verbringen, einen guten Kompromiss zwischen Empfindlichkeit und Ansprechverhalten des Zeigegerätes zu finden. Insgesamt lässt sich die Maus somit erst nach einer gewissen Eingewöhnungsphase präzise über den Bildschirm navigieren. Die beiden darunter befindenden Pad-Tasten arbeiten recht leise. Insbesondere die rechte Maustaste fühlt sich aber etwas zu schwammig an.
Zusammenfassend überzeugt das Nexoc Osiris S609 vor allem durch sein geringes Gewicht und die praktische
Instant-On-Oberfläche. Die Mängel an der insgesamt nur durchschnittlichen Verarbeitung und den Eingabegeräten sind angesichts des einladend geringen Preises und der geradezu üppigen Ausstattung zu verschmerzen.