TEST
Packard Bell EasyNote D5 (D5720)
Schlankes Office-Notebook

Ermöglicht problemloses Arbeiten Die Performance des flachen EasyNote D5720 ist für typische Office-Aufgaben völlig ausreichend dimensioniert. Sein mit 1600 MHz pochendes Dothan-Herz wird von 512 MByte DDR-RAM unterstützt, die auf zwei Speicherbausteine verteilt sind. Für die meisten Anwendungen im Büroumfeld wird dieser Speicherausbau locker ausreichen. Sollte für das Arbeiten in großkalibrigeren Desktop-Applikationen mehr Speicher nötig sein, muss aber mindestens einer der beiden originalen Riegel einem größeren weichen.
Eigentlich schade: Denn wenn Packard-Bell einen einzelnen 512er RAM-Baustein verwenden würde, ließe sich das Notebook so wesentlich einfacher und kostengünstiger an den persönlichen Bedarf anpassen. Zudem stehen auch nicht die kompletten 512 MByte für Programme zur Verfügung, da sich der integrierte Grafikkern des i855GM-Chipsatzes davon 16 MByte als Grafikspeicher abzweigt.
Natürlich kommt es bei der Beurteilung der Leistung darauf an, was man mit dem Gerät überhaupt machen möchte. Als Ersatz für eine ausgewachsene Workstation ist das D5720 sicherlich weder gedacht noch geeignet. Wer aber auch vorher nur an einem normalen Office-PC gearbeitet hat, wird mit der Leistungsfähigkeit der Kernkomponenten vollauf zufrieden sein.
Vorteilhaft sind auch die ausgesprochen leisen Lüftergeräusche. Da das Notebook keinen starken 3D-Grafikkern integriert, ist die Lüftertätigkeit auf die CPU beschränkt, was das Betriebsgeräusch im Alltag auf sehr niedrigem Niveau hält
Leuchtstarkes Display erleichtert das Arbeiten Mit einer Bildschirmdiagonale von 15,1 Zoll und einer maximalen Auflösung von 1024 x 768 Pixeln entspricht das 4:3-Displays des Packard-Bell-Notebooks dem Standard seiner Klasse. Als Besonderheit verfügt das Display über die von Packard-Bell Diamond View genannte Technologie. Wie die Pendants anderer Hersteller soll Diamond View stärkeren Kontrast, verbesserte Brillianz und höhere Leuchtstärke bieten. Es fehlt leider der Vergleich zum gleichen Notebook ohne dieses Feature, aber das Bild wirkt auf jeden Fall kräftig, scharf und lebendig.
Auf Grund der niedrigen Standardauflösungen scheidet das Notebook zwar für Entwickler, Design- und Grafikprofis aus, ist aber auch in dieser Hinsicht für das alltägliche Arbeiten vollends geeignet.
In unserem Test erreichte das Notebook eine durchschnittliche Leuchtstärke von knapp über 160 Candela pro Quadratmeter im Netz- und im Akkubetrieb. Das ist zwar kein überragender Spitzenwert, reicht aber, um sich mühelos in der unteren Spitzengruppe seiner Klasse einzuordnen. Zum Vergleich: Das deutlich teurere und mit professionellerem Anspruch auftretende IBM T42 erreicht im Netzbetrieb nur knapp 110 und im Akkubetrieb maximal 66 cd/m².
Neueste Laufwerke sind konkurrenzfähig Das D5720 ist mit einer 80 GByte großen und leisen Festplatte von Samsung ausgerüstet, was für ein Gerät dieser Preisklasse alles andere als selbstverständlich ist. Das ist eine der Platten mit den größten Kapazitäten, die im Moment in mobilen Einheiten verbaut werden. 2,5-Zoll-Festplatten mit 100 oder 120 GByte kommen derzeit insgesamt sehr selten und wenn dann fast ausschließlich in dicken Desktop-Replacement-Notebooks zum Einsatz. Bei 80 GByte braucht man sich erstmal keine großen Gedanken über mangelnden Speicherplatz machen. Diese Kapazität reicht auch bei intensiver Verwendung und Speicherung von Mediamaterial wie Fotos, Videos oder Musik eine ganze Weile. Wird der Platz dann doch irgendwann zu eng, kann man immer noch auf eine externe Platte ausweichen, die interne Platte gegen eine größere tauschen oder per DVD-Brenner Material auslagern.
Als DVD-Brenner fungiert ein Modell des Herstellers Samsung, der Plus- und Minus-Medien mit maximal achtfacher Geschwindigkeit und Dual-Layer-Rohlinge mit bis zu 2,4facher Geschwindigkeit beschreibt. Das Laufwerk weist eine sehr hohe Laufruhe auf und bleibt auch im Betrieb angenehm leise.
Ordentliche Hardware erleichtert das Arbeiten Tastatur und Touchpad des D5720 hinterlassen einen durchschnittlich guten Eindruck. Das Tastengefühl ist fest, die Tastatur klappert nicht und biegt sich nicht durch. Die Reaktivität des großen, ovalen Pads ist in Ordnung, Scollfunktionalität vermisst man allerdings. Die Touchpad-Tasten lassen sich ohne großen Kraftaufwand bedienen, halten aber keinem Vergleich mit der IBM-Referenz stand.
Gute Akkulaufzeit ermöglicht langes Arbeiten Mit knapp über drei Stunden ist die Akkulaufzeit des D5720 überdurchschnittlich gut. Trotz des hellen Displays und der schnellen Komponenten kann man also recht entspannt an der Maschine arbeiten, ohne einen schnellen Schrittes nahenden Spannungsverlust fürchten zu müssen.
Da unsere Akkutest unter Abschaltung sämtlicher Stromsparfunktionen ablaufen, sollte die Akkulaufzeit im normalen Einsatz deutlich über der von uns gemessenen liegen. Die Messungen beruhen auf kontinuierlich ablaufenden Office-Anwendungen, die alle tagtäglich genutzten Komponenten (CPU, RAM, HDD) einbinden. Beim Playback von Video-Files sinkt die Akkulaufzeit natürlich. Aber auch hier sollte die Akkuleistung mindestens für die Wiedergabe eines kompletten DVD-Films locker ausreichen.
Erfüllt gängige Connectivity-Standards In Sachen Kommunikation bietet das EasyNote D5720 die für seine Klasse geltenden Standards. Ein 100-MBit-Netzwerkchip sorgt für die Anbindung an Firmennetzwerke oder DSL, das 56K-Modem garantiert auch in unterversorgten Gebieten eine stabile Verbindung mit dem Internet und Intels Pro/Wireless 2200BG ermöglicht den Login in WLAN-Funknetze oder öffentliche Hotspots, beispielsweise auf Flughäfen oder in Restaurants.
Bluetooth-Funktionalität bietet das Packard-Bell- Notebook leider noch nicht.
Softwareverwaltung birgt massive Tücken Die Softwarekonfiguration des D5720 ist zwar sehr umfangreich, aber auf äußerst nervige Art und Weise realisiert. Alle von Packard-Bell installierten Programme finden sich nämlich nicht im über die Systemsteuerung zu findenden Verzeichnis der installierten Software, sondern sind nur über ein Packard-Bell-Programm namens Smart Restore abrufbar.
Das macht die De- und Installation von Software zu einer Geduldsprobe erster Güte, da man jedes Programm nur einzeln aufrufen und es in letzter Konsequenz auch nicht komplett von Rechner entfernen kann. Bestes Beispiel ist die für 90 Tage lizenzierte Software-Suite Norton Internet Security 2005 von Symantec. Man bekommt die Software schlichtweg nicht vom Notebook, egal was man probiert. Das ist besonders ärgerlich, da man bei Nichtverlängerung des Symantec-Abo’s die Software trotz nervender Popups nicht deinstallieren kann.
Während unseres CeBIT-Besuchs sprachen wir offizielle Packard-Bell-Vertreter darauf an und erhielten als Antwort, dass dies absolut so gedacht sei, um dem User die umständliche und verwirrende Deinstallation über die Systemsteuerung zu ersparen. Allerdings sollte sich Software problemlos deinstallieren lassen, man werde nachforschen, warum es bei der NIS 2004 nicht so sei.
Eine Recovery-CD liegt dem Notebook ebenfalls nicht bei. Eine Rückspielung des Systems erfolgt über ein Festplatten-Recovery von einer versteckten Partition aus und wird unter Windows über das Smart Restore oder per Zugriffstaste beim Booten des Notebooks gestartet.
Fazit Das D5720 ist ein schlankes, leichtes, leises und leistungsfähiges Notebook mit hohem Nutzwert im Alltagsgebrauch, das nur durch das unmögliche komplizierte Handling der vom Hersteller mitgelieferten umfangreichen Software negativ auffällt.
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