Ein kerniger Bursche steht auf dem Schreibtisch. Auf dem Deckel gibt sich der 15-Zöller mit dicken Lettern als Toshiba zu erkennen. Im Inneren des Satellite P750-13G rennt Intels Core i7-2670QM, und eine mit 2 GByte Videospeicher ausgestattete Nvidia Geforce GT 540M sorgt für den klaren Blick auf die Inhalte.
Das Toshiba Satellite P750-13G geöffnet in der Seitenansicht
In der Geräteklasse um die 800 Euro geizt der allerdings keinen Schönheitspreis gewinnende Japaner nicht mit Ausstattungsmerkmalen. Ein Blick auf den linken Gehäuserand offenbart den recht ungewöhnlichen TV-Eingang. Mit einer Antenne versehen, macht sich der Nutzer per internem DVB-T-Empfänger vom Wohnzimmer unabhängig. Drei USB 3.0-Ports, einer im USB-2.0-Format, Kartenleser, Blu-ray-Player und einem Harman/Kardon-Lautsprecher-System avancieren das Gerät zum Entertainer par excellence. Trotzdem gibt es auch Mängel zu registrieren.
Wenn das Toshiba auf den ersten Blick recht wuchtig daher kommt, so offenbart es dennoch die eine oder andere Schwachstelle. Der merkwürdige Kunststoff, der die optische wie haptische Anmutung von schlecht gesägtem Holz, das eine Weile in Schellack gelegen hat, besitzt, ist einerseits auf der Höhe der Handballen nachgiebig.
Andererseits ist der Deckel des Bildschirms nicht gerade verwindungssteif. Der Rahmen des Bildgebers knirscht überdies bei leicht grober Behandlung in seinen Fugen. Die einzelnen Bauteile geben sich auf diese Weise als recht halbherzig verarbeitet zu erkennen. Auch der Power-Button wackelt in seiner Fassung. Das geht angesichts dieses Preises eigentlich wesentlich besser.
Machen wir uns nichts vor. Das Toshiba Satellite P750-13G ruft bedenklich heftig die Erinnerung an eine alte Musiktruhe wach. Nicht schön, dieses glänzende Plastik, was dem doch immerhin 1.049 Euro (UVP) teuren Medienwerk ein billiges Gepräge gibt. Diesen Laptop möchte ich nicht als Schaltzentrale fürs Entertainment im Wohnzimmer stehen haben. Die Tastatur hat schon nach wenigen getippten Worten ihren zweifelhaften Glanz verloren. Fingerspuren aller Orten.
A propos: Der breite Bildschirmrahmen, die spiegelnden Mausersatztasten, metallische Einfassungen von Lautsprechern – all diese Zierelemente schreien nach Aufmerksamkeit, die solch ein Gerät eigentlich nicht nötig haben sollte. Wer ein Freund des gepflegten Understatements ist, wird mit der Kiste nicht glücklich.
Toshiba Satellite P750-13G und sein invertierender Bildschirm
Der Bildschirm ist leider verspiegelt und löst auch nur 1366 auf 768 Pixels auf. Die Blickwinkel sind von links und rechts ordentlich, sieht man von den starken Reflexionen einmal ab. Doch schon bei leichter Untersicht invertiert der Inhalt enorm. Die durchschnittliche Luminanz von 231 Candela pro Quadratmeter ist gebührlich. Doch in dieser Kategorie kann der Kunde gleichfalls ein wenig mehr erwarten.
Toshiba Satellite P750-13G und seine Display-Ausleuchtung
Eingabegeräte und Ausstattung
Das Toshiba Satellite P750-13G besitzt eine sehr angenehme Tastatur, deren Lautstärke sich in Grenzen hält. Was für mobile Geräte eher eine Seltenheit darstellt, muss positiv an dem Gerät hervorgehoben werden: die Beleuchtung der Klaviatur. Warum jedoch die Spaltmaße so groß ausfallen, dass man im Dunklen das Licht unter den Tasten hervorscheinen sieht, ist eins dieser Rätsel in Sachen Verarbeitung mit Blick auf den Ladenpreis. Mit dem Touchpad ist das Manövrieren des Cursors über den Schirm dank der rauen Oberfläche ein Klacks. Es missfällt lediglich der doch recht laute Klickton der Mausersatztasten.
Toshiba Satellite P750-13G: Das gute Touchpad aus der Nähe
Ausgerüstet ist das Toshiba Satellite P750-13G für beinahe alle Lagen. Sicher, es fehlt ein eSata-Steckplatz. Dennoch geizt das Notebook nicht mit Merkmalen. Und hier liegt seine Stärke.
Toshiba Satellite P750-13G in vier Seitenansichten mit zahlreichen Anschlüssen
Das beginnt bei der leistungsstarken Intel Core i7-2670QM-CPU, dem acht GByte großen Arbeitsspeicher, der Mittelklasse-Grafikkarte Nvidia Gforce GT 540M, dem Blu-ray-Laufwerk, DVB-T-Empfänger (hybrid) mit umfänglicher Fernbedienung, die sich perfekt ins Mediencenter des Betriebssystems integriert, Kartenleser, Webcam. Der Laptop lässt sich per GBit-Ethernet ins Kabelnetz klemmen. Bluetooth beherrscht es in der Version 3.0 und im WLan funkt die Maschine nach 802.11b/g/n-Normen.
Die Webcam löst mit mäßigen 1,3 MP auf. Über VGA- und HDMI-Schnittstellen lassen sich Geräte mit einer maximalen Auflösung von 2048 mal 1536 Pixel ansteuern. Für den guten Ton sorgt ein Harman/Kardon-Soundsystem, das recht ordentlich klingt. Bässe bringt es sogar mit. Möglicherweise liegt es an der dünnen Haut des Laptops, die vielleicht stärker in Schwingung zu versetzen ist. Drei USB 3.0-Ports und ein USB 2.0-Port sind gute und zukunftssichere Argumente, um dem Laptop eine zentrale Schaltstelle im Medienhaushalt angedeihen zu lassen – sähe es denn anders aus.
Mobilität / Emissionen / Leistung
Angesichts der Fülle der Features, die allesamt Strom ziehen, und der hungrigen CPU erfreuen die knapp über zwei Stunden Akku-Laufzeit unter Last. Der BatteryEater leerte das Kraftwerk des Toshiba im Reader-Test nach 321 Minuten – keine schlechten Ergebnisse für ein Gerät, dass hinsichtlich der Zusammenstellung seiner Komponenten an ein Unterhaltungsrelais für Studenten denken lässt.
Akkulaufzeit unter Last [Minuten] Kategorie: Multimedia bis 16,4"
An den Rechenleistungen gibt es rein gar nichts auszusetzen. Der Vierkerner aus dem Hause Intel erzeugt Ergebnisse, die sich sehen lassen können. In 634 Sekunden ist die Povray-Benchmark absolviert. Gute 1913 Punkte im Passmark-Test belegen, dass auch die Konfiguration der Komponenten stimmt. Allerdings ist eine schnellere Festplatte wünschenswert. Lediglich 52,7 MByte pro Sekunde werden im Schnitt von der 5400 U/Min drehenden hauseigenen MK7575GSX gelesen und 63 geschrieben. 3D-Spiele funktionierten mit der verbauten Nvidia Gforce GT 540M gleichermaßen sorgenfrei.
Performance Test (Pass Mark Rating) [Punkte] Kategorie: Multimedia bis 16,4"
Schmeißt man die Maschine an und arbeitet mit ihr im Bürosektor, gibt sie keinen Mucks von sich. Erst bei anspruchsvolleren Aufgaben setzt die Belüftung eine akustische Marke. Kurz bläht das Toshiba Satellite P750-13G, dann schweigt es wieder, es sei denn, rechenintensive 3D-Spiele sind in Betrieb. Dennoch ist der Klang des Geräts nicht unangenehm. Die gemessenen Temperaturen scheinen hoch zu liegen. Zumal unter Last (52 °Celsius an der Unterseite). Dennoch kochen dem Benutzer nicht die Schenkel.
Toshiba Satellite P750-13G Temperaturentwicklung bei Last (Oberseite)
Fazit
Das Toshiba Satellite P750-13G bietet hohe Leistungen in leider bieder-rustikalem und nicht allzu stabilen Gewand. Die Pluspunkte des Notebooks liegen eindeutig in seiner Ausstattung. Wann bekommt man schon einmal ein Gerät mit integriertem TV-Empfänger – sofern man nicht auf eine Built-to-Order-Lösung zurückgreift.
Toshiba Satellite P750-13G geöffnet von oben rechts
Die Erweiterbarkeit ist gut. Toshiba hat nicht gespart und dem Laptop kaum etwas vorenthalten, was man in der multimedialen Heimstatt benötigt. Ferner braucht man sich auch nicht über die akzeptablen Akku-Laufzeiten beklagen. Wieder einmal liegt es an Kleinigkeiten, dem Design und der Verarbeitung, warum ein solches Gerät nicht uneingeschränkt empfohlen werden kann.
Was ist eine Aktuelle Note?
Notebookjournal errechnet jede Nacht eine Aktuelle Note. Das ist die Note nach den derzeit gültigen Maßstäben. Sie zeigt an, ob sich ein älteres Modell noch wacker hält oder ob es bereits eine Vielzahl besserer Notebooks gibt. Letzteres ist der Fall, wenn die Aktuelle Note niedriger als die ursprüngliche Note ist.
Es geht um die Vergleichbarkeit
Mit der technischen Weiterentwicklung müssen sich Notebooks an immer höheren Maßstäben messen. Erreichten Gaming 17-Zöller Ende 2006 höchstens 5500-3DMarks06, so waren es Ende 2007 schon 9200! Ein sechs Monate altes Sehr-Gut kann also nicht mit einem Sehr-Gut von vor einer Woche verglichen werden.
Aus Gründen der Vergleichbarkeit haben wir uns auch im Vergleich (Link) für die Nutzung der aktuellen Note entschieden.
Zusammenfassung:
Toshiba Satellite P750-13G
"Aktuelle Note: gut"
Die aktuelle Note des Toshiba Satellite P750-13G wurde am 20.05.2013 errechnet.