In Zeiten, in denen das Wort „Ultra“ inflationär verwendet wird, wird man leicht skeptisch, wenn eine Firma wie Dell dieses Wort in der Werbung für einen Bereich verwendet, der lange vor den „Ultrabooks“ in jeder Hinsicht jenseits („ultra“) des Mainstreams war, nämlich den der sogenannten „rugged“ Notebooks. Aktuelle rugged Notebooks sind zwar hinsichtlich der Leistung auf dem derzeitigen Stand der Technik, in Sachen Bauhöhe und Gewicht erinnern sie jedoch an die Modelle der Urzeit der Geschichte der Notebooks. Wir erinnern uns, das 1986 auf den Markt gekommene Toshiba T1100 war 4,5 kg schwer und hatte eine Bauhöhe, die zwei übereinander verbaute 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerke fassen konnte. In dieser Hinsicht schwimmen rugged Notebooks gegen den Strom dessen, was derzeit als innovativ empfunden wird. Daher könnte man eigentlich von Anti-Ultrabooks sprechen.
Unser heutiges Testgerät, das Dell Latitude E6420 XFR, mutet mit einer Bauhöhe von fast sieben Zentimetern und einem Gewicht von über vier Kilo geradezu altertümlich an: Kein Ultrabook, sondern ein Notebook in Kofferform (mit Henkel) im alten Stil und so schwer, dass man es nicht auf längeren Spaziergängen mit sich herumtragen möchte. „Ultra“ ist nicht nur die Bauhöhe und das Gewicht, sondern auch der Preis: Für ein gut ausgestattetes Dell Latitude XFR muss man so viel berappen, dass man dafür gleich mehrere Ultrabooks bekäme. Und alles nur wegen der Robustheit.
Unser heutiges Testgerät schwimmt also gegen den Strom, es ist nicht ultradünn und ultraleicht, sondern ultrarobust, ein knorriger Gigant in einer immer eleganter und leichter werdenden Notebook-Landschaft, ein rugged Urtier unter lauter verfeinerten Schnöseln, die zwar elegant in jeder Hinsicht sind, jedoch im wirklich rauen Einsatz schnell passen müssen. Zielgruppe dieser nicht auf Eleganz, sondern auf extreme Robustheit getrimmten Geräte sind weniger Privat-Konsumenten, sondern z.B. das Militär, Polizei und Feuerwehr, sowie Firmen, die Computer benötigen, die auch ohne den Schutz des Büros auskommen – also z.B. auf Baustellen, in Fabrikhallen oder in anderen „dreckigen“ Umgebungen.
Aufgrund der hohen Preise sollte man meinen, dass sich rugged Notebooks schlecht verkaufen. Doch dem ist nicht so. Ein Artikel von
Digitimes gab für das Jahr 2011 optimistische Zahlen im Bereich der rugged Notebooks an, während der übrige PC-Markt eher zu stagnieren schien.
Spezifikationen
- CPU: Intel Core i5-2520M (2,5 GHz).
- GPU: Intel HD Graphics 3000
- Chipsatz: Intel QM67
- 4 GByte Arbeitsspeicher
- 13,6-Zoll Display (1366 x 768 Pixel), matt stoßfestes Schutzglas
- SSD: Samsung PM810 mit 256 GByte
- DVD-Laufwerk, SD-Kartenleser, Docking Station, Expresskarten-Einschub
- 3 x USB 2.0, HDMI, VGA, eSATA, parallel Anschluss
- Hintergrundbeleuchtete Tastatur
- Windows 7 Professional 64 Bit
- Kugelsicher, übersteht Stürze aus bis zu 1,8 m Höhe
- Betriebstemperatur: -29 bis + 63 °C
- erfüllt die Anforderungen der Schutzart IP65 (Wasser-, Schmutz- und Staubdicht)
- erfüllt die Anforderungen, die das U.S.-Militär im MIL-STD-810G (2008), dem "Department of Defense Test Method Standard for Environmental Engineering Considerations and Laboratory Tests"-Dokument von bestimmten Geräten des U.S.-Militärs verlangt (hier geht es u.a. um die Resistenz der Geräte gegen Sonnenlicht, sehr hoher bzw. sehr niedriger Temperatur, Regen, Pilz, Frost, Sand, Staub, Explosionen, Beschleunigung, Vibration, Schock, Eis, Beschuss)
Aktuelles Angebot (28.02.2012):
Dell Latitude E6420 XFR bei Dell -
ab 2.699 Euro (zzgl. MwSt.)